Archiv vom Mai 2007

Senile Bettflucht

Also ent­we­der habe ich immer­noch ein Jet­lag oder ich werde alt!

Seit­dem ich in Bra­si­lien bin, kann ich kaum mehr lang schla­fen. Spä­tes­tens um 7 Uhr mor­gens wache ich von allein auf.

Ges­tern hatte ich zum Bei­spiel ver­ges­sen mei­nen Wecker zu stel­len und wachte trotz­dem um 6:56 auf.

Klasse, da war ich dann trotz „ver­schla­fen“ wie­der die Erste im Büro.

Das ganze hat auch was Gutes. Man kann den Tag inten­si­ver nut­zen und ist wegen der Regel­mä­ßig­keit des frü­hen Auf­ste­hens auch nicht mehr müde.

Und wann steh ich dann auf, wenn ich Rent­ne­rin bin? Um 4?!

Dummheit muss bestraft werden

Ges­tern Abend habe ich mal wie­der GROßES geleistet…

Für das Büro, in dem ich gerade bin, gibt es nur fünf Schlüs­sel, was es natür­lich siche­rer macht. Dumm nur, dass die Tür nicht mit einem Schlüs­sel abge­schlos­sen wer­den muss. Man drückt ein­fach einen Knopf von innen ein und lässt die Tür dann zufallen.

Und, genau, Ihr habt’s erra­ten: Ges­tern war ich mal wie­der die Letzte hier und habe gran­dio­ser­weise mei­nen Schlüs­sel im Büro lie­gen lassen.

Nach eini­gem Hin– und Her-telefonieren bekam ich Chris­ti­a­nos Num­mer her­aus, der aber, wie mir seine Freun­din mit­teilte, noch beim Deutsch­un­ter­richt war. Also ging ich erst­mal ein Bier trin­ken und war­tete auf sei­nen Anruf. Einige Zeit spä­ter spa­zierte er dann wegen mir noch mal zur Uni und öffnete die Tür.

Puh, also doch keine Nacht auf dem Küchen­fuß­bo­den oder im Bad. In die WG wäre ich bestimmt noch gekom­men, aber mein Zim­mer ist sepa­rat abgeschlossen.

Arbeitstreffen

Nach zwei Ver­schie­bun­gen und eini­gen tech­ni­schen Pro­ble­men fan­den sich meine bei­den Betreuer, zwei Hiwis und ich end­lich am Diens­tag zu einer Arbeits­be­spre­chung zusammen.

Zu Anfang stellte ich in einer klei­nen Prä­sen­ta­tion meine bis­he­rige Arbeit und Ergeb­nisse vor. Danach wur­den dann wei­tere Ziele abge­steckt und Auf­ga­ben verteilt.

Es geht also voran und ich hoffe mei­nen Arbeits­ei­fer bei­be­hal­ten zu kön­nen. Wäh­rend ich bis­her eine abge­speckte Ver­sion des eigent­li­chen Pro­blems nur mit den abso­lut not­wen­di­gen Sen­so­ren löste, geht es jetzt an die eigent­li­che Auf­gabe — dafür aber mit allen ver­füg­ba­ren Sensoren.

Na dann: FROHES SCHAFFEN!

Ich bin nich allein!

mac Am Mon­tag bin ich über den Cam­pus gelau­fen und habe zum ers­ten Mal einen ande­ren Mac gese­hen in Bra­si­lien. Obwohl die Din­ger hier teuer, sel­ten und daher heiß begehrt sind, schei­nen sie tat­säch­lich zu existieren.

Vor ein paar Tagen bin ich an einem Geschäft vor­bei gekom­men, in dem Mac­pro­dukte ver­kauft wer­den. Das kleinste Mac­Book kos­tet um die 4000 Reais (1450 Euro). Gemes­sen am durch­schnitt­li­chen Pro­kopf­ein­kom­men ist das wirk­lich eine ganze Menge.

Wenn man sich dann auch noch vor Augen führt, dass die meis­ten sich auf dem Schwarz­markt Para­gu­ays mit nach­ge­bau­ten Pro­duk­ten ein­de­cken, kann ich umso bes­ser nach­voll­zie­hen, dass bei den dor­ti­gen Dum­ping­prei­sen sich dann kaum jemand einen Mac leistet.

Murphy schläft

Wer kennt es nicht, Mur­phys Gesetz?

„Wenn es zwei oder mehr Mög­lich­kei­ten oder Wege einer Situa­tion gibt, so tritt immer die schlech­teste ein.“

Irgend­wie scheint aber was faul zu sein, denn in den letz­ten Wochen beschränk­ten sich die Regen­tage aus­nahms­los auf lang­wei­lige Wochen­tage wäh­rend die Sams­tage mit makel­lo­sem Son­nen­schein ein­her gin­gen. Regen­tage in der Woche sind durch­aus will­kom­men, da viele Bra­si­lia­ner dann zu Hause blei­ben und die Schlan­gen an sämt­li­chen Orten der Uni dann kür­zer werden

So reg­nete es pünkt­lich am Sonn­tag und half mir brav am Schreib­tisch zu blei­ben und meine kleine Prä­sen­ta­tion für Diens­tag vorzubereiten.

Ihr seht also, ich arbeite hier auch!

Piquenique auf portugiesisch

piqueniqueBei strah­len­dem Son­nen­schein und geschätz­ten 25°C traf sich am Sams­tag mein Por­tu­gie­sisch­kurs in einem wun­der­schö­nen Park in Flo­ri­anó­po­lis zum Picknick.

Eigent­lich sollte jeder nur soviel mit­brin­gen, wie er selbst essen kann. Klar, so etwas funk­to­niert nie und so hat­ten wir viel zu viel zu essen. Und was habe ich mit­ge­bracht? Einen selbst­ge­mach­ten, urdeut­schen Kar­tof­fel­sa­lat natürlich.

Um unsere über­vol­len Lei­ber in Bewe­gung zu brin­gen spa­zier­ten wir spä­ter noch durch den Park und spiel­ten mit der Toch­ter unse­rer Por­tu­gie­sisch­leh­re­rin Kinderspiele.

Fotos gibt es hier.

Halbzeitkuchen

halbzeitkuchen Jetzt bin ich schon 87 Tage in Flo­ripa und — ihr könnt es euch sicher den­ken — es blei­ben noch genau 87 Tage an der Uni.

Einer­seits bin ich erstaunt, wenn ich über­lege, was ich in die­ser Zeit gelernt habe und meine Arbeit doch lang­sam aber sicher Früchte trägt.

Ande­rer­seits hab ich trotz­dem Beden­ken, ob ich alles bis Mitte August fer­tig bekomme. Gerade habe ich mich so halb­wegs ein­ge­lebt und schon rückt das Ende mei­nes Auf­ent­halts näher als der Beginn.

Anläss­lich die­ses klei­nen Berg­fes­tes gab es dann heute Kuchen, Fanta Traube (was für ein furcht­ba­res Zeug…) und Guaraná-Brause für alle.

Einige wenige Pho­tos könnt ihr hier sehen!

Also Prost und auf die nächs­ten gut 2000 Stun­den in Floripa!

Mandioca

Heute mal ein Gemüse:

maniok

Name
Por­tu­gie­sisch: Man­dioca; Deutsch: Maniok
Außen
Wur­zel­ge­müse, braune oder schwarze rin­den­ar­tige Schale
Größe
10 bis 20 cm
Innen
harte, sehr stär­ke­hal­tige Masse
Essen
schä­len, wie Kar­tof­feln kochen, alles bis auf Rinde essen
Geschmack
ein biss­chen wie Kar­tof­feln, aber meist meh­li­ger und etwas bitterer
Tipp
mit Mayo­naise noch leckerer

Pizza bis zum Abwinken

Auch Bra­si­lia­ni­sche Mit­bür­ger haben irgend­wann mal die Nase voll von Boh­nen und Reis. Kaum vor­stell­bar, was? ;)

Also musste ges­tern Abend nicht die Mensa her­hal­ten. Es ging in ein ita­lie­ni­sches Restau­rant. Das unter­schei­det sich deut­lich von den Restau­rants in Deutschland.

Man zahlt eine flat rate und kann dann soviel Pasta, Pizza, Salat, Eis und Co zu sich neh­men, wie man möchte. Die Kell­ner kom­men alle zwei Minu­ten mit Ble­chen an den Tisch und prei­sen ihre Piz­zen an.

Von Stan­dard­piz­zen wie Margerita-, Gemüse– und Schin­ken– bis hin zu etwas exo­ti­schen Krea­tio­nen wie Scho­ko­la­den– und Bana­nen­pizza war alles dabei.

Pizza Hawaii gab es lei­der nicht. Es wurde aber eine Ver­sion mit Ana­nas und Dosen­pfir­si­chen mit dem schö­nen Namen „Cali­for­nia“ angeboten.

Bis zum Abwin­ken“ stimmt übri­gens, denn irgend­wann waren alle so voll­ge­fut­tert, dass Spre­chen dem Einen oder Ande­ren zu anstren­gend wurde.

Guten Hun­ger!

Balancete = Zwischenbilanz

Puh, jetzt bin ich wirk­lich schon ziem­lich lange in Flo­ripa und mein Por­tu­gie­sisch wird ste­tig besser.

Da nun auch die Hälfte des Sprach­kur­ses vor­bei ist, hat­ten wir die Mög­lich­keit unsere hof­fent­lich ver­bes­ser­ten Sprach­kennt­nisse in einem Zwi­schen­test unter Beweis zu stellen.

Es soll­ten vier Texte in vier ver­schie­de­nen Zeit­for­men ver­fasst wer­den. Ins­ge­samt habe ich unge­fähr 400 Wör­ter geschrie­ben. Echt beein­dru­ckend, wie viel man einer ande­ren Spra­che in nur knapp drei Mona­ten auf­neh­men kann.

Bevor der Sprach­kurs los­ging, legte ich damals auch einen Test ab, in dem ich quasi aus dem Stand 66% der Gesamt­punkte erreichte. Hof­fen wir also, das es dies­mal mehr sind!