LÄRM
Wenn ich Brasilien mit einem Wort beschreiben müsste, würde ich das vielleicht mit „laut“, „Lärm“ oder „Ohrenschmerzen“, sicherlich aber nicht mit „Ruhe“ tun.
Irgendwie ist es hier immer und überall laut. Altersschwache Autos, die aus der Frühsteinzeit zu stammen scheinen, röhrende Busse, hupende Fahrer, Autoradios, deren Lautstärkeknöpfe in Maximalstellung abgebrochen zu sein scheinen, und brüllende Klimaanlagen bilden eine impressionante Geräuschkulisse.
Auch Fenster oder Türen können die Schallwellen nicht stoppen, denn die taugen gerade mal um Regen, Wind und vielleicht auch Licht aufzuhalten. Teilweise klafft aber zwischen Fensterscheibe und Klimaanlage ein handbreiter Spalt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass man immermal wieder den Eindruck hat, der Bus würde durchs Büro statt auf der Straßen fahren.
Und als wäre das nicht genug, fahren ständig mit Boxen beladene, plärrende Autos oder Motorräder durch die Gegend und beschallen die Bürger mit nerviger, schnarrender, schlechtgemachter und vor allem lauter Werbung.
Falls jemand glaubt, dass sich der Lärmpegel am Wochenende oder nachts absenkt, muss ich ihn auch enttäuschen. Wenn die Straßen leer sind, versuchen die verbleibenden Fahrer unablässig durch überhöte Geschwindigkeiten die Geräuschkulisse nicht abreißen zu lassen.
Da wünsche ich mich ab und zu auf eine EINSAME Insel.

