Archiv vom Juni 2007

Abschiedsgrillen und baden

Oli­vier, Toch­ter einer Spa­nie­rin und eines Eng­län­ders, die in Bel­gien auf­ge­wach­sen ist und nun in Eng­land stu­diert, fliegt am Sonn­tag wie­der nach Hause (wo immer das dann ist…).

Da wir beide am glei­chen Por­tu­gie­sisch­kurs teil­neh­men bzw. –nah­men, tra­fen wir uns am Don­ners­tag zusam­men mit ande­ren Por­tur­gie­sisch­kur­teil­neh­mern und Anhän­gen zum Gril­len und gemüt­li­chen Plau­schen bei ihr in Barra de Lagoa. Dank des kato­li­schen Bra­si­li­ens wird hier Fron­leich­nam gefei­ert und  uns wurde ein lan­ges Wochen­ende geschenkt.

Bei Son­nen­schein, 20 — 25°C und leich­tem Wind lie­ßen es sich Chi­le­nen, Kolum­bia­ner, Bra­si­lia­ner, Deut­sche und auch eine Frau aus Gua­te­mala gut gehen.

Gegen Nach­mit­tag ver­ab­schie­de­ten Harald und ich uns dann um noch fix in den Atlan­tik zu hüp­fen. Die Sonne geht hier ziem­lich früh unter und dann wird es auch schnell emp­find­lich kalt. Solange sie aber zu sehen ist und nicht zu sehr von Wol­ken ver­deckt wird, kann man noch prima baden.

End­lich nähern sich die Tem­pe­ra­tu­ren auch den Gefühl­ten der Ost­see an und das Mehr bie­tet im Gegen­satz zum Hoch­som­mer eine wirk­lich Erfri­schung. Frei­lich, die Bra­si­lia­ner sehen das nicht so und stem­pel­ten uns mal wie­der als voll­kom­men durch­ge­knallt ab.

Es läuft.…

… naja, fast!

An die­sem Mitt­woch waren end­lich alle von mir end­wor­fe­nen Super­vi­sor („Reg­ler“ für mein Sys­tem, die dafür sor­gen, dass das auch nur das macht, was ich möchte) fertig.

Und was soll ich sagen? Ich bin begeis­tert! Ok, der Grei­fer schließt nicht per­fekt und mann muss die Teile selbst von einem Ort zum Ande­ren bewe­gen. Dies ist aber ein mecha­ni­sches Pro­blem des Motors und wird hof­fent­lich in den nächs­ten Tagen gelöst!

Tja, nun hoffe ich, dass es schnel­ler voran geht. Einige andere Super­vi­sor sind auf dem Papier schon fer­tig und müs­sen nun noch in das SPS-Programm gehäm­mert werden.

Und mal wie­der: Fro­hes Schaffen!

8,4 auf der Richterskala

Nein, keine Angst, es gab kein Erd­be­ben. Am Diens­tag haben wir unsere vor zwei Wochen abge­leg­ten Por­tu­gie­sisch­zwi­schen­tests zurückbekommen.

Zunächst ein­mal ließ uns Mar­cia, unsere Leh­re­rin, ziem­lich rund lau­fen, stellte alte und häu­fige Feh­ler an den Pran­ger und ließ jeden live seine dümms­ten Fehl­tritte an der Tafel berichtigen.

Danach herschte eine Stim­mung wie auf einer Beer­di­gung und einige hät­ten anschlie­ßend wohl lie­ber auf die Ergeb­nisse verzichtet.

Am Ende gab es die sehn­lichst erwar­tete Auf­lö­sung der Ergeb­nisse. Von bis zu 10 mög­li­chen Noten­punk­ten erreichte ich 8,4. Das ent­spricht 84%, eine 2 im deut­schen Noten­sys­tem, oder? Ok, so schlecht ist das doch gar nicht…

Streik und hungrige Zeiten

Die „fun­ci­onários“ also die Ange­stell­ten der Uni­ver­si­tät betei­li­gen sich seit die­sem Mon­tag an einem Gene­ral­streik. Das heißt, dass jetzt erst­mal alles still­steht, was von ihnen abhängt.

Die Biblio­thek ist genauso tot wie das geliebte Restau­rante Uni­ver­sitário, R.U. (Mensa). Keine Boh­nen mit Reis mehr. Schniiief! Jetzt muss ich ent­we­der selbst kochen, in ande­rer, bes­sere aber auch wesent­lich teu­rere Restau­rants gehen oder eben gar nichts mehr zum Mit­tag zu mir nehmen.

Ob die Pro­fes­so­ren sich even­tu­ell auch am Streik betei­li­gen, ist irgend­wie noch nicht raus. Infor­ma­tio­nen flie­ßen mehr als spär­lich und so bleibt mir abzu­war­ten. Abwar­ten, das kann sich lange hin­zie­hen. Beim letz­ten Mal wurde drei Monate gestreikt. Na da bin ich dann schon fast wie­der in Deutschland!

Tanzbein

Ges­tern Abend konnte ich end­lich mal wie­der meine beim Forró-Kurs erwor­be­nen Fähig­kei­ten unter Beweis stellen.

Mit Edi­leusa (Bra­si­lia­ne­rin), Laura (auch Bra­si­lia­ne­rin) und Bis­marck (Boli­via­ner) fuhr ich in den Tanz­club „La Ped­rera“. Dort spielte eine Live­band Forró.

Zuge­ge­ben, neben Bra­si­lia­ne­rin­nen sehe ich beim Tan­zen ziem­lich blass aus, aber diese bekom­men das ja auch mit der Muttermilch!

Dabei ist Flo­ripa kei­nes­wegs die Hoch­burg des Forró. Eigent­lich kommt der Tanz aus dem Nord­os­ten des Lan­des. Da bin ich ja mal auf Sal­va­dor gespannt!

Bis zum letzten Ende

Näm­lich zum süd­lichs­ten Strand der Insel! naufragados Emer­son, seine Freun­din Carini, Fabio, Harald (ein Deut­scher, erst vor kur­zem auf der Insel gelan­det) und ich wan­der­ten von der Bus­hal­te­stelle am Süd­ende der Rodo­via Bal­di­cero Filo­meno zum Strand Nauf­ra­g­ados.

Von dort hatte man einen wun­der­ba­ren Blick auf klei­nere vor­ge­la­gerte Inseln und die Fest­land­küste. Außer­dem konnte ein klei­ner, alter Leucht­turm bestaunt werden.

Am Ende gab es bei strah­len­dem Son­nen­schein noch ein Bier­chen in einer klei­nen Bar, bevor es auf rasan­ter und holp­ri­ger Fahrt wie­der zurück ging.

Pho­tos gibt es auf den Sei­ten 7 und 8 des Ord­ners Trilha, die Route hier.

Damit es nicht langweilig wird, …

… bin ich mal wie­der umge­zo­gen. labor_neu
Das ganze Insti­tut wurde in den letz­ten Mona­ten umge­baut und erweitert.

Nun ist der größte Teil fer­tig und nahezu alle Stu­den­ten sit­zen zusam­men in zwei Groß­raum­bü­ros mit schät­zungs­weise 50 Arbeits­plät­zen, mini Fer­tig­wän­den und jede Menge Rechnern.

Es sieht so aus, als würde ich an die­sem Platz jetzt auch bis zum Ende mei­nes Auf­ent­hal­tes blei­ben. Mal sehen.

Ach ja, das Groß­raum­büro ist durch zwei Glas­tü­ren mit jeweils zwei Schlös­sern gesi­chert. Beim Schlüs­sel­dienst um die Ecke begrüßt man mich schon per Hand­schlag und bald rei­chen die Schlüs­sel­ringe für eine Halskette.

Fro­hes Schaffen!