Wohlstand und Armut

Ihr wisst, dass es in Bra­si­lien in den meis­ten gro­ßen Städ­ten Armen­vier­tel, „Fave­las“, gibt. Zu trau­ri­ger Berühmt­heit brin­gen es die Vier­tel in Rio de Janeiro oder São Paulo immer wie­der, wenn Mel­dun­gen über Ban­den­kriege oder bür­ger­kriegs­ähn­li­che Kämpfe zwi­schen loka­len Ban­den und der Poli­zei um die Welt gehen.

Der Süden Bra­si­lien ist ver­gleichs­weise wohl­ha­bend und aus­ge­dehnte Fave­las fin­det man in den drei Bun­des­staa­ten des Südens, Rio Grande do Sul, Santa Cata­rina und Paraná, nicht.

Flo­ri­anó­po­lis, die Haupt­stadt Santa Cata­ri­nas, ist beson­ders wohl­ha­bend und zählt daher zu den teue­ren und vor allem siche­re­ren Städ­ten Bra­si­li­ens. Trotz­dem gibt es auch hier Men­schen, die unter der Armuts­grenze leben. Bis­her habe ich nur gele­gent­lich arme Men­schen auf der Straße gese­hen und wurde auch noch nicht angebettelt.

Als ich mir heute aller­dings eine Teig­ta­sche zum Mit­tag an einem klei­nen Kiosk neben der Uni kau­fen wollte, wurde ich von einem klei­nen Jun­gen nach Geld gefragt. Ich schätze ihn auf etwa 10 Jahre. Wäre in der Schule nicht bes­ser aufgehoben?!

2 Comments

  1. Thomas Says:

    Ver­mut­lich wäre der Junge in der Schule bes­ser auf­ge­ho­ben. Stellt Bra­si­lien denn eine kos­ten­lose Schul­bil­dung für jeden? Auf der ande­ren Seite ist viel­leicht sogar die Fami­lie auf die Bet­tel­ein­nah­men ange­wie­sen, so dass sie nicht mit­tel­fris­tig bis lang­fris­tig pla­nen kön­nen. Bet­teln bringt halt kurz­fris­tig Geld.

  2. Steffi Klinge Says:

    Hi Tho­mas,

    ja, in Bra­si­lien ist die Schul­bldung bis zur „mitt­le­ren Reife“ für alle kos­ten­los. Die Schule kos­tet also nichts, aber in der Schul­zeit „ver­die­nen“ die Kin­der eben auch nichts.
    Also schi­cken die Eltern ihre Kin­der (oder schlim­mer: orga­ni­sierte Ban­den) immer wei­ter zum Bet­teln solange es Men­chen gibt, die den Kin­der­au­gen nicht wider­stehe können.

    Aus Prin­zip gebe ich bet­teln­den Kin­der daher nichts.

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