Wohlstand und Armut
Ihr wisst, dass es in Brasilien in den meisten großen Städten Armenviertel, „Favelas“, gibt. Zu trauriger Berühmtheit bringen es die Viertel in Rio de Janeiro oder São Paulo immer wieder, wenn Meldungen über Bandenkriege oder bürgerkriegsähnliche Kämpfe zwischen lokalen Banden und der Polizei um die Welt gehen.
Der Süden Brasilien ist vergleichsweise wohlhabend und ausgedehnte Favelas findet man in den drei Bundesstaaten des Südens, Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná, nicht.
Florianópolis, die Hauptstadt Santa Catarinas, ist besonders wohlhabend und zählt daher zu den teueren und vor allem sichereren Städten Brasiliens. Trotzdem gibt es auch hier Menschen, die unter der Armutsgrenze leben. Bisher habe ich nur gelegentlich arme Menschen auf der Straße gesehen und wurde auch noch nicht angebettelt.
Als ich mir heute allerdings eine Teigtasche zum Mittag an einem kleinen Kiosk neben der Uni kaufen wollte, wurde ich von einem kleinen Jungen nach Geld gefragt. Ich schätze ihn auf etwa 10 Jahre. Wäre in der Schule nicht besser aufgehoben?!


Vermutlich wäre der Junge in der Schule besser aufgehoben. Stellt Brasilien denn eine kostenlose Schulbildung für jeden? Auf der anderen Seite ist vielleicht sogar die Familie auf die Betteleinnahmen angewiesen, so dass sie nicht mittelfristig bis langfristig planen können. Betteln bringt halt kurzfristig Geld.
Hi Thomas,
ja, in Brasilien ist die Schulbldung bis zur „mittleren Reife“ für alle kostenlos. Die Schule kostet also nichts, aber in der Schulzeit „verdienen“ die Kinder eben auch nichts.
Also schicken die Eltern ihre Kinder (oder schlimmer: organisierte Banden) immer weiter zum Betteln solange es Menchen gibt, die den Kinderaugen nicht widerstehe können.
Aus Prinzip gebe ich bettelnden Kinder daher nichts.