Archiv vom April 2008

Zeitplan oder Ordnung muss sein

Wer mich kennt, weiß auch von mei­ner Liebe zu Zeit­plä­nen und mei­nem Bestre­ben diese tat­säch­lich ein­zu­hal­ten. Neu ist nun, dass ich bei mei­ner Diplom­ar­beit ich nicht die Ein­zige mit die­sen Vor­lie­ben ist. Mein Betreuer und ich haben einen prima Zeit­plan auf­ge­stellt, der 20 der noch ver­blei­ben­den 22 Kalen­der­wo­chen bis Ende Sep­tem­der abdeckt. Da bin ich ja mal gespannt, ob das klappt!

Auf jeden Fall gibt es einen guten Über­blick, was noch zu tun ist und was schaff­bar ist. Dass ich am Ende jede Sekunde mei­ner zwei Puf­fer­wo­chen brau­che, ist mir jetzt schon klar. Aber irgend­wie ange­nehm, dass jetzt schon zu wissen/planen ;-) Außer­dem ist es mal etwas ganz neues, dass ich nicht die Ein­zige bin, die den Zeit­plan kennt und ver­sucht sich daran zu halten.

Von der Schwierigkeit in Irland Quark zu kaufen…

Oh mann… Falls ich noch ein­mal auf die Idee kom­men sollte einen Quark­ku­chen in Irland zu backen, soll mich bitte jemand davon abhalten!

Ich ver­brachte ganze 90 Minu­ten damit im Dun­nes (gro­ßer Super­markt um die Ecke) nach Quark zu suchen. Laut dem Onli­ne­wör­ter­buch leo heißt das auf „Farmer’s Cheese“, also Bau­ern­käse. Ich sprach mit ins­ge­samt vier Ange­stell­ten des Ladens und ver­sucht ver­zwei­felt zu erklä­ren, was ich will (best of):

  • Farmer’s Cheese!
  • Na dann schauen Sie doch mal beim Käse!
  • Das ist kein Käse. Das heißt auf eng­lisch nur so.
  • Warum heißt es denn so, wenn es kein Käse ist?
  • Keine Ahung, ist ja nicht meine Mut­ter­spra­che. Ich find’s auch blöd.
  • Mh, ein paar Stra­ßen wei­ter gibt es einen Bau­ern­markt. Habn Sie da schon­mal geschaut?
  • Es heißt nur so! Es hat nichts mit Käse und nichts mit Bau­ern zu tun!
  • Aber Sie sind sich sicher, dass es das gibt?
  • Klar… Es ist ein Milch­pro­dukt und… (Erklä­run­gen über die Herrstel­lung von Quark)
  • Ach ein Milch­pro­dukt! Na dann kom­men Sie mal mit. Die Milch steht doch hier drüben!
  • *seufz* Es ist keine Milch und hier habe ich schon geschaut…

Wir stan­den dann eine Weile vor dem Milch­re­gal und der Typ starrte ein­fach auf das Regal. Nach ca zwei Minu­ten habe ich ihn gefragt, ob er über­haupt irgend­eine Ahnung hat, was ich will. Er schüt­telte den Kopf, ich bedankte mich höf­lich für seine Hilfe und kaufte grie­chi­schen Joghurt.

I like the flowers…

… I like the daffodils…

osterglockeEs reg­net hier gerne, viel und zumin­dest sehr abwechs­lungs­reich: Die gefühlte Wahr­schein­lich­keit, dass es an einem Tag Hagel, Nie­sel­re­gen, Platz­re­gen, Schnee, Wind und zwi­schen­durch Sonne gibt, liegt bei ca 50%. Es wird ein­fach nicht langweilig!

Und den­noch scheint es Pflan­zen zu geben, denen die­ses Klima zu Gute kommt! Es sieht zum Bei­spiel so aus, als bie­tet das iri­sche Wet­ter eine ökolo­gi­sche Nische für Oster­glo­cken! Die wuchern ein­fach über­all in gelb, orange und weiß vor sich hin. Sogar auf den Mit­tel­strei­fen der Schnell­stra­ßen blü­hen sie um die Wette.

Na, und wenn Regen solch schöne Neben­wir­kun­gen hat, dann kann man ihn auch gleich bes­ser ertragen.

Aus und vorbei

schreiben_wdrKlar, dass der Name unse­res Pod­cast­kri­mis alles andere als was­ser­dicht war, war uns bewusst. Dass eine gewisse öffent­lich recht­li­che Sen­de­an­stalt sich bei uns mel­det mit der Bitte den Namen zu ändern, war auch abzusehen.

Dass man uns jedoch gleich mit einem Anwalt droht und uns eine lächer­li­che Frist von fünf Werk­ta­gen zum Ändern des Namens auf der Web­seite und in allen Audi­o­da­tein gibt, ist wohl eher nicht sehr entgegenkommend.

Wie auch immer, wenigs­tens stel­len wir offen­sicht­lich eine ernst zu neh­mende Kon­kur­renz zum Radio­Tat­ort dar (man kann ja mal nach „Tat­ort Pod­cast Krimi“ goog­len…), was uns eigent­lich auch schon wie­der ehrt, und wir haben uns ent­schlos­sen keine Fort­set­zung zu pro­du­zie­ren. Bei einem juris­ti­schen Streit hät­ten wir in jeder Hin­sicht einen mäch­ti­gen Geg­ner. Und es dar­auf ankom­men zu las­sen ist es ein­fach nicht wert.

Für mich tut sich damit wie­der ein­mal die Frage nach einem Hobby auf. Nach­dem die Sache mit dem Gos­pel Chor hier in Mayn­ooth sich auch mehr oder weni­ger erüb­rigt hat, brau­che ich nun mehr denn je eine andere krea­tive Alternative…

Cliffs of Moher und Burren

cliffsBei Nebel, grauem Him­mel und gele­gent­li­chem Nie­sel­re­gen wag­ten wir uns am Sonn­tag auf eine Tages­tour in den Bur­ren. Lei­der waren wegen eines Auto­ren­nens einige Stra­ßen gesperrt, wodurch die Hälfte unse­rer Tour ersatz­los aus­fiel. Dafür blieb dann mehr Zeit zum Mit­tag­es­sen und zum War­ten auf die ewig zu spä­ten Spa­nier und Iren im Bus.

Irgend­wie schaff­ten wir es aber trotz­dem zu den Cliffs of Moher. Diese beein­dru­cken­den Klip­pen süd­lich von Gal­way ragen einige hun­dert Meter nahe­zu­ker­zen­ge­rade aus dem Atlan­tik her­vor, oder fal­len schnur­ge­rade einige hun­dert Meter ab — wie man es sieht!

Durch den Nebel konnte man den tol­len Aus­blick zwar nur erah­nen, aber beein­dru­ckend und beängs­ti­gend war es dennoch.

Kylemore Abbey und Connemara

abbeyEin wei­te­rer Aus­flug der Inter­na­tio­nal Society brachte mich an die­sem Wochen­ende nach Gal­way an der West­küste Irlands. Am Sams­tag nahm ich an einer Tages­tour durch Con­ne­mara teil.

Bei die­si­gem Wet­ter ohne Regen (!) bahnte sich der Bus sei­nen Weg über kleine Stra­ßen durch das karge, trost­lose aber schöne Land nörd­lich von Gal­way. Hier wächst kaum etwas und so ist es nicht ver­wun­der­lich, dass die Men­schen vom Torf Ste­chen und Vieh­zucht lebten.

Auf dem Pro­gramm stand auch ein Besuch des Kylemore Abbeys, einer alten Abtei in der heute eine Mäd­chen­schule unter­ge­bracht ist. Als ich davor stand, hatte ich das Gefühl schon ein­mal dort gewe­sen zu sein. Wahr­schein­lich habe ich mal ein Foto des­sen in einem mei­ner zahl­rei­chen Irland­ka­len­der gehabt.

Radl

radLei­der konnte ich im hie­si­gen Fahr­rad­la­den kei­nen gebrauch­ten Draht­esel erste­hen und dachte schon, dass ich mir ein neues Rad kau­fen oder aus­lei­hen müsste. Gott sei Dank schenkte mir aber ein Kol­lege das alte Radl sei­ner Frau.

Mit neuen Brem­sen und auf­ge­päp­pel­ter Gang­schal­tung bringt mich die­ses Gefährt nun ohne unnö­ti­gen Aus­stoß von CO_2 von A nach B.

Dumm nur, dass hier ja Links­ver­kehr herrscht. Da ich ja so wie so schon links und rechts nicht gut unter­schei­den kann, kommt sicher­lich bald wie­der mein Bruch­pi­lo­ten­gen zum Vor­schein. Sta­tis­tisch gese­hen ist ein Fahr­rad­un­fall auch mehr als über­fäl­lig… Prost Mahlzeit!

Auf der lieblichen Wiese

zimmer_irlAm Mon­tag bin ich erfolg­reich in mein neues Zim­mer ein­ge­zo­gen. Irgend­wie erin­nert es mich an ein Hotel­zim­mer, aber ein schö­nes. Das Haus liegt in einer Straße, des­sen Name auf deutsch soviel wie lieb­li­che Wiese bedeu­tet. Ist das nicht ein gutes Zeichen?

Am Wochen­ende habe ich das Haus wohl immer für mich, da meine iri­schen Mit­be­woh­ner jede Woche pünkt­lich am Frei­tag Mit­tag nach Hause fah­ren. Es könnte defi­ni­tiv schlim­mer kommen!

Black Taxi

belfastDas Taxi, wel­ches wir am Sonn­tag Vor­mit­tag in Bel­fast bestie­gen, war zwar rot und nicht schwarz, aber wir wol­len mal nicht klein­lich sein. Auf der Black Taxi Tour durch die Stadt hielt der Fah­rer an meh­re­ren Punk­ten an, erklärte uns viele Hin­ter­gründe des Nord­ir­land­kon­flikts und zeigte uns geschichts­träch­tige Orte in teil­weise eher dunk­len Gassen.

Lei­der sprach der Herr einen recht star­ken nord­iri­schen Akzent, wes­halb ich nur unge­fähr die Hälfte ver­stand. Außer­dem pfiff der Wind kalt um die Häu­ser und mir klap­per­ten vor Kälte fast die Zähne. Viel­leicht sollte ich die Tour irgend­wann noch ein­mal machen: im Som­mer mit Simul­tan­überst­zer Nord­irisch -> Englisch!

Trotz­dem war die Fahrt durch West­bel­fast bet­rü­ckend und vor allem sehr inter­es­sant. Schon allein die mit Kon­ter­feien von gefal­le­nen Kämp­fern bemal­ten Mau­ern sind einen Besuch wert. Das Bewust­sein, dass die­ses Stück Geschichte immer­noch sehr jung ist, lässt einen dort auch nicht kalt. Man sieht ein­fach zu oft die Jah­res­zahl 2000…

Giant’s Causeway

causewayDie Legende besagt, dass einst der Riese Fionn mac Cum­haill (Finn McCool) einen Damm (Cau­se­way) baute um von Irland nach Schott­land zu gelan­gen. Dort wollte er gegen den Rie­sen Benan­don­ner kämp­fen. Als er ankam, fand er Benan­don­ner schla­fend und erschrak, da die­ser sehr viel grö­ßer war als er. Er floh zurück nach Irland und bat seine Frau Oonagh um Hilfe.

Oonagh erklei­dete ihn sogleich als Baby. Als Benan­don­ner dann nach Irland kam um Fionn her­aus­zu­for­dern, meinte Oonagh auf Fionn zei­gend er solle nicht so brül­len, da sonst Fionns Sohn erwa­che. Benan­don­ner war ent­setzt, als er dies ver­nahm. Wenn das Fionns Kind war, wie groß musste er selbst dann sein?

Benan­don­ner floh sogleich zurück nach Schott­land und zer­störte den Damm in der Hoff­nung Fionn mac Cum­haill nie­mals zu begegnen…

Soviel also zum mys­ti­schen Hin­ter­grund mei­nes Sams­tags :-D Fakt ist, dass die Inter­na­tio­nal Society einen Wochen­end­trip nach Bel­fast orga­ni­siert hatte. Also ver­ließ ich nach nicht ein­mal einer Woche die Repu­blik Irland schon wie­der und bestieg am Frei­tag Nach­mit­tag mit ande­ren Stu­den­ten aus Europa und den USA einen Bus. Nach ca. drei Stun­den befan­den wir uns bereits im Ver­ei­nig­ten König­reich. Diese klei­nen Dimen­sio­nen kom­men mir nach Bra­si­lien schon fast wit­zig vor!

Am Sams­tag nah­men die meis­ten von uns dann an einer Tages­tour zum Giant’s Cau­se­way teil. Auf dem Weg dahin besich­tig­ten wir aber auch die Bushmill’s Destil­lery und andere Dinge. Die Pho­tos könnt Ihr dies­mal auf Flo­ri­ans Flickr-Seite begutachten.