Archiv vom Juli 2008

Sonntagswetter

Gutes Wet­ter muss man nut­zen. Vor allem, wenn man in Irland lebt und schon fast ver­ges­sen hat, dass der Him­mel blau sein könnte. Wenn es dann auch noch gerade Sonn­tag ist, tut man gut daran, alles ste­hen und lie­gen zu las­sen und sich unver­züg­loch nach drau­ßen zu begeben.

Also raff­ten wir nach dem Früh­stück alles nötige zusam­men und spran­gen in den Bus nach Howth. Die­ser kleine Küs­ten­ort liegt am nörd­li­chen Ende der Dub­lin Bay auf einer klei­nen Land­zunge mit Hügel. Vom Gip­fel kann man bequem einen spi­ral­för­mi­gen Weg bis in den Ort hin­un­ter lau­fen und neben­bei die Aus­sicht genießen.

Frü­her als geplant kamen wir schon am Hafen an und beschlos­sen ob der frü­hen Stunde noch einen Zwi­schen­stop in Dub­lin ein­zu­le­gen. Im Bus tra­fen wir dann jedoch eine Horte Gae­lic Foot­ball–Fans, die uns ver­sich­ter­ten, dass man das gleich anste­hende Finale zwi­schen Dub­lin und Wex­ford auf gar kei­nen Fall ver­pas­sen dürfe.

Wir such­ten uns in Dub­lin einen schnu­cke­li­gen Pub (genauer gesagt das The Long Stone) und hoff­ten auf viele fröh­li­che Iren. Aber ent­we­der Dub­lin ist so klein und das Sta­gion so groß, dass sich alle dort befan­den, oder die Iren ver­fol­gen solch wich­tige Spiele lie­ber auf dem hei­mi­schen Sofa. Jeden­falls war der Pub so gut wie leer.

Random facts about Ireland (2)

  • Alle Steck­do­sen und Herde in Irland sind mit einem Schal­ter ausgestattet.
  • Elek­tro­herde in Irland sind nur an eine Phase ange­schlos­sen und lau­fen somit mit 220Volt.

Carton House

Manch­mal scheint auch die Sonne in Irland. Am Sonn­tag war so ein Tag. Da es auch ein regen­freier Tag war, krall­ten Flo und ich uns kur­zer Hand die Kamera und spa­zier­ten durch Maynooth.

Mayn­ooth ist nicht beson­ders groß und so ist man schnell aus dem „Stadt­zen­trum“ her­aus. Etwas außer­halb und über einen herr­li­chen Weg durchs Grüne (davon gibt es hier genug) erreich­bar, liegt das Car­ton House. Die­ses alte Her­ren­haus beher­bergt heute ein Nobel­ho­tel und auf dem umlie­gende Land ist ein gro­ßer, erst­klas­si­ges Golf­platz ange­legt. Der Gar­ten, der Golf­platz und ein prunk­vol­ler Flü­gel des his­to­ri­schen Hau­ses sind für die Öffent­lich­keit zugänglich.

Schließ­lich muss man gutes Wet­ter sofort aus­nut­zen. Dass es am nächs­ten Tag wie­der reg­net, ist ein unge­schrie­be­nes Gesetz.

Pray, sing and dance

Ganz dun­kel erin­nere ich mich noch an die Chris­ten­lehre, an der ich in Gen­t­hin als Schü­le­rin vor mehr als zehn Jah­ren teil­nahm. Dann zogen wir nach Man­gels­dorf und aus Taufe, Kon­fir­man­ten­un­ter­richt und Kon­fir­ma­tion wurde nichts. Statt des­sen gab es eine schöne, rote Jugend­weihe und das müh­sam ange­lernte Wis­sen über die Bibel ver­kam zunehmend.

Jetzt, da ich mich mit Leu­ten aus der hie­si­gen Kir­che sehr gut ver­stehe, erge­ben sich immer wie­der wun­der­bare Gesprä­che mit ihnen. Dabei merke ich immer wie­der, dass sie nicht, wie von mir ver­mu­tet, alle fel­sen­fest und zwei­fels­frei in ihrem Glau­ben sind.

Das ermu­tigte mich, an die­sem Sonn­tag dann auch an einem Got­tes­dienst teil­zu­neh­men. Man­che Gemein­de­mit­glie­der fin­den den Umstand, dass diese aus Man­gel an einem eige­nen Gebäude in einem Klas­sen­raum einer Grund­schule statt­fin­den, viel­leicht eher bedau­er­lich. Ich finde es gerade rich­tig. Eine viel­leicht noch pom­pös und Erfurcht ein­flö­sende Kir­che ver­schreckt mich eher als mich anzu­zie­hen. wer weiß, viel­leicht gehe ich mal häu­fi­ger hin…

USA">Besuch aus den USA

Unser Besu­cher­zim­mer wurde end­lich ein­ge­weit! Eine Gruppe von US-amerikanischen Stu­den­ten reist gerade für unge­fähr zwei Monate durch Irland und tut im Namen der Kir­che Gutes für andere Kirchen.

Bei der Kir­che in Mayn­ooth muss zum Bei­spiel das Büro reno­viert wer­den. Also rück­ten eine Horde Mädels für fünf Tage an und mach­ten sich mit Farb­ei­mern und Pin­seln an die Arbeit. Zwei der Hel­fe­rin­nen kamen bei uns im Gäs­te­zim­mer unter.

Zum Abschied am Frei­tag Abend lud eine gerade nach Mayn­ooth gezo­gene Fami­lie aus der Nähe von Chi­cago alle zum Gril­len ein und sorgte für einen sehr ange­neh­men Abend.