Archiv vom November 2008

Belfast Castle und Cave Hill

Bei fros­ti­gem, aber son­ni­gen Wet­ter erkun­de­ten wir am Sonn­tag den Cave Hill und das gele­gene Bel­fast Castle. Beim alten Schloss gibt es außer einer klei­nen Aus­stel­lung in der obers­ten Etage und einem klei­nen Schloss­gar­ten nicht viel zu sehen.

Aber man kann von dort aus einen ca 7km lan­gen Rund­weg auf den Cave Hill bewan­dern. Zwar war es wie gesagt schwei­ne­kalt aber der Weg ging Gott sei Dank teil­weise ziem­lich steil berg­auf. Da wurde man dann wie­der warm.

Am Gip­fel ange­kom­men hat man einen wun­der­ba­ren Aus­blick auf Bel­fast. Aber auch am Weges­rand gab es schöne Dinge zu sehen: Gras­halme und Büsche waren ver­eist und reflek­tier­ten das Son­nen­licht. Ein wenig erin­nerte mich die Wan­de­rung an das Mär­chen von der Schnee­kö­ni­gin bzw Bil­der aus einer Ver­fil­mung, die ich irgend­wann ein­mal gese­hen habe.

Update: Flo’s Pho­tos von dem Aus­flug gibt’s hier zu sehen.

Weihnachtsmarkt in Belfast

Gerade sind wir aus dem Urlaub zurück­ge­kom­men und nun müs­sen wir schon wie­der in Weih­nachts­stim­mung kom­men! Beim Aldi um die Ecke gibt es Weih­nachts­ge­bäck, der Advents­ka­len­der liegt bereit, Kol­le­gen gehen bereits in die Ferien und über­all klin­gen Weih­nachts­lie­der (ich sage nur „Last Christ­mas“ von Wham).

Eine wirk­lich schöne Sache der Vor­weih­nachts­zeit ist jedoch der Weih­nachts­markt. Und man wird es kaum glau­ben, aber in Bel­fast gibt es auch einen. Zwar ist das eher ein inter­na­tio­na­ler Essens­markt mit deut­scher Salami, Schwei­zer Käse, iri­schem Bier und Aus­tra­li­schem Känguru-Burger aber mal ganz ehr­lich: Bes­ser als nichts!

IKEA">IKEA

Lange fühlte ich mich als Aus­sät­zige, wenn ich im Freun­des­kreis beken­nen musste noch nie im Leben bei IKEA gewe­sen zu sein. Schließ­lich gab es immer noch ein paar brauch­bare Möbel für mein Zim­mer in Mag­de­burg, die irgendwo im Kel­ler herum standen.

An die­sem Sams­tag konnte ich meine Wis­sens­lü­cke aber end­lich stop­fen. Die Inter­na­tio­nal Stu­dents Society orga­ni­sierte mal wie­der einen Wochen­end­aus­flug nach Bel­fast. Weil Flo und ich den Giants Cau­se­way ja schon gese­hen hat­ten, pen­del­ten wir also am Sams­tag zum IKEA.

Es ist schon ganz prak­tisch und anspre­chend ein­ge­rich­tet aber am Ende ist es eben doch nur ein Möbel– und Ein­rich­tungs­haus, sodass ich den Hype nicht ganz ver­ste­hen kann.

Viel­leicht wäre mein Urteil auch posi­ti­ver, wenn wir end­lich eine große Pin­wand oder eine große, dünne Schaumgummi-Wand für unsere Welt­karte gefun­den hät­ten. Dafür haben wir aber ein gro­ßes Stück Pappe mit­ge­nom­men, auf wel­che wir hof­fent­lich bald die Karte anbrin­gen wer­den. Ich freue mich schon die ganze Zeit dar­auf, die Pins hineinzustecken!

Außer­dem erstan­den wir unter Ande­rem noch sechs Ener­gie­spar­lam­pen mit der fal­schen Fas­sung — na wunderbar…

Abgefackelt

Eigent­lich sollte die Mensa auf dem Nord­cam­pus in Mayn­ooth erwei­tert wer­den. Irgend­et­was lief am Frei­tag Mit­tag jedoch schief und die Mensa brannte statt­des­sen nie­der. Es gibt ver­schie­dene Gerüchte. Das Feuer könnte beim Schwei­ßen der Dach­pappe an der Bau­stel­len ent­stan­den oder genau am ande­ren Ende in der Küche aus­ge­bro­chen sein. Fest steht jedoch, dass das Dach unter der enor­men Hitze zusam­men­ge­bro­chen ist.

Jetzt ist nicht nur unsere Mensa dahin, son­dern auch die angren­zende Sport­halle fürs Erste geschlos­sen. Gott sei Dank wurde nie­mand verletzt.

Hier kann man sich ein Video davon anse­hen: Fire in Maynooth

Am Ende erin­nerte es mich jedoch stark an meine Zeit in Bra­si­lien. Ver­folgt mich da was?

Erntedankfest auf amerikanisch

Erntedankfest bei EdUnser Freund Ed hatte uns am Don­ners­tag zum Thanks­gi­ving–Essen (Ern­te­dank) ein­ge­la­den. Zwar lebt er schon seit fünf Jah­ren in Irland, aber zu Thanks­gi­ving kom­men wohl bei ihm die Erin­ne­run­gen an seine Hei­mat in Penn­syl­va­nia wie­der hoch.

Also haben wir alle Trut­hahn­vor­räte in Mayn­ooth auf­ge­kauft, einen lecke­ren Kür­bis­ku­chen geba­cken, einen Zent­ner Kar­tof­feln gekocht und am Ende viel zu viel geges­sen. (Was ja irgend­wie zu erwar­ten gewe­sen war.)

Jetzt kann Ed in den nächs­ten drei Wochen Thanksgiving-Reste essen. Das ist doch auch was…

Die Erschaffung der Erde…

… ver­tont in Haydns „Die Schöp­fung“ gab es am Mitt­woch Abend im Kon­zert­saal des Tri­nity Col­le­ges in Dub­lin auf die Ohren. Ein Kol­lege aus de Insti­tut singt im Chor und hatte am Mit­towch Mor­gen kurz­fris­tig die Wer­be­trom­mel gerührt.

Da ich mich ja jetzt schon so her­vor­ra­gend in Dub­lin aus­kenne, beschloss ich allein hin­zu­fah­ren. Das war eine gute Ent­schei­dung, denn das Kon­zert war wirk­lich sehr schön. Ich hörte kon­zen­triert zu und lauschte vor allem mal auf­merk­sam dem Text. Man muss schon sagen, dass die For­mu­lie­run­gen aus der Bibel zum größ­ten Teil sehr gewählt und gera­dezu poe­tisch daher­kom­men. (Oder Haydn hat sich die schöns­ten Stel­len her­aus gepickt.) Wie auch immer, jetzt bin ich in Sachen Schöp­fungs­ge­schichte wie­der infor­miert und wurde neben­bei auch noch gut unterhalten.

Übri­gens hän­gen im Saal rie­sige Gemälde der bedeu­tends­ten Söhne der Uni­ver­si­tät (zB. Jona­than Swift, der ja Gul­li­vers Rei­sen geschrie­ben hat). Außer­dem befand sich dort ein Gemälde eines Man­nes, der anhand der Bibel das genaue Datum der Schöp­fung der Erde „bestimmt“ hat (im Dezem­ber 4xxx B.C.). Lei­der weiß ich aber das genaue Datum und sei­nen Namen nicht mehr. Mann mann mann, was für ein Gedächtnis…

Und schon wieder Student…

Kaum habe ich mich in Mag­de­burg exma­tri­ku­liert bin ich schon wie­der eine ein­ge­schrie­bene Studentin!

Mit mei­nem Diplom­zeug­nis aus Deutsch­land und einer selbst ange­fer­tig­ten Über­set­zung ins Eng­li­sche konnte ich mich heute völ­lig uner­war­tet an der NUI Mayn­noth einchrei­ben. Was ist denn los? Erst so eine Welle machen, dass ich unbe­dingt (!) ein eng­li­sches Zeug­nis brau­che, und dann beim ers­ten reso­lu­ten „Wat ande­res jibt es nisch!“ ein­kni­cken?! Ich konnte es gar nicht fassen…

Heimatbesuch

Schon vor eini­ger Zeit hat­ten sich meine Mum und meine Oma zum Besuch in Mayn­ooth ange­me­det. (Schließ­lich muss man ja mal wis­sen, wo das Kind so wohnt! ;-) ) Sie mit uns ein schö­nes Wochen­ende in Irland bei gar nichts sehr iri­schem Wet­ter. (Nicht mal Dau­er­re­gen oder gar Nebel! Da bekommt man ja einen ganz fal­schen Eindruck…)

Am Sams­tag besich­tig­ten wir nach­mit­tags ereits alles, was man in Mayn­ooth zu sehen gibt. Am Sonn­tag fuh­ren wir dann zu dritt nach Dub­lin um uns die sym­pa­ti­sche Haupt­stadt anzu­se­hen. Dabei war ich erstaun­li­cher­weise das erste Mal ohne Flo­ria unter­wegs und schaffte es Dank Karte und Rei­se­üh­rer uns durch die Gas­sen und Stra­ßen zu loten.

Die kurz­wei­lige Zeit war lei­der viel zu schnell vor­bei. Dafür lie­ßen sie uns Unmen­gen von deut­schen Lebens­mit­teln hier: Frisch­hefe, Spe­ku­la­ti­us­ge­würz, Hirsch­horn­salz, ordent­li­che Sala­mie, Pfef­fer­minz­tee aus Omas Gar­ten und und und… Ein Jam­mer, dass sie nur Hand­ge­päck hatten!

Auf zu neuen Ufern! oder Es nimmt kein Ende!

Die meis­ten Men­schen haben nach der Schule erst ein­mal vom Ler­nen die Nase voll. Wer dann noch nicht genug hat, häng viel­leicht noch ein Stu­dium an und ist dann zufrieden.

Es gibt aber noch eine wei­tere Gruppe, näm­lich derer, die wohl nie genug bekom­men und auch noch gleich ein Dok­to­ran­den­stu­dium anhän­gen. Zu die­sen zähle ich mich ab heute auch (in der Hoff­nung, dass ich am Ende auch einen Dok­tor­ti­tel erhalte).

Dann und wann in Vietnam…

Zu guter Letzt führte uns unsere Reise nach Viet­nam. Schon bad merk­ten wir, dass dies ein wesent­lich tou­ris­ti­sche­rer Fle­cken Erde ist. Klar, ein wenig Aben­teu­er­stim­mung ging bei der orga­ni­sier­ten Tour zu den Cu-Chi-Tunneln (Tun­nel­sys­tem der Viet­kong in der Nähe von Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt) schon abhan­den. Aber das lag wohl auch an den unzäh­li­gen Tou­ris­ten und ihrem Foto­grin­sen neben B52-Kratern (Daumen-hoch– und Peace-Zeichen inclu­sive).  An der Shooting-Range, wo man für ca ein Dol­lar pro Kugel große und kleine Pis­to­len, Gewehre und sogar AK47 abfeu­ern kann, kam es uns dann schon hoch. Man bedenke, dass dies der meist bom­bar­dier­teste Fle­cken Erde ist…

Sai­gon war ok aber auch nicht gerade super toll. Es gibt zwar ein paar Sehens­wür­dig­kei­ten und inter­es­sante Museun, aber ansons­ten ist es auch nur eine große Stadt. Von dort aus ging es mit einem Bus in die Berge nach Dalat. Die Land­schaft ist sehr schön und erin­nert auch wegen des Kli­mas ein wenig an Europa. Wir mach­ten eine kleine „Easy-Rider“-Tour mit zwei Ein­hei­mi­schen und ihren Motor­rä­dern zu eini­gen Was­ser­fäl­len in der Nähe.

Von dort aus ging es wie­der mit einem Bus nach Nha Trang. Eigent­lich ist das ein belieb­ter Ort für Strand­tou­ris­ten. Zu denen zäh­len wir uns jedoch nicht und so waren wir nicht trau­rig, als wir nach gerade mal vier Stun­den Auf­ent­halt den Nacht­zug nach Danang nahmen.

Von Danang ging es mit dem Bus nach Hoi An (->). Die Stadt ist sehr alt und in sehr gutem Zustand. Nicht nur, dass die bereits beste­hen­den Häu­ser gepflegt wer­den, son­dern auch ein Bau­ver­bot für Häu­ser mit mehr als zwei Eta­gen hel­fen das beson­dere Flair zu erhal­ten. Neben eini­gen klei­nen Sehens­wür­dig­kei­ten ist Hoi An eines der Schop­ping Para­dise in Viet­nam: Lam­pen, Kla­mot­ten, Geschirr und co kann in gro­ßer Viel­falt und Menge erwor­ben werden.

Nach einem total ver­reg­ne­ten Tag in Hué und dem­ent­spre­chend einem ent­täu­schen­den Ein­druck des eins­tig mäch­ti­gen Palasts mit der ver­bo­te­nen Stadt fuh­ren wir mit einem Nacht­bus nach Hanoi. Gut, dass das die erste und letzte Fahrt mit einem Nachtbs war. Nach eini­gen Voll­brem­sun­gen und ris­kan­ten Über­hol­ma­nö­ver unse­res Kami­ka­ze­fah­rers war mir klar, dass ich dies nicht noch ein­mal tun würde.

Von Hanoi ging es gleich wei­ter zur Halong Bucht — das abso­lute High­light der Reise! End­los viele kleine Inselns, bizarre Sand­stein­for­ma­tio­nen, ver­steckte Strände, Meer, blauer Him­mel und Son­nen­schein (<-).Wir erkun­de­ten die Bucht und ihre Aus­läu­fer ganze drei Tage. Doch ich hätte locker län­ger blei­ben können.

Aber naja, die Zeit schwand und uns blie­ben nur noch wenige Tage um uns Hanoi anzu­se­hen. Zwar stand in unse­rem Reis­füh­rer, dass das Ho-Chi-Minh-Masoleum im Novem­ber geschlos­sen ist, doch wir hat­ten Glück. Das Maso­leum war offen und Flo­rian und ich sahen zum ers­ten Mal im Leben einen toten Men­schen. Die Atmo­sphäre war eine Mischung aus Gru­sel und Erhabenheit.

Update: Die Pho­tos sind nun auf Flo’s flickr-Account zu sehen.