Archiv vom März 2009

St. Patrick’s Day 2009

st_paddy_09Obwohl ich seit fast einem Jahr in Irland lebe, erlebte ich zum ers­ten Mal den St. Patrick’s Day hier. Eigent­lich woll­ten wir mit dem Zug nach Dub­lin fah­ren um die große Parade zu sehen. Lei­der gab es aber einen Son­der­fahr­plan und der erste Zug sollte erst ca eine Stunde vor Beginn der Parade in Dub­lin ankom­men (Ver­spä­tun­gen durch über­füllte Züge noch nicht eingeschlossen).

Um aber irgend­was zu sehen, muss man min­des­tens drei Stun­den vor­her da sein. Ansons­ten sieht man hin­ter den aus Lei­tern und dicken Boh­len selbst gebau­ten Tri­bü­nen der Dub­li­ner rein gar nichts. Also beschlos­sen wir uns die viel klei­nere und dafür echt iri­sche Parade in Mayn­ooth anzu­se­hen. Jeder Ver­ein (Blas­ka­pel­len und tra­di­tio­nel­ler Tanz ein­ge­schlos­sen), jede Orga­ni­sa­tion und jede kleine Firma aus der Region, die es sich leis­ten konnte, gestall­tete einen Wagen (Motto: Haupt­sa­che grün!) um ein wenig Wer­bung an den Mann und die Frau zu bringen.

Dank des schö­nen Wet­ters und dem anschlie­ßen­den, spon­ta­nen Gril­len auf unse­rem Bal­kon ein schö­ner, freier Tag. Mehr Fotos gibt es hier.

Zuckerhut?!.. ähm, ja

Sugar Loaf

Wenn man „Sugar Loaf“ höhrt denkt man an Rio, Sonne, Strand, die große Chris­tus Sta­tue (ja, ich weiß, dass die nicht auf dem Zucker­hut steht), Cai­pi­rinha, ath­le­ti­sche junge Män­ner in Bade­ho­sen und ras­sige Frauen in Biki­nis — aber ganz sicher nicht an einen klei­nen Hügel im ewig grauen, reg­ne­ri­schen Irland.

Aus mir nicht bekann­ten Grün­den nennt sich eine Erhö­hung süd­lich von Dub­lin mit schö­nem Aus­blick auf die iri­sche Küste „Sugar Loaf“. Um zu über­prü­fen, ob diese Namens­ge­bung gerecht­fer­tigt ist, beschlos­sen 16 Kol­le­gen aus dem Hamil­ton Insti­tut ihm einen Besuch abzustatten.

Für Irland war das zwar win­dige und kühle aber tro­ckene Wet­ter als ein Glücks­fall, für Rio wäre es eine Kata­stro­phe gewe­sen. Aber wir sind nichts ande­res gewöhnt und schlu­gen uns mutig durch die iri­sche Land­schaft. Auf dem Gip­fel belohn­ten wir uns mit Whisky, Brow­nies und hei­ßem Tee.

Fots gibt es hier.

Guinness Storehouse

Bereits ein Wochen­ende nach unse­rem Deutsch­land­be­such beka­men wir Besuch von mei­nem Bru­der und sei­nem Schwie­ger­va­ter. Da wir in den letz­ten Jah­ren irgend­wie nie rich­tig Zeit hat­ten in Ruhe aus­gie­big zu quat­schen war das eine wun­der­bare Mög­lich­keit mal wie­der ein wenig aufzuholen.

Am Sams­tag mach­ten wir außer­dem einen klei­nen Stadt­rund­gang durch Dub­lin und besuch­ten die Guin­ness Brau­er­rei (bzw das Museum). Ich gebe zu, dass der satte Ein­tritts­preis von über 10€ abschreckt, aber am Ende der wirk­lich sehr gelun­ge­nen Aus­stel­lung bekommt man in der Gra­vity Bar ein fri­sches Guin­ness und kann den Aus­blick über Dub­lin genießen.

Seit neuem darf man eine Etage wei­ter unten wahl­weise auch sein eige­nes Guin­ness zap­fen, was mein Bru­der sogleich aus­pro­bierte. Durch einen Zufall wurde ihm dafür aber nicht sein Geträn­ke­gut­schein abge­nom­men und wir konn­ten ein Pint mehr als geplant trin­ken. Auf nüch­ter­nen Magen, um 2 Uhr nach­mit­tags und nach ca vier Stun­den durch die Stadt wan­deln war das aber keine so furcht­bar gute Idee…

Heimaturlaub

Da wir zu Weih­nach­ten ja nicht zu Hause waren, hol­ten wir dies mit ca zwei mona­ti­ger Ver­spä­tung Ende Februar nach. Aber auch an vier vol­len Tagen ist es irgend­wie nicht mög­lich alle Fami­li­en­mit­glie­der in Ruhe zu besu­chen. Ohne Ter­min­ka­len­der wäre es erst gar nicht durch­führ­bar — und dabei besteht meine Fami­lie gerade mal aus 10 Per­so­nen, die alle mehr oder weni­ger am sel­ben Ort leben, und 4 in Ber­lin. Wie machen das Men­schen, die neben drei Geschwis­tern auch noch 3 Tan­ten, Onkel, 7 Cou­si­nen usw. haben?

Trotz des Stres­ses ist es das aber immer wie­der wert. Wo sonst bekommt man sonst echte, leckere Döner als in Ber­lin, ver­nünf­ti­gen Scho­ko­pud­ding als beim deut­schen Aldi, den unver­gleich­li­chen Duft nach Land­wirt­schaft als in Man­gels­dorf, Haus­mans­kost als bei Oma und über­haupt lecke­res Brot als in good old Ger­many? Eben, also bis zum nächs­ten Hei­mat­be­such im Juni!