Tandem -> Deutschkurs

So schnell kann es gehen.…

Anfang des Jah­res unt­e­hielt ich mich zufäl­lig mit einem mexi­ka­ni­schen Kol­le­gen dar­über, wie schnell man Fremd­spra­chen ver­lernt, wenn man sie nicht regel­mä­ßig benutzt. Es stellte sich her­aus, dass er viele Jahre deutsch gelernt hatte und seine Sprach­kennt­nisse lang­sam weni­ger wur­den. Wir star­te­ten also ein klei­nes Deutsch-Spanisch-Tandem und tra­fen uns zwei Mal in der Woche um uns gegen­sei­tig die Hür­den und Schön­hei­ten unse­rer Mut­ter­spra­che näher zu bringen.

Nach einer Weile bekam ein pol­ni­scher Kol­lege, der sowohl flie­ßend spna­isch als auch deutsch spricht, davon mit und kam ein­fach hinzu. Irgend­wie war immer mehr die Rede von Stef­fis Deutsch­kurs und inzwi­schen haben sich eine tür­ki­sche Kol­le­gin und ein ira­ni­scher Kol­lege dazu­ge­sellt. Also bereite ich jede Woche eine Deutsch­stunde für zwei Anfän­ger und zwei Fort­ge­schrit­tene vor und trai­niere so meine didak­ti­schen Fähigkeiten.

Ok, ich gebe Deutsch­un­ter­richt und nicht Semi­nare in Rege­lungs­tech­nik. Aber Erklä­run­gen für Dinge zu fin­den, die für mich völ­lig logisch sind, und diese ver­ständ­lich zu ver­mit­teln, übt auf jeden Fall. Aus­ge­spro­chen gut hel­fen da Erin­ne­run­gen an Kon­zepte aus Sprach­kur­sen, die ich selbst besucht habe. Außer­dem lerne ich mal wie­der viel über meine Mut­ter­spra­che. Kennt ihr zum Bei­spiel ein paar Regeln, wann wel­cher Fall benutzt wird, wisst ihr noch, was noch mal starke und schwa­che Ver­ben sind, und erin­nert ihr euch, wie das Part­zip II gebil­det wird?

Offen­sicht­lich bin ich damit noch nicht aus­ge­las­tet. Denn als ich einem argen­ti­ni­schen Freund davon erzählte, for­derte er erfolg­reich einen Pri­vat­kurs über Skype ein. Also mache ich ein mal pro Woche noch einen klei­nen Fern­kurs — aber ich kann ja mein Mate­rial aus dem Hamil­ton­kurs wei­ter benutzen.

5 Comments

  1. Ulf Says:

    Ich war letz­tens in einer aehn­li­chen Situa­tion. Ich musste erklae­ren, warum es heisst „Man sagt etwas Gutes“ anstatt „Man sagt etwas Gut“.

    Nach ca. einer Stunde habe ich mich dafuer ent­schie­den, dass es sich bei „Gutes“ wohl um den Singular-Akkusativ der star­ken Dekli­na­tion eines sub­stan­ti­vi­schen Adjek­ti­ves handelt.

    Ich war scho­ckiert als ich gese­hen habe, wie hilf­los ich da als Nicht­mut­ter­sprach­ler sein wuerde, der nicht schon intui­tiv die Loe­sung kennt. Ich musste ja nur noch den rich­ti­gen Weg durch das Gram­ma­tik­wirr­warr fin­den — nur bin mir nicht­mal sicher, ob meine Loe­sung stimmt.

  2. Friedi Says:

    Also mir fal­len da nur die Deutsch­stun­den 5. Klasse mit Frau Lend­ner ein:

    Prä­po­si­tio­nen, die den Dativ erfordern:mit, nach, bei, von, zu, aus, seit, außer

    Prä­po­si­tio­nen, die den Akku­sa­tiv erfor­dern: durch, für, ohne, um, gegen, wider

    Prä­po­si­tio­nen für Dativ/Akkusativ je nach Fall [sta­tisch („Wo?“) -> Dativ; dyna­misch („Wohin?“) –> akku­sa­tiv]: an, auf, über, unter, vor, zwischen

    aber es befas­sen sich auch Pro­fis damit:
    *http://www.schyren-gymnasium.de/gramm/
    *http://www.staff.amu.edu.pl/~taborek/grammatik/index.html
    http://www.eisinger-schmidt.de/grammatik/g_verbform.htm

    *g*

    Liebste Grüße an Alle,

    Friedi

  3. Steffi Says:

    Friedi:
    1, setzen!

  4. Friedi Says:

    *g*
    schlimm, dass eigent­lich nur noch das stumpf aus­wen­dig gepaukte von der Schule hän­gen geblie­ben ist… ;)

  5. Steffi Klinge Says:

    Jupp, stimmt. Ich wusste noch, dass es da Lis­ten gibt, kam aber über mit-nach-an-bei-von-zu-aus nicht hin­aus. Und bei den Ver­ben, die ohne Prä­po­si­tion funk­tio­nie­ren, wusste ich es ein­fach nicht mehr.

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