Archiv vom Juni 2009

Endlich mal Glendalough

Oglendaloughbwohl ich schon lange genug in Mayn­ooth lebe und die Wick­low Moun­tains nur einen Kat­zen­sprung ent­fernt sind, habe ich es jetzt nur dank Len­kos Besuch geschafft durch das Zwei-Seen-Tal (irish: Glen­da­lough) zu wandern.

Mit dem Miet­auto schau­kel­ten wir über die kar­gen Land­stra­ßen Irlands und kamen nach mini­ma­len Umwe­gen auf dem rich­ti­gen Park­platz im Natur­schutz­ge­biet an.

Mit Mut im Blut ent­schie­den wir uns für die längs­ten Wan­der­route, die um beide Seen herum führt und einen recht stei­len Auf­stieg beein­hal­tet. Der Aus­blick war die Mühen wert und obwohl es den gan­zen Tag nach Regen aus­sah, blieb es trocken.

Mehr Bil­der gibt es hier.

ISSC in Dublin

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Wäh­rend sich die Welt­elite der Rege­lungs­tech­nik auf der Ame­ri­can Con­trol Con­fe­rence traf, fuhr ich zur Irish Signals and Sys­tems Con­fe­rence nach Dub­lin. Lei­der beschäf­tigte sich ein gro­ßer Teil der Anwe­sen­den mit der Ver­ar­bei­tung von Mul­ti­me­dia­si­gna­len und traf damit nicht ganz mei­nen Nerv. Dafür hat­ten sich die Red­ner mei­nes Erach­tens bes­ser vor­be­rei­tet als ich es von der ACM SAC im letz­ten Jahr in Erin­ne­rung hatte.

Ach ja, ich durfte mal wie­der ein Pos­ter vor­be­rei­ten — ich liebe Pos­ter! Vor allem aber liebe ich die offen­sicht­li­che Nei­gung die über­zo­ge­nen Vor­trags­zei­ten mit kür­ze­ren Pos­ter­ses­si­ons aus­zu­glei­chen. Warum macht man sich über­haupt die Arbeit?

Den­noch bereue ich meine zwei Tage in Dub­lin nicht, denn die Keyno­tes waren echt klasse. Der Codie­rungs­ex­perte Simon Singh gab zum Bei­spiel einen Vor­trag zum bes­ten und hatte eine echte Enigma (mit deut­scher Beschrif­tung und Rei­ni­gungs­an­lei­tung) dabei.

Hektik, Stress und doch immerwieder schön

Hei­mat­ur­laub, was sonst?

Was kann man alles an einem Wochen­ende (bzw 2.5 Tagen bzw inner­halb von ca 66 bis 70 Stun­den) unter­neh­men? Wenn man gut plant und zur Not auf Schlaf ver­zich­tet, eine ganze Menge:

  • Ein­kau­fen (z.B. Pud­ding­pul­ver, Rote Grütze and andere Grundnahrungsmittel)
  • Kochen (Kar­tof­feln mit Quark muss reichen!)
  • Essen
  • Wein Was­ser trin­ken und Män­ner­ge­schich­ten Neu­ig­kei­ten austauschen
  • schla­fen (na gut, eine Nacht muss sein)
  • nach Gen­t­hin sausen
  • mit Fami­lie tref­fen und mit 50% der Fami­lie Wei­ber­tag ver­an­stal­ten (ganz wich­tig: Kla­mot­ten vor­füh­ren und aus­tau­schen, Kuchen essen, übers andere Geschlecht läs­tern beraten)
  • nach Ber­lin sausen
  • Pfar­rer tref­fen und essen (schon wieder!)
  • schla­fen (ausnahmsweise)
  • Got­tes­dienst und Taufe
  • Essen (Wurde ja auch wie­der Zeit!)
  • Holo­caust­mu­seum besich­ti­gen und durch die Bun­des­haupt­stadt tingeln
  • schla­fen (nötig!)
  • zurück flie­gen
  • und ab ins Büro.…

Bitte wählen!

briefwahlOder: Stell dir vor es ist Demo­kra­tie und kei­ner geht hin.

Hier die häu­figs­ten Aus­re­den, warum man­che mei­ner Mit­men­schen nicht zur Euro­pa­wahl gehen wol­len und meine spon­ta­nen Ant­wor­ten darauf:

- Die haben doch eh nichts zu sagen.
-> 1. Falsch. 2. Fin­dest du das gut? Sollte das Euro­pa­par­la­ment mehr oder weni­ger zu sagen haben? Bitte wähle die ent­spre­chende Partei!

- Ist doch eh egal, die machen doch eh alle das Glei­che!
-> Wenn das so wäre, bräuch­ten wir das Par­la­ment ja nicht oder könn­ten die natio­na­len Regie­run­gen und Par­la­mente abschaf­fen. Und, warum ste­hen dann auf mei­nem Wahl­schein dann 31 Par­tein zur Auswahl?

- Das ist mir zu weit weg! oder: Was hab ich denn mit Europa zu tun?
-> Wenn man mit­wäh­len darf, ist man wohl in einem Land der EU wahl­be­rech­tigt und lebt dort sogar meist sogar. Was ist denn zum Bei­spiel mit dem  Euro oder dem unkom­pli­zier­ten  Arbei­ten im EU-Ausland? Soll Deutsch­land entwa aus der EU aus­tre­ten? Oder ist die EU vie­leicht doch gar nicht so nutz­los? Bitte ent­spre­chend wählen.

- Ich weiß ja gar nicht, was die da über­haupt machen.
-> Wes­sen Schuld ist das jetzt noch­mal genau? Für einen schnel­len Über­blick in kur­zer Zeit, emp­fehle ich den Wahl-o-Mat.

Zuge­ge­ben, diese Argu­mente sind nicht gerade gut durch­dacht, die Liste ist ein­sei­tig und unvoll­stän­dig. ABER: Geht trotz­dem wäh­len und schreibt mir ein­fach böse Kommentare.

Für Euro­päer (zB Deut­sche), die im Aus­land (zB Irland) woh­nen: Wer im euro­päi­schen Aus­land wohnt, kann sich aus­su­chen, ob er im Hei­mat­land oder im Land des Wohn­or­tes wäh­len möchte. Eine ent­spre­chende Anme­dung bzw Regis­trie­rung zur Wahl bei den örtli­chen Behör­den im Gast­land ist möglich!

Ich habe mich ent­schlos­sen in Deutsch­land zu wäh­len. Obwohl ich nicht mehr dort gemel­det bin und dem­ent­spre­chend nicht auto­ma­tisch eine Wahl­be­nach­rich­ti­gung bekomme, darf ich den­noch bei Europa– und Bun­des­tags­wah­len meine Stimme abge­ben. (Was das pas­sive Wahl­recht angeht, bin ich lei­der überfragt.)

Dazu musste ich von der Web­seite des Bun­des­wahl­lei­ter einen vier­sei­ti­gen Antrag (zwei­fa­che Aus­füh­rung und viel Platz für amt­li­che Ver­merke, also gar nicht so schlimm) her­un­ter laden, aus­fül­len und zu der Behörde schi­cken, wo ich zuletzt in Deutsch­land gemel­det war. Vor einer Woche bekam ich dann wie ver­spro­chen meine Breif­wahl­un­ter­la­gen zugeschickt.

Für die Bun­des­tags­wahl gilt die Glei­che Pro­ze­dur. Wer in der glei­chen Situa­tion ist wie ich, hat noch bis zum 6. Sep­tem­ber Zeit sich seine Stimme zu sichern.

Also, wer meckern will, soll auch wäh­len gehen!

Edit: Wer sich noch mal erin­nern las­sen möchte, was zum Bei­spiel gerade in Deutsch­land so los ist und warum Poli­tik doch nicht so weit weg ist, lese bitte Ulfs Blog! Die ange­spro­che­nen The­men betref­fen zwar deut­sche Poli­tik, aber sie geben mal nen Anhalts­punkt nach­zu­den­ken. Danke.