Bitte wählen!
Oder: Stell dir vor es ist Demokratie und keiner geht hin.
Hier die häufigsten Ausreden, warum manche meiner Mitmenschen nicht zur Europawahl gehen wollen und meine spontanen Antworten darauf:
- Die haben doch eh nichts zu sagen.
-> 1. Falsch. 2. Findest du das gut? Sollte das Europaparlament mehr oder weniger zu sagen haben? Bitte wähle die entsprechende Partei!
- Ist doch eh egal, die machen doch eh alle das Gleiche!
-> Wenn das so wäre, bräuchten wir das Parlament ja nicht oder könnten die nationalen Regierungen und Parlamente abschaffen. Und, warum stehen dann auf meinem Wahlschein dann 31 Partein zur Auswahl?
- Das ist mir zu weit weg! oder: Was hab ich denn mit Europa zu tun?
-> Wenn man mitwählen darf, ist man wohl in einem Land der EU wahlberechtigt und lebt dort sogar meist sogar. Was ist denn zum Beispiel mit dem Euro oder dem unkomplizierten Arbeiten im EU-Ausland? Soll Deutschland entwa aus der EU austreten? Oder ist die EU vieleicht doch gar nicht so nutzlos? Bitte entsprechend wählen.
- Ich weiß ja gar nicht, was die da überhaupt machen.
-> Wessen Schuld ist das jetzt nochmal genau? Für einen schnellen Überblick in kurzer Zeit, empfehle ich den Wahl-o-Mat.
Zugegeben, diese Argumente sind nicht gerade gut durchdacht, die Liste ist einseitig und unvollständig. ABER: Geht trotzdem wählen und schreibt mir einfach böse Kommentare.
Für Europäer (zB Deutsche), die im Ausland (zB Irland) wohnen: Wer im europäischen Ausland wohnt, kann sich aussuchen, ob er im Heimatland oder im Land des Wohnortes wählen möchte. Eine entsprechende Anmedung bzw Registrierung zur Wahl bei den örtlichen Behörden im Gastland ist möglich!
Ich habe mich entschlossen in Deutschland zu wählen. Obwohl ich nicht mehr dort gemeldet bin und dementsprechend nicht automatisch eine Wahlbenachrichtigung bekomme, darf ich dennoch bei Europa– und Bundestagswahlen meine Stimme abgeben. (Was das passive Wahlrecht angeht, bin ich leider überfragt.)
Dazu musste ich von der Webseite des Bundeswahlleiter einen vierseitigen Antrag (zweifache Ausführung und viel Platz für amtliche Vermerke, also gar nicht so schlimm) herunter laden, ausfüllen und zu der Behörde schicken, wo ich zuletzt in Deutschland gemeldet war. Vor einer Woche bekam ich dann wie versprochen meine Breifwahlunterlagen zugeschickt.
Für die Bundestagswahl gilt die Gleiche Prozedur. Wer in der gleichen Situation ist wie ich, hat noch bis zum 6. September Zeit sich seine Stimme zu sichern.
Also, wer meckern will, soll auch wählen gehen!
Edit: Wer sich noch mal erinnern lassen möchte, was zum Beispiel gerade in Deutschland so los ist und warum Politik doch nicht so weit weg ist, lese bitte Ulfs Blog! Die angesprochenen Themen betreffen zwar deutsche Politik, aber sie geben mal nen Anhaltspunkt nachzudenken. Danke.
Mach mal aus dem aktiven Wahlrecht ein passives Wahlrecht
.
Ich habe in Stuttgart mal einen Vortrag von Prof. Bergmann besucht. Er beschaeftigt sich mit Europarecht. Jedenfalls hat er ueberlegt, welche Gesetze heutzutage noch nicht von europaeischer Seite her beeinflusst sind. Ich glaube, das einzige was ihm eingefallen ist waren Beerdigungsregularien, also wo man Friedhoefe aufbauen darf. Das ist noch Nationalsache. Alles andere wird entweder ganz auf europaeischer Ebene entschieden, oder Europa legt zumindest den nationalen Spielraum fest. Und wir haben gerade festgestellt, dass die deutschen Bauern sich darueber aergern, dass die Franzosen weniger Dieselbesteuerung haben, d.h. das der nationale Spielraum noch viel zu gross ist.
Härrlisch Steffi,
Europa? Was ist Europa nochmal gleich? War ich da schonmal in Urlaub? Und dafür kann man wählen? Hm, klingt gar nicht so schlecht, mehr all-u-can-eat*hotels und mehr strand, dafür geh ich dann also mal wählen.
prost auf den wahlomat
da simmer dabei, datt is prima…
lg
nico
Danke Ulf!
Immer noch kein neuer Blog-Eintrag.
Schade
an Anne: neu laden!
[…] aber: Wie ich bereits im Juni in Bezug auf die Europawahl erwähnt hatte, muss man sich als Auslandsdeutscher für die Teilnahme bei der Bundestagswahl in […]