Archiv vom September 2009

Angeber!

Ich weiß, ich weiß, aber ich hab mich so gefreut: Steffi Klin­ges Stu­di­en­leis­tun­gen wer­den mit dem Fakul­täts­preis der FVST FEIT 2009 geehrt!

Mehr gibt es da eigent­lich schon nicht mehr zu sagen, denn wegen mei­nes Bau­ches darf ich nicht zur Ver­lei­hung am 8. Okto­ber in Mag­de­burg im Rah­men der fei­er­li­chen Imma­tri­ku­la­tion  flie­gen. Viel Spaß dem Rest!

Wahlparty

Lei­der habe ich immer­noch kei­nen neuen Pass mit mei­nem neuen Namen und musste dem­ent­spre­chend zur Bot­schaft in Dub­lin. Als ich die nöti­gen Infor­ma­tio­nen, was man alles in wel­cher Form und Anzahl mit­brin­gen muss, auf der Web­seite durch­las, ent­deckte ich außer­dem den Hin­weis, dass die Bot­schaft zusam­men mit dem Goethe-Institut eine Wahl­party orga­ni­siert. Aha, eigent­lich eher scherz­haft fragte ich Flo, ob wir da nicht hin­ge­hen woll­ten und er stimmte erfreu­li­cher­weise zu.

Also fuh­ren wir am Wahl­sonn­tag mit dem Zug nach Dub­lin und bega­ben uns zum Goethe-Institut. Wir müs­sen doch sehr deutsch aus­se­hen, denn wir wur­den sofort auf deutsch begrüßt und zum über­aus deut­schen Buf­fet geschickt: mit War­stei­ner Bier, deut­schem Wein, ech­ten Lau­gen­bre­zeln, Brot, Salami, Schmalz und aller­hand mehr. Ein Schmaus!

Erfreu­lich unkom­pli­ziert kamen wir auch mit Bot­schafts­mit­ar­bei­tern und dem Bot­schaf­ter selbst ins Gespräch. Es erga­ben sich einige sehr inter­es­sante und lockere Gesprä­che, die sich natür­lich zum größ­ten Teil um das Leben in Irland, Deutsch­land und die Wahl­er­geb­nisse drehten.

wahlpartyObwohl Flo­rian und ich uns Dank des sonn­täg­li­chen ‚Stres­ses‘ (Got­tes­dienst, Tee trin­ken und quat­schen, danach Mit­tag essen im Pub) keine Umfra­ge­er­geb­nisse mehr ange­se­hen hat­ten, nah­men wir natür­lich trotz­dem an dem klei­nen Gewinn­spiel teil: Jeder sollte einen Tipp für die Stimm­ver­tei­lung bei der ers­ten Hoch­rech­nung von 18:30 abge­ben. Ich legte mun­ter drauf los und ver­gab aufs Gera­te­wohl Stim­men. Als ich bereits fast allen Par­teien Pro­zente sogar mit einer Nach­kom­ma­stelle (!!) ver­ge­ben hatte, fiel mir ein, dass es am Ende (incl. der Sparte ‚Sons­tige‘) 100% erge­ben sollte. Arx, ca. zwei Minu­ten Kopf­rech­nen waren erfor­der­lich um auf die ver­blei­ben­den Anteile für die FDP zu kom­men. Aber was soll ich sagen.… Ich habe ein­fach so gewon­nen und war natür­lich unbe­rech­tig­ter Weise total stolz auf mich, schließ­lich war es pures Glück, wenn ich ehr­lich bin. Ich bekam übri­gens einen sehr schö­nen Bild­band mit Pho­tos und Tex­ten zu allen 16 Bun­des­län­dern. Vie­len Dank dafür!

Wäh­rend ich außer­dem durch die deut­schen Bücher in den Wühl­kis­ten stö­berte, machte Flo­rian mal wie­der flei­ßig Pho­tos, von denen es auch drei auf die Bot­schafts­web­seite geschafft haben. Tja und was soll ich sagen… Irgend­wie ergab es sich dann im Gespräch (gerade als wir los woll­ten und uns beim Bot­schaf­ter und einem Mit­ar­bei­ter für die gelun­gene Feier und die Ein­la­dung bedank­ten), dass wir für den nächs­ten Sams­tag (3.10., da war doch was…) zu einem Emp­fang ein­ge­la­den wurde. Flo soll ein paar Bil­der machen und ansons­ten gibt es echte Thü­rin­ger Brat­würst­chen und mit Sicher­heit einige span­nende Gespräche.

Where is my vote?!

Ehr­lich gesagt weiß ich nicht so recht, ob ich euch diese Geschichte hier erzäh­len soll. Bevor ich also beginne, möchte ich klar stel­len, dass ich kei­nes­wegs irgend­je­man­den ankla­gen oder dif­fa­mie­ren möchte. Die ganze Sache finde ich jedoch nicht nur der­ma­ßen skur­ril, dass ich sie gerne mit euch tei­len möchte, son­dern ist auch mit einem mir wich­ti­gen, per­sön­li­chen Anlie­gen ver­bun­den. hjh

Jetzt aber: Wie ich bereits im Juni in Bezug auf die Euro­pa­wahl erwähnt hatte, muss man sich als Aus­lands­deut­scher für die Teil­nahme bei der Bun­des­tags­wahl in ein Wäh­ler­ver­zeich­nis ein­tra­gen. Den erfor­der­li­chen Antrag habe ich also aus­ge­füllt und zusam­men mit dem Antrag für die Euro­pa­wahl im März bei mei­ner zustän­di­gen Mel­de­be­hörde abgegeben.

Nach­dem ich Flo­rian damit lange genug auf die Ner­ven gegan­gen war, füllte auch er sei­nen Antrag end­lich aus und schickte ihn im August ein. Als wir dann aus Spa­nien zurück kamen, erwar­te­ten uns Flo­ri­ans Wahl­un­ter­la­gen in unse­rem Brief­kas­ten. (Neben­bei: Er bekam sogar Unter­la­gen für Bür­ger­meis­ter– und Land­tags­wahl, was ich nicht ganz nach­voll­zie­hen kann.)

Ich war­tete wei­ter­hin auf ent­spre­chende Post für mich und wurde lang­sam unru­hig. Schließ­lich muss man die Unter­la­gen so zurück schi­cken, dass sie spä­tes­tens am Wahl­sonn­tag bis 18 Uhr ankom­men. Als ich am Mitt­woch immer­noch keine Post hatte, war mir klar, dass ich die Unter­la­gen — wenn sie denn noch kämen -  kei­nes­falls recht­zei­tig zurück schi­cken könnte. Selbst im bes­ten Fall braucht die Post zwei Tage um in Deutsch­land anzukommen.

Ich ging davon aus, dass viel­leicht meine Namens­än­de­rung einen neuen Antrag erfor­dert hätte oder die Post mei­nen Brief ein­fach ver­schlampt hatte. Den­noch war ich neu­gie­rig und schrieb ges­tern Abend eine Email an die Behörde. Ehr­lich über­rascht war ich, als ich heute Vor­mit­tag dann  bei einem Gespräch mit einer der Mit­ar­bei­te­rin­nen erfuhr, dass meine Unter­la­gen in einem der Büros lagen und ver­ges­sen wor­den waren.

Das Wahl­recht ist ein wich­ti­ges und geschätz­tes Gut der Demo­kra­tie und so bot man mir an, die Unter­la­gen auf Kos­ten der Behörde per Express­zu­stel­lung inner­halb jeweils 24 Stun­den hin und zurück zu schi­cken oder, falls dies nicht mög­lich sein sollte, einen Mit­ar­bei­ter per­sön­lich mit den Unter­la­gen her und wie­der zurück flie­gen zu lassen.

Schnell war klar, dass die Express­zu­stel­lungs­lö­sung nicht mög­lich ist, weil ich mor­gen den kom­plet­ten Tag im Kran­ken­haus in Dub­lin ver­brin­gen darf und höchst wahr­schein­lich meine Unter­la­gen nicht recht­zei­tig bis 16 Uhr 30 zurück schi­cken kann. Was danach raus­geht, kommt selbst mit UPS erst am Mon­tag an, weil sie sonn­tags nicht zustel­len. Lei­der sieht das deut­sche Wahl­recht auch nicht vor in einer deut­schen Bot­schaft zu wäh­len, was ich tele­fo­nisch in Dub­lin herausfand.

Es blieb also nur die Mög­lich­keit, dass ent­we­der Flo­rian meine Unter­schrift fälscht, für mich das Kreuz macht und mor­gen alles recht­zei­tig zurück schickt oder dass tat­säch­lich jemand per­sön­lich aus Deutschand zu mir kommt. (Ich selbst darf nicht mehr flie­gen.) Wie mir die Dame in der Bot­schaft ver­si­cherte, ist dies immer­noch güns­ti­ger für den deut­schen Steu­er­zah­ler, als wenn ich den Staat wegen Mani­pu­la­tion oder Unre­gel­mä­ßig­kei­ten anzeige. Von Seite der deut­schen Behörde wurde mir außer­dem ver­si­chert, dass die anfal­len­den Mehr­kos­ten immer­noch gering im Ver­gleich mit den ‚unge­nutz­ten‘ Kos­ten sind, die für die vie­len Nicht­wäh­ler in Deutsch­land auf­ge­wandt werden.

Nach eini­gem Über­le­gen habe ich mich dazu ent­schie­den unter die­sen Umstän­den von mei­nem Wahl­recht bei die­ser Bun­des­tags­wahl nicht gebrauch zu machen. Die anfal­len­den Kos­ten für den Steu­er­zah­ler und die CO2-Emission kann ich nicht mit mei­nem Gewis­sen ver­ein­ba­ren. (Noch­mal zum Mit­schrei­ben, falls jemand da was falsch ver­stan­den hat: Das war meine freie Ent­schei­dung und ich hätte wäh­len können.)

Ich bin jedoch abso­lut beein­druckt, wie wich­tig, gera­dezu hei­lig, das Wahl­recht in Deutsch­land ist, dass sogar sol­che Lösungs­mög­lich­kei­ten in Betracht gezo­gen und ohne Zwei­fel durch­ge­zo­gen wor­den wären, falls ich dies gewünscht hätte.

Jetzt also zu mei­nem Anlie­gen: Ich bitte DICH, lie­ber Leser, ja genau DICH zu wäh­len. Ich weiß, dich inter­es­siert Poli­tik eigent­lich nicht, du denkst, alle machen so wie so alles glei­che und eine Stimme ist doch eh ver­nach­läs­sig­bar. Geh trotz­dem wäh­len, und wenn es nur für mich ist. Was du wählst, kann und darf ich natür­lich nicht vor­schrei­ben, weil wir ja Wert auf eine geheime und freie Wahl legen. Geh trotz­dem wäh­len und schau zur Not vor­her auf www.wahl-o-mat.de vor­bei. Ich erwün­sche erwarte ein­fach ein gewis­ses Maß an Soli­da­ri­tät von mei­nen Lesern. Danke!

Stollensünde

_IMG_0105_maxJedes Jahr ärgere ich mich dar­über, dass es Mitte Sep­tem­ber bereits Weih­nachts­ge­bäck zu kau­fen gibt und schimpfe wie ein Rohr­spatz über die Voll­idio­ten, die den Sch*** auch noch kaufen.

Tja, was soll ich sagen… Ich gestehe… Ja, ich war’s… Ich konnte nicht wider­ste­hen… Es hat mich ein­fach über­kom­men! Ich wollte es gar nicht, ehr­lich! Hor­mone und so, ihr wisst schon.…

P.S.: Aber ehr­lich, es war soooooo lecker…!

P.P.S.: Weiß jemand, ab wann es Leb­ku­chen gibt.…?

Namenszirkus

Wer im Aus­land lebt und sich außer­dem mit einer frem­den Lan­des­spra­che kon­fron­tiert sieht, muss sich daran gewöh­nen, dass der eigene Name nicht sehr üblich oder gar unbe­kannt ist. So weit so gut, damit kann ich leben.

Es ver­blüfft mich jedoch immer wie­der, wie­viele fal­sche und durch­aus krea­tive und amü­sante Varia­tio­nen eines ein­zi­gen Namens erfun­den wer­den kön­nen. Hier das best of:

Steffi:

Anfangs kam es vor, dass Men­schen Ste­wfi schrie­ben, weil ich mei­nen Namen gele­gent­lich statt S T E F F I mit S T E ‚dou­ble F‘ I buch­sta­bierte. Ok, viel­leicht ist ja meine Aus­spra­che nicht so super, also ver­meide ich das jetzt und ärgere mich gele­gent­lich nur über eigen­mäch­tige Ver­län­ge­run­gen mei­nes Names zu Ste­pha­nie, Ste­fa­nie oder Stefany.

Flo­rian:

Dass Flo­rian tat­säch­lich ein männ­li­cher Vor­name ist, scheint schwer zu glau­ben zu sein und so bekommt er immer wie­der mal Post für Mrs oder Miss Flo­rin oder Flo­rina. Sogar bei der Bank, wo er per­sön­lich da war um ein zwei­tes Konto zu eröff­nen bekam er danach Unter­la­gen für die fik­tive Miss Florin(a). Die Bank ist so wie so ein Experte in Sachen Namen. Unglaub­lich aber wahr: Die Namens­fel­der im Com­pu­ter­sys­tem für den Namen des Kon­to­in­ha­bers, Kon­takt­adresse und Name auf der Bank­karte schei­nen intern nicht mit­ein­an­der ver­bun­den zu sein, denn zwei die­ser drei auf­ge­führ­ten Namen waren unter­schied­lich falsch.

Auch mein Nach­name wurde bei glei­cher Gele­gen­heit von der glei­chen Bank in Kingle (hat so was roya­les…) abge­än­dert. Dabei haben wir unsere Namen nur ein ein­zi­ges Mal in gro­ßen Druck­buch­sta­ben ange­ge­ben. Also wenn schon zu dumm zum Abtip­pen, dann doch bitte immer der glei­che Feh­ler. Das wäre wenigs­tens konsequent!

Übri­gens han­delte es sich bei der Aktion um ein neues, gemein­sa­mes Konto für uns beide. Obwohl wir ja bereits Kun­den bei der Bank sind und auch die Kon­to­da­ten unse­rer sepa­ra­ten Kon­ten anga­ben, war es offen­sicht­lich nicht mög­lich die dort rich­tig ange­ge­be­nen Namen zu kopieren.

Klinge:

Das trau­rige High­light die­ser Geschichte ist jedoch meine Kor­re­spon­denz mit dem für das ‚Mother-and-child-scheme‘ ver­ant­wort­li­che Amt für soziale Fra­gen. Um wäh­rend der Schwan­ger­schaft kos­ten­los in den Genuss von Kon­troll­un­ter­su­chun­gen zu kom­men, schickte ich einen Antrag, der natür­lich wie­der mit gro­ßen Druck­buch­sta­ben aus­ge­füllt war, an die ent­spre­chende Stelle.

Als ich nach acht Wochen immer­noch kei­nen Schwan­ger­schafts­pass hatte, füllte ich den Antrag ein zwei­tes Mal (wie­der Druck­buch­sta­ben) aus und war­tete wei­tere drei Wochen bis ich in der Behörde anrief und meine Daten am Tele­fon (Name buch­sta­biert, K like King, L like.…) hinterließ.

Etwa wei­tere zwei Wochen spä­ter bekam ich in kur­zem Abstand drei Briefe der Behörde glei­chen Inhalts (Antrag ange­nom­men, bla bla) an drei ver­schie­dene Ver­sio­nen mei­nes Namens: Klinge (sehr gut, ja! yip­pieh!), Klin­gie (nagut, man hat sich bemüht) und Klinmge (ähm, ja).

IMG_0108Das schönste war aller­dings, der letzte Coup: Als wir aus Spa­nien zurück kamen, fischte ich einen Umschlag an Ms S. Velije aus dem Brief­kas­ten. Wie erwar­tet ent­hielt er Schwan­ger­schafts­pass und Begleit­schrei­ben Num­mer vier. Die ein­zige Erklä­rung für diese Tota­lent­glei­sung ist, dass jemand ver­sucht hat, meine Unter­schrift abzu­tip­pen. Aber soll­ten denn nicht alle Anträge schon längst mit einer der vor­he­ri­gen Namens­ver­sio­nen abge­hef­tet sein? Und warum tippt man bitte eine Unter­schrift ab, wenn drei Zei­len wei­ter oben der Name in Druck­buch­sta­ben steht? Haben die da nur Prak­ti­kan­ten und Analphabeten????

Eigent­lich müsste ich meine Namens­än­de­rung ange­ben aber ich glaube, ich möchte gar nicht wis­sen, wie sehr man Knorn ver­stüm­meln kann.

Seit eini­ger Zeit schreibe ich nur noch mit dem Com­pu­ter geschrie­bene Briefe und hebe den Namen mit einem ent­spre­chen­den Ver­merk in fett her­vor statt irgendwo anzu­ru­fen. Das ist zwar teil­weise etwas müh­se­lig und kost­spie­li­ger als ein kur­zer Anruf, aber es funktioniert.…

Die letzte (und erste) Paella

_IMG_0092_maxBevor man wie­der in die kuli­na­ri­sche Wüste Irlands abreist muss man ein­fach noch ein­mal den Gau­men ver­wöh­nen. Es wäre fast schon ver­werf­lich gewe­sen Spa­nien zu ver­las­sen ohne eine Paella geges­sen zu haben. Also nichts wie auf zum nächs­ten Touri-Restaurant und vor dem Abflug noch eines der Natio­nal­ge­richte verspeisen.

Ich hatte mir das echt schön vor­ge­stellt: ein letz­ter Strand­spa­zier­gang, Füße in den Wel­len, das Rau­schen des Mee­res, Sonne im Gesicht. Statt­des­sen war es unge­müd­lich kühl und feucht, es sah so aus, als würde es jeden Moment erneut reg­nen, und weder Sonne noch Men­schen waren zu sehen. Natür­lich blie­ben auch wie­der viele Restau­rants geschlossen.

Aber mal ehr­lich, wäre ein bes­se­rer Raus­schmei­ßer mög­lich gewe­sen? So war die Umstel­lung in Irland dann nicht so schlimm.

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Alicante im Regen

_DSC9809_maxAli­cante ist bekannt­lich eine große Stadt im Süden Spa­ni­ens mit vie­len Tou­ris­ten und Strän­den. Eigent­lich ein guter Ort um den Urlaub in der Sonne und in Stra­ßen­ca­fés aus­klin­gen zu lassen.

Lei­der reg­nete es. Damit meine ich nicht einen nied­li­chen Nie­sel­re­gen oder ver­gleich­bare, ver­nach­läs­sig­bare Wet­ter­phä­no­mene. Ich meine Sturz­re­gen, Bäche von oben, ein­fach ganz viel Was­ser in kur­zer Zeit auf wenig Fläche.

Die Stra­ßen ver­wan­del­ten sich in kür­zes­ter Zeit in Was­ser­bah­nen und wir hat­ten wie­der­ein­mal Glück, dass wir recht­zei­tig in unse­rer Unter­kunft ange­kom­men waren und dort neben zuvor ein­ge­kauf­ten Lebens­mit­teln auch eine Küche vor­fan­den. Denn wie bereits in Valen­cia ist nicht der Regen an sich ein Pro­blem (es gibt ja Jacken, Schuhe und zur Not Hand­tü­cher und Föne), son­dern die Men­ta­li­tät an Regen­ta­gen quasi die Bür­ger­steige hoch­zu­klap­pen und alle Bars und Restau­rants zu schließen.

Gegen Abend hatte sich das Unwet­ter dann wie­der ver­zo­gen und wir konn­ten den letz­ten Abend wenigs­tens noch mit einer Piña Colada aus­klin­gen lassen.

Linguistische Experimente in Cartagena

_DSC9708_maxWäh­ren wir nicht zufäl­lig an die­sem Lokal in Car­ta­gena vor­bei­ge­kom­men, wäre der Besuch die­ser Hafen­stadt unspek­ta­ku­lär, fast schon lang­wei­lig wer­den können.

Die Stadt berei­tete sich wohl schon auf die Audi-Regatta am nächs­ten Tag vor oder die Bewoh­ner hat­ten ob des grauen Him­mels Angst vor dem dro­hen­den Regen­guss. Jeden­falls waren die Stra­ßen so gut wie men­schen­leer und viele Lokale waren geschlossen.

Aber dann kamen wir an die­sem Haus vor­bei und konn­ten wenigs­tens herz­lich lachen.

Almería

_DSC9574_maxNach so viel Kul­tur­gut, Kunst und Geschichte woll­ten Flo­rian und ich noch ein wenig die spa­ni­sche Land­schaft, die Sonne und vor allem den Strand genie­ßen und ver­brach­ten zwei Nächte in Alemría.

Alme­ría selbst ist eine recht tou­ris­ti­sche Stadt mit einer schö­nen, alten Burg ober­halb der Stadt. Obwohl sie nach dem Besuch der Moschee in Cór­doba und der Alham­bra in Gra­nada uns nicht beson­ders beein­druckte, so war es doch eine schöne Wan­de­rung durch die Gas­sen der Alt­stadt zur Burg und ein schö­ner Aus­blick auf die Stadt und das Meer.

_DSC9632_maxAm nächs­ten Tag war dann aber end­lich Strand ange­sagt und Flo und ich genos­sen Meer und Sonne in Cabo de Gata. Die­ses Natur­schutz­ge­biet kann mit vie­len ver­hät­nis­mä­ßig ein­sa­men Strän­den und Buch­ten aufwarten.

Lei­der ist der Sand­strand eher grau als weiß oder gelb und die Vege­ta­tion wegen der Tro­cken­heit im Sep­tem­ber aus­ge­trock­net und größ­ten­teils braun. Den­noch war es schön, end­lich ein wenig Sonne zu tan­ken und dem Rau­schen der Wel­len zu lauschen.

Alles Tapas oder was?

_DSC9480_maxIn vie­len spa­ni­schen Bars ist es üblich mit einem Bier oder Glas Wein auch einen klei­nen Tel­ler mit einer tapa (klei­ner Snack) zu bekom­men. In eini­gen Loka­len kann man sich die Tapas aus einem Menu aus­wäh­len, in ande­ren Bars und Knei­pen muss man neh­men, was man bekommt.

Wenn man also sowohl Hun­ger als auch Durst hat, kann man sich prima mit die­sen tapas ernäh­ren und neben­bei viele kleine, abwechs­lungs­rei­che Lecker­ein der Region genießen.

Lei­der muss man aber auch ein Getränk pro tapa trin­ken, was sich je nach Hun­ger schlecht auf Gehirn und Leber aus­wirkt. Schwan­gere, Kin­der un tro­ckene Alko­ho­li­ker dür­fen übri­gens auch ein Was­ser, Saft oder Brause zur tapa genie­ßen — Glück gehabt!