La Alhambra de Granada
Laut Wikipedia ist die Alhambra in Granada das meistbesuchte Monument in Europa - also vor Tower Bridge, Eifelturm, Brandenburger Tor, Akropolis, Kolosseum und der Klosterkirche Jerichow?!?!
Weil es wegen der Besucherströme nicht zu jeder Zeit möglich ist einfach am Eingang aufzukreuzen und die Bauten und Gärten zu besuchen, verbrachten wir den ersten Tag zunächst in den Gassen Granadas und genossen unter anderem den Sonnenuntergang über der Stadt mit Blick auf die Alhambra.
Um die Alhambra zu besichtigen kann man Tickets im Internet, bei Reisebüros oder an der Kasse vorbestellen. Auf jedem Ticket ist außerdem vermerkt, in welchem 30-Minuten-Zeitfenster man berechtigt ist die beliebtesten Teile der Anlage (Palacios Nazaries) zu besichtigen und ob man den Rest vormittags oder nachmittags besuchen kann. Mindestens ca. 2000 Tickets sind jedoch täglich morgens an der Kasse zu erwerben.
Weil Florian und ich uns zu spät um Tickets gekümmert hatten, mussten wir um 6 Uhr im dunkeln aufstehen um ab um 7 Uhr anzustehen. Ok, wenn wir um 7:45 oder 8 Uhr da gewesen wären, hätte es wahrscheinlich auch ausgereicht, aber zumindest die Mitarbeiter in unserer Unterkunft und unser Reiseführer hatten uns 7 Uhr empfohlen. Na, besser als umgekehrt.
So bekamen wir Tickets für den ersten Einlass in die Palacios Nazaries um 8:30 und konnten die Schönheit der Anlage noch ohne Horden von Touristen genießen.
Wiedermal war ich von der unvergleichlichen Schönheit und Schlichtheit der unzähligen Ornamente, Muster und Verzierungen fasziniert. Obwohl in vielen Räumen kein Quadratzentimeter Stein unbehauen oder unverziert ist, wirkt es niemals überladen.
Die Gärten sind sehr schön angelegt, werden offensichtlich gut gepflegt und ihnen verlaufen sich die Besucher ziemlich gut. So kann man immernoch ein wenig von der Bedeutung dieses Ortes spüren. Wenn man einen Moment innerhält und die Gedanken schweifen lässt, kann man sich schon fast zurück in die Zeit versetzen als die Anlage in ihrer Blüte stand.
Der Süden Spaniens war bekanntlich lange von Arabern besetzt/beherrscht und diese hinterließen natürlich neben ihrer Kultur auch viele Bauwerke wie zum Beispiel die große Moschee in Córdoba. Bereits die Fassade lässt vermuten, dass es innen nicht nur angenehm schattig und kühl sein muss, sondern, dass einen hier eine ganz andere Architektur als die der christlichen Welt erwartet.
Wirklich schade aus meiner persönlichen architektonischen und ästhetischen Sicht ist, dass die Spanier Córdoba zurück eroberten. Ihnen fiel nämlich nichts besseres ein, als mitten in die Moschee eine prunkvolle, meines Erachtens überladene, christliche Kirche bzw Kathedrale zu setzen. Auch wenn ich selbst Christin bin, empfand ich den Anblick als unverzeihlichen Fauxpas der Architekturgeschichte — meine Meinung.
Durch das Hinterland Spaniens, durch Olivenhaine, mit Ausblicken auf alte Burgen und Schlösser, vorbei an weißen und gelben Bauernhäusern und durch verträumte Täler… da macht das Auto fahren Spaß.
Auf den Spuren Don Quichotes (ja, der Depp mit den Windmühlen…) schlugen wir uns tags darauf durch Castilla-La Mancha bis nach Úbeda.
Auf dem Weg von Valencia nach Albacete wählten wir am nächsten Tag die landschaftlich schöne Strecke durch die Berge über Alcalá del Júcar.
Dafür schlenderten wir ein wenig am Flüsschen entlang und beobachteten ältere Herren beim Plausch im Schatten.
Wenn es in Irland auf den Winter zugeht und man sich mit langen, dunklen und feuchten Monaten konfrontiert sieht, gibt es nichts besseres als einen kleinen Abstecher in ein sonnenverwöhntes Land zu machen.
