Nobel, nobel
Wie bereits berichtet waren Florian und ich am Tag der Einheit zu einem Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters in Dublin eingeladen. Da ließen wir uns natürlich nicht lumpen, zogen unsere besten Sachen an, was noch passt, und begaben uns ganz standesgemäß mit der Bahn zum Anwesen des Botschafters.
Sämtliche Botschafter in Dublin sowie die irischen Minister und der Premierminister waren eingeladen. Wer ankam begrüßte zunächst den Gastgeber und anschließend andere wichtige Persönlichkeiten. Dabei gilt es eine strickte Etikette einzuhalten, wer wann, in welcher Reihenfolge begrüßt und anspricht — etwas, wo ich natürlich wieder komplett versagt habe. Zum Beispiel habe ich das Gespräch mit dem koreanischen Botschafter viel zu locker mit einem „I’m Steffi, nice to meet you.“ (oder so) begonnen anstatt des angebrachten „It’s an honour to meet you, your excellency.“ Ich konnte ja nicht wissen, dass er der Botschafter ist. (Zuvor waren mir auch ‚normale‘ Botschaftsmitarbeiter über den Weg gelaufen.) Doch Florian rettete die Situation mit eben diesem Satz und seinen umfassenden Kenntnissen über Südkorea. Der Botschafter schien mir das Ganze sowieso nicht übel zu nehmen. Trotzdem ist es irgendwie komisch, wenn man beim Vorstellen auf ein „I’m the ambassador of … .“ nur „I’m a German citizen / PhD student from Maynooth.“ erwidern kann.
Nach ein paar Minuten hatte ich mich so gut es ging auf diese Situation eingestellt und hoffe danach derlei Fehler vermieden zu haben. Eigentlich waren alle Menschen, mit denen ich im Laufe des Abends ins Gespräch kam, auch nur Menschen und es ergaben sich viele ungezwungene und sehr interessante Gespräche. Jetzt weiß ich zum Beispiel, wie man an einen Job in der Botschaft kommt und wo die Kinder einiger Militärs zur Uni gehen.
Fazit: Sehr interessanter, herausfordernder, lehrreicher und wirklich schöner Abend. Jeden Tag wäre mir das sicher zu anstrengend aber das muss man echt mal erlebt haben.