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Stunde der Wahrheit

Heute musste ich mich in die Höhle des Löwen wagen: Die münd­li­che Por­tu­gie­sisch­prü­fung bei mei­ner Sprach­leh­re­rin Már­cia stand an. Der Rest hatte das am Frei­tag nach der schrift­li­chen Prü­fung schon hin­ter sich gebracht, was Dank mei­ner ande­ren Prü­fung nicht mög­lich war.

Wenn ich mich zusam­men­reiße und kon­zen­triert dar­auf achte, keine spa­ni­schen Wör­ter zu benut­zen, geht das doch ganz gut. Eine halbe Stunde auf por­tu­gie­sich bei vol­ler Kon­zen­tra­tion war aber ziem­lich anstren­gend und ich war auch froh, als es dann erst­mal wie­der vor­bei war.

Danach wur­den dann die Noten bekannt gege­ben. Obwohl der zweite Test über den Sub­jun­tivo hätte bes­ser sein kön­nen, wurde es am Ende doch noch eine 9! Yip­pieh! Ab Sep­tem­ber kann ich mir dann auch ein Zer­ti­fi­kat abholen.

Müll und Umweltverschmutzung auf der Trauminsel

ilhasc Ist das nicht ein tol­ler Anblick? Ja, auch die Bra­si­lia­ner wei­sen immer wie­der gerne dar­auf hin, wie traum­haft es hier ist. Da muss ich wirk­lich zustim­men. Ich frage mich nur, warum sie die­sen Natur­schatz dann nicht schützen?!

Wenn ein Bus an einem vor­bei­fährt, steht man in einer unge­lo­gen schwar­zen, stin­ken­den Wolke. Die Autos und LKW sind auch nicht viel besser.

An jeder Ecke bekommt man Plas­tik­tü­ten für alles und jedes was man kauft. Wenn man zB eine Packung Käse, ein Päck­chen Milch und ein mal Scham­poo kauft, bekommt man das Ganze unge­fragt in 4(!) Tüten ver­packt in die Hand gedrückt. Eine Tüte für den Käse, zwei für die Milch, denn eine könnte ja rei­ßen und zusam­men mit dem Käse, würde sie die­sen viel­leicht zer­drü­cken. Und das Scham­poo bekommt auch eine Extra­tüte, weil es kein Lebens­mit­tel ist.

Bei dem klei­nen Lebens­mit­tel­markt um die Ecke ken­nen sie mich lang­sam und haben auch end­lich akzep­tiert, dass ich meine Ein­käufe unsor­tiert und ohne Tüte in mei­nen Ruck­sack ste­cke, auch wenn dann der ein­ge­schweiste Käse neben dem Scham­poo liegt.

Außer­dem gibt es alles in Plas­tik­fla­schen (natür­lich ohne Pfand), in vie­len Kaf­fees bekommt man die Getränke in Plas­tik­be­chern ser­viert und viele Leute nut­zen eine rie­sige Menge von Plas­tik­tel­lern und –bechern, wenn sie Besuch habe, weil das Geschirr meist nicht ausreicht.

Kein Wun­der also, das man stän­dig Müll her­um­lie­gen sieht und ich bis­her an jedem Strand auf die­ser Insel min­des­tens eine Fla­sche und eine Plas­tik­tüte gefun­den habe.

Strom spa­ren ist hier auch nicht wirk­lich ein Begriff, aber dar­über lass ich mich jetzt nicht aus…

Testmarathon am Freitag, den 13.

portugiesischkursSo lang­sam geht das Semes­ter hier zu Ende, die Kurse wer­den been­det, die ers­ten Stu­den­ten und Pro­fes­so­ren ver­ab­schie­den sich in die Ferien.

Heute früh um 8 traf sich also mein Por­tu­gie­sisch­kurs zum gemein­sa­men Früh­stück. Auf dem Bild seht ihr Már­cia unsere Leh­re­rin aus Flo­ripa, Rosa aus Spa­nien, mich, Isa­bela aus Chile und Lury aus Kolum­bien. Außer­dem sahen wir end­lich das Ende des bra­si­lia­ni­schen Fil­mes „O homen que copi­ava“ („The man who copied“ bzw „Der Mann, der kopierte“), den wir stück­chen­weise wäh­rend des Semes­ters gese­hen hat­ten. Die­ser wun­der­bare Film hat viele uner­war­tete Wen­dun­gen und eine super Story. Ich kann ihn nur empfehlen!

Danach ging es dann ans Ein­ge­machte: Wir brach­ten unse­ren Abschluss­test über die drei For­men des Sub­jun­tivos hin­ter uns und ich muss wirk­lich sagen: Ich bin froh, dass wir das im Deut­schen nicht haben!

Als wäre das nix, raste ich dann um 10 zum zwei­ten Test an die­sem Tag. Die Vor­le­sung über Ereig­nis­dis­krete Sys­teme bei mei­nem Stu­di­en­ar­beits­be­treuer fand in einer schrift­li­chen Prü­fung heute ihren Abschluss.

Alles gut?!

Man­che Dinge in Bra­si­lien kann man zwar schnell ver­ste­hen, sich daran zu gewöh­nen fällt aber schwer.

Zum Bei­spiel kann man sich hier nicht nur mit dem schö­nen Wört­chen „Oi“ begrü­ßen, son­dern auch mit der Frage „Tudo bem?“ bzw. „Tudo bom?“. Das soll „Alles ok?/Wie geht’s?“ heißen.

Wirk­lich wis­sen will das aber kei­ner, was man in jedem Rei­se­füh­rer nach­le­sen kann. Soweit so gut. Wenn man an einem schlech­ten Tag jedoch mal mit der Wahr­heit ant­wor­tet, zB „Alles Sch****!“, oder „Nee, gar nicht!“ rea­gie­ren die meis­ten dar­auf über­haupt nicht. Tja, warum fra­gen sie mich dann??

Ansons­ten finde ich es noch lus­tig, dass mich einige Leute gerne mit „Alles gut?“ begrü­ßen und ein­fach nicht ver­ste­hen kön­nen, dass man das in Deutsch­land eben nicht sagt.

Wenn Hippies alt werden oder Traumhaus einmal anders!

traumhaus Am Sams­tag traf sich der Por­tu­gie­sisch­kurs bei Leh­re­rin Már­cia zu Hause um gemein­sam zu kochen, zu essen und zu quatschen.

Már­cia scheint in ihrer Jugend eher alter­na­tiv ein­ge­stellt gewe­sen zu sein, ist sich aber bis heute treu geblie­ben. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem schnu­cke­li­gen Haus in Florianópolis.

Die gro­ßen Räume wer­den durch röt­li­che Stein­wände abge­grenzt, teil­weise bil­den „ver­mör­telte“ Wein­fla­schen wär­me­iso­lie­rende und etwas Licht ein­las­sende Wände nach drau­ßen. Die Küchen­de­cke ist mit auf­ge­klapp­ten, alten Milch­päck­chen bestückt, die ein wenig iso­lie­ren sol­len. Ein Zwi­schen­bo­den ist über eine kleine, wacke­lige Brü­cke zu errei­chen und auch sonst lässt sich die­ses Haus auf einem Hügel am Rande der Stadt in keine Schub­lade ste­cken. Mir hat es super gut gefal­len und ich habe mir jeden Win­kel ange­se­hen. Beson­ders schön ist auch der Aus­blick auf Florianópolis.

Wie zu erwar­ten wurde natür­lich viel zu viel Essen ange­schleppt und wir schlu­gen uns mit aller­lei lecke­rem Zeug die Bäu­che voll, bis es mit dem Bus wie­der zurück kam. Rasende Bus­fah­rer, holp­rige Stra­ßen und volle Mägen ver­tra­gen sich jedoch nicht sehr gut.

Wiedermal grillen

grillenTrotz Win­ter scheint hier seit Wochen unab­läs­sig die Sonne und sorgt für som­mer­li­che 25 bis 30°C.

Klar, dass man das aus­nut­zen mus. Also ver­ab­re­de­ten sich einige Leute aus dem Depart­ment spon­tan mit­tags zum Grillen.

Dies­mal wur­den einige gro­ßen Fleisch­bro­cken wur­den mit Käse gefüllt, mit Salz abge­rie­ben, lecker gegrillt und anschlie­ßend verspeist.

Viel­leicht ist ein bra­si­lia­ni­scher Win­ter manch­mal bes­ser als ein deut­scher Sommer…

Farbenfroh

rosakaefer Irgend­wie ste­hen Bra­si­lia­ner sowohl auf Far­ben als auch auf alte Autos und vor allem Käfer.

Auf dem Cam­pus bekommt schon eini­ges zu Gesicht, aber bei die­sem wun­der­schö­nen Käfer musste ich die Kamera zücken. Ist er nicht schön…?!

Dabei fällt mir ein, dass ich Euch ein Oldtimer-Treffen auf dem Cam­pus vor ein paar Wochen vor­ent­hal­ten haben. Pho­tos davon könnt ihr Euch hier ansehen.

ALEMANHA">Magdeburgo na ALEMANHA

karteEigent­lich könnte die­ser Bei­trag auch „Zim­mer­kos­me­tik 2.0″ heißen.

Vie­len Dank an alle, die mir Kar­ten geschrie­ben haben und mir somit gehol­fen haben Stück für Stück meine Wand zu schmü­cken. Den­noch blie­ben meine Wände recht kahl und kalt.

Ges­tern sah ich dann zufäl­lig einen Stra­ßen­händ­ler und kaufte bei ihm zwei rie­sige Land­kar­ten, eine von Bra­si­lien und ein Weltkarte.

Eigent­lich war ich von einer Welt­karte auf por­tu­gie­sisch nicht so ange­tan. Wer will schon eine Karte, wo ALEMANHA statt Deutsch­land steht? Dass aber sogar Mag­de­burgo drauf ist, wenn auch nicht an der Elbe, hat mich dann überzeugt.

Jetzt kann ich mich also in mei­nem Zim­mer bequem über Lan­des­flag­gen, Reli­gio­nen, Lan­des­grö­ßen, Zeit­zo­nen und Wäh­run­gen in der Welt und über die bra­si­lia­ni­schen Bun­des­staa­ten informieren.

Wohlstand und Armut

Ihr wisst, dass es in Bra­si­lien in den meis­ten gro­ßen Städ­ten Armen­vier­tel, „Fave­las“, gibt. Zu trau­ri­ger Berühmt­heit brin­gen es die Vier­tel in Rio de Janeiro oder São Paulo immer wie­der, wenn Mel­dun­gen über Ban­den­kriege oder bür­ger­kriegs­ähn­li­che Kämpfe zwi­schen loka­len Ban­den und der Poli­zei um die Welt gehen.

Der Süden Bra­si­lien ist ver­gleichs­weise wohl­ha­bend und aus­ge­dehnte Fave­las fin­det man in den drei Bun­des­staa­ten des Südens, Rio Grande do Sul, Santa Cata­rina und Paraná, nicht.

Flo­ri­anó­po­lis, die Haupt­stadt Santa Cata­ri­nas, ist beson­ders wohl­ha­bend und zählt daher zu den teue­ren und vor allem siche­re­ren Städ­ten Bra­si­li­ens. Trotz­dem gibt es auch hier Men­schen, die unter der Armuts­grenze leben. Bis­her habe ich nur gele­gent­lich arme Men­schen auf der Straße gese­hen und wurde auch noch nicht angebettelt.

Als ich mir heute aller­dings eine Teig­ta­sche zum Mit­tag an einem klei­nen Kiosk neben der Uni kau­fen wollte, wurde ich von einem klei­nen Jun­gen nach Geld gefragt. Ich schätze ihn auf etwa 10 Jahre. Wäre in der Schule nicht bes­ser aufgehoben?!

Flüge

Yip­pihh!

BrasilienIm August kommt Flo­rian zu mir her­un­ter geflo­gen und wir rei­sen gemein­sam vier Wochen durch die­ses rie­sige Land. Bra­si­lien ist mit sei­nen ca 8.500.000 km² fast so groß wie ganz Europa mit ca 10.180.000 km² und damit nach Russ­land, Canada, China und den USA das fünft­größte Land der Welt.

Schon allein die Bun­des­staa­ten Santa Cata­rina, des­sen Haupt­stadt Flo­ri­anó­po­lis ist, und Rio Grande do Sul süd­lich von Santa Cata­rina sind mit ca 95.000 und ca 282.000 km² zusam­men grö­ßer als Deutschland.

Klar kön­nen wir da auf Inlands­flüge nicht völ­lig ver­zich­ten, wenn wir nicht 90% der Rei­se­zeit in Bus­sen und die rest­li­chen 10% auf Bus­bahn­hö­fen ver­brin­gen wol­len. Also habe ich heute Flüge von Recife nach Bra­sí­lia und von Bra­sí­lia nach Campo Grande gebucht.

Es kann also losgehen!