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8,4 auf der Richterskala

Nein, keine Angst, es gab kein Erd­be­ben. Am Diens­tag haben wir unsere vor zwei Wochen abge­leg­ten Por­tu­gie­sisch­zwi­schen­tests zurückbekommen.

Zunächst ein­mal ließ uns Mar­cia, unsere Leh­re­rin, ziem­lich rund lau­fen, stellte alte und häu­fige Feh­ler an den Pran­ger und ließ jeden live seine dümms­ten Fehl­tritte an der Tafel berichtigen.

Danach herschte eine Stim­mung wie auf einer Beer­di­gung und einige hät­ten anschlie­ßend wohl lie­ber auf die Ergeb­nisse verzichtet.

Am Ende gab es die sehn­lichst erwar­tete Auf­lö­sung der Ergeb­nisse. Von bis zu 10 mög­li­chen Noten­punk­ten erreichte ich 8,4. Das ent­spricht 84%, eine 2 im deut­schen Noten­sys­tem, oder? Ok, so schlecht ist das doch gar nicht…

Streik und hungrige Zeiten

Die „fun­ci­onários“ also die Ange­stell­ten der Uni­ver­si­tät betei­li­gen sich seit die­sem Mon­tag an einem Gene­ral­streik. Das heißt, dass jetzt erst­mal alles still­steht, was von ihnen abhängt.

Die Biblio­thek ist genauso tot wie das geliebte Restau­rante Uni­ver­sitário, R.U. (Mensa). Keine Boh­nen mit Reis mehr. Schniiief! Jetzt muss ich ent­we­der selbst kochen, in ande­rer, bes­sere aber auch wesent­lich teu­rere Restau­rants gehen oder eben gar nichts mehr zum Mit­tag zu mir nehmen.

Ob die Pro­fes­so­ren sich even­tu­ell auch am Streik betei­li­gen, ist irgend­wie noch nicht raus. Infor­ma­tio­nen flie­ßen mehr als spär­lich und so bleibt mir abzu­war­ten. Abwar­ten, das kann sich lange hin­zie­hen. Beim letz­ten Mal wurde drei Monate gestreikt. Na da bin ich dann schon fast wie­der in Deutschland!

Tanzbein

Ges­tern Abend konnte ich end­lich mal wie­der meine beim Forró-Kurs erwor­be­nen Fähig­kei­ten unter Beweis stellen.

Mit Edi­leusa (Bra­si­lia­ne­rin), Laura (auch Bra­si­lia­ne­rin) und Bis­marck (Boli­via­ner) fuhr ich in den Tanz­club „La Ped­rera“. Dort spielte eine Live­band Forró.

Zuge­ge­ben, neben Bra­si­lia­ne­rin­nen sehe ich beim Tan­zen ziem­lich blass aus, aber diese bekom­men das ja auch mit der Muttermilch!

Dabei ist Flo­ripa kei­nes­wegs die Hoch­burg des Forró. Eigent­lich kommt der Tanz aus dem Nord­os­ten des Lan­des. Da bin ich ja mal auf Sal­va­dor gespannt!

Bis zum letzten Ende

Näm­lich zum süd­lichs­ten Strand der Insel! naufragados Emer­son, seine Freun­din Carini, Fabio, Harald (ein Deut­scher, erst vor kur­zem auf der Insel gelan­det) und ich wan­der­ten von der Bus­hal­te­stelle am Süd­ende der Rodo­via Bal­di­cero Filo­meno zum Strand Nauf­ra­g­ados.

Von dort hatte man einen wun­der­ba­ren Blick auf klei­nere vor­ge­la­gerte Inseln und die Fest­land­küste. Außer­dem konnte ein klei­ner, alter Leucht­turm bestaunt werden.

Am Ende gab es bei strah­len­dem Son­nen­schein noch ein Bier­chen in einer klei­nen Bar, bevor es auf rasan­ter und holp­ri­ger Fahrt wie­der zurück ging.

Pho­tos gibt es auf den Sei­ten 7 und 8 des Ord­ners Trilha, die Route hier.

Senile Bettflucht

Also ent­we­der habe ich immer­noch ein Jet­lag oder ich werde alt!

Seit­dem ich in Bra­si­lien bin, kann ich kaum mehr lang schla­fen. Spä­tes­tens um 7 Uhr mor­gens wache ich von allein auf.

Ges­tern hatte ich zum Bei­spiel ver­ges­sen mei­nen Wecker zu stel­len und wachte trotz­dem um 6:56 auf.

Klasse, da war ich dann trotz „ver­schla­fen“ wie­der die Erste im Büro.

Das ganze hat auch was Gutes. Man kann den Tag inten­si­ver nut­zen und ist wegen der Regel­mä­ßig­keit des frü­hen Auf­ste­hens auch nicht mehr müde.

Und wann steh ich dann auf, wenn ich Rent­ne­rin bin? Um 4?!

Ich bin nich allein!

mac Am Mon­tag bin ich über den Cam­pus gelau­fen und habe zum ers­ten Mal einen ande­ren Mac gese­hen in Bra­si­lien. Obwohl die Din­ger hier teuer, sel­ten und daher heiß begehrt sind, schei­nen sie tat­säch­lich zu existieren.

Vor ein paar Tagen bin ich an einem Geschäft vor­bei gekom­men, in dem Mac­pro­dukte ver­kauft wer­den. Das kleinste Mac­Book kos­tet um die 4000 Reais (1450 Euro). Gemes­sen am durch­schnitt­li­chen Pro­kopf­ein­kom­men ist das wirk­lich eine ganze Menge.

Wenn man sich dann auch noch vor Augen führt, dass die meis­ten sich auf dem Schwarz­markt Para­gu­ays mit nach­ge­bau­ten Pro­duk­ten ein­de­cken, kann ich umso bes­ser nach­voll­zie­hen, dass bei den dor­ti­gen Dum­ping­prei­sen sich dann kaum jemand einen Mac leistet.

Murphy schläft

Wer kennt es nicht, Mur­phys Gesetz?

„Wenn es zwei oder mehr Mög­lich­kei­ten oder Wege einer Situa­tion gibt, so tritt immer die schlech­teste ein.“

Irgend­wie scheint aber was faul zu sein, denn in den letz­ten Wochen beschränk­ten sich die Regen­tage aus­nahms­los auf lang­wei­lige Wochen­tage wäh­rend die Sams­tage mit makel­lo­sem Son­nen­schein ein­her gin­gen. Regen­tage in der Woche sind durch­aus will­kom­men, da viele Bra­si­lia­ner dann zu Hause blei­ben und die Schlan­gen an sämt­li­chen Orten der Uni dann kür­zer werden

So reg­nete es pünkt­lich am Sonn­tag und half mir brav am Schreib­tisch zu blei­ben und meine kleine Prä­sen­ta­tion für Diens­tag vorzubereiten.

Ihr seht also, ich arbeite hier auch!

Piquenique auf portugiesisch

piqueniqueBei strah­len­dem Son­nen­schein und geschätz­ten 25°C traf sich am Sams­tag mein Por­tu­gie­sisch­kurs in einem wun­der­schö­nen Park in Flo­ri­anó­po­lis zum Picknick.

Eigent­lich sollte jeder nur soviel mit­brin­gen, wie er selbst essen kann. Klar, so etwas funk­to­niert nie und so hat­ten wir viel zu viel zu essen. Und was habe ich mit­ge­bracht? Einen selbst­ge­mach­ten, urdeut­schen Kar­tof­fel­sa­lat natürlich.

Um unsere über­vol­len Lei­ber in Bewe­gung zu brin­gen spa­zier­ten wir spä­ter noch durch den Park und spiel­ten mit der Toch­ter unse­rer Por­tu­gie­sisch­leh­re­rin Kinderspiele.

Fotos gibt es hier.

Halbzeitkuchen

halbzeitkuchen Jetzt bin ich schon 87 Tage in Flo­ripa und — ihr könnt es euch sicher den­ken — es blei­ben noch genau 87 Tage an der Uni.

Einer­seits bin ich erstaunt, wenn ich über­lege, was ich in die­ser Zeit gelernt habe und meine Arbeit doch lang­sam aber sicher Früchte trägt.

Ande­rer­seits hab ich trotz­dem Beden­ken, ob ich alles bis Mitte August fer­tig bekomme. Gerade habe ich mich so halb­wegs ein­ge­lebt und schon rückt das Ende mei­nes Auf­ent­halts näher als der Beginn.

Anläss­lich die­ses klei­nen Berg­fes­tes gab es dann heute Kuchen, Fanta Traube (was für ein furcht­ba­res Zeug…) und Guaraná-Brause für alle.

Einige wenige Pho­tos könnt ihr hier sehen!

Also Prost und auf die nächs­ten gut 2000 Stun­den in Floripa!

Pizza bis zum Abwinken

Auch Bra­si­lia­ni­sche Mit­bür­ger haben irgend­wann mal die Nase voll von Boh­nen und Reis. Kaum vor­stell­bar, was? ;)

Also musste ges­tern Abend nicht die Mensa her­hal­ten. Es ging in ein ita­lie­ni­sches Restau­rant. Das unter­schei­det sich deut­lich von den Restau­rants in Deutschland.

Man zahlt eine flat rate und kann dann soviel Pasta, Pizza, Salat, Eis und Co zu sich neh­men, wie man möchte. Die Kell­ner kom­men alle zwei Minu­ten mit Ble­chen an den Tisch und prei­sen ihre Piz­zen an.

Von Stan­dard­piz­zen wie Margerita-, Gemüse– und Schin­ken– bis hin zu etwas exo­ti­schen Krea­tio­nen wie Scho­ko­la­den– und Bana­nen­pizza war alles dabei.

Pizza Hawaii gab es lei­der nicht. Es wurde aber eine Ver­sion mit Ana­nas und Dosen­pfir­si­chen mit dem schö­nen Namen „Cali­for­nia“ angeboten.

Bis zum Abwin­ken“ stimmt übri­gens, denn irgend­wann waren alle so voll­ge­fut­tert, dass Spre­chen dem Einen oder Ande­ren zu anstren­gend wurde.

Guten Hun­ger!