Archiv der Kategorie 'Ireland'

Planänderung

Eigent­lich wollte ich am Mon­tag noch zwei Pos­ter fer­tig­stel­len. Meine Leber beschloss aller­dings an die­sem schö­nen, son­ni­gen Mor­gen, dass sie ihren Platz lange genug mit einem stän­dig wach­sen­den und stram­peln­den Kind tei­len musste — und begann zu streiken.

Wenige, aber schein­bar end­lose Stun­den spä­ter wurde mir dann meine kleine Toch­ter hin­ge­hal­ten.

Ein paar zufäl­lige Gedanken:

  • Rosa ist auch eine Farbe
  • Falls irgend­wann keine Inge­nieure mehr gebraucht wer­den, kann ich auch nicht Bikini-Model werden
  • Biuroh, oder wie schreibt man das gleich?
  • Zarte Hände sind ver­erb­bar — große Füße lei­der auch
  • Jeg­li­che Dis­kus­sio­nen über Jung­s­na­men haben ein abrup­tes Ende
  • Viel­leicht melde ich mich dem­nächst beim Guin­ness Buch der Rekorde in der Kate­go­rie „Anzahl Tacker-Klammern um eine Narbe“ an
  • Brust­pum­pen kön­nen zwi­schen 20 und 1600 EUR kosten
  • Datum erste Nacht unun­ter­bro­che­nen Schlafs: etwa Okto­ber 2011
  • Stil­len ist eine Wis­sen­schaft für sich
  • Darf ich jetzt end­lich Kin­dern mit spu­cke­be­feuch­te­ten Taschen­tü­chern im Gesicht herumwischen?
  • Hor­mone kön­nen effi­zi­ent die Psy­che beeinflussen
  • Mophium ist was Feines

Nobel, nobel

botschaftWie bereits berich­tet waren Flo­rian und ich am Tag der Ein­heit zu einem Emp­fang in der Resi­denz des deut­schen Bot­schaf­ters in Dub­lin ein­ge­la­den. Da lie­ßen wir uns natür­lich nicht lum­pen, zogen unsere bes­ten Sachen an, was noch passt, und bega­ben uns ganz stan­des­ge­mäß mit der Bahn zum Anwe­sen des Botschafters.

Sämt­li­che Bot­schaf­ter in Dub­lin sowie die iri­schen Minis­ter und der Pre­mier­mi­nis­ter waren ein­ge­la­den. Wer ankam begrüßte zunächst den Gast­ge­ber und anschlie­ßend andere wich­tige Per­sön­lich­kei­ten. Dabei gilt es eine strickte Eti­kette ein­zu­hal­ten, wer wann, in wel­cher Rei­hen­folge begrüßt und anspricht — etwas, wo ich natür­lich wie­der kom­plett ver­sagt habe. Zum Bei­spiel habe ich das Gespräch mit dem korea­ni­schen Bot­schaf­ter viel zu locker mit einem „I’m Steffi, nice to meet you.“ (oder so) begon­nen anstatt des ange­brach­ten „It’s an honour to meet you, your excel­lency.“ Ich konnte ja nicht wis­sen, dass er der Bot­schaf­ter ist. (Zuvor waren mir auch ‚nor­male‘ Bot­schafts­mit­ar­bei­ter über den Weg gelau­fen.) Doch Flo­rian ret­tete die Situa­tion mit eben die­sem Satz und sei­nen umfas­sen­den Kennt­nis­sen über Süd­ko­rea. Der Bot­schaf­ter schien mir das Ganze sowieso nicht übel zu neh­men. Trotz­dem ist es irgend­wie komisch, wenn man beim Vor­stel­len auf ein „I’m the ambas­sa­dor of … .“ nur „I’m a Ger­man citi­zen / PhD stu­dent from Mayn­ooth.“ erwi­dern kann.

Nach ein paar Minu­ten hatte ich mich so gut es ging auf diese Situa­tion ein­ge­stellt und hoffe danach der­lei Feh­ler ver­mie­den zu haben. Eigent­lich waren alle Men­schen, mit denen ich im Laufe des Abends ins Gespräch kam, auch nur Men­schen und es erga­ben sich viele unge­zwun­gene und sehr inter­es­sante Gesprä­che. Jetzt weiß ich zum Bei­spiel, wie man an einen Job in der Bot­schaft kommt und wo die Kin­der eini­ger Mili­tärs zur Uni gehen.

Fazit: Sehr inter­es­san­ter, her­aus­for­dern­der, lehr­rei­cher und wirk­lich schö­ner Abend. Jeden Tag wäre mir das sicher zu anstren­gend aber das muss man echt mal erlebt haben.

Die Zukunft Europas in den Händen der Iren

Nach­dem die Iren im Juni letz­ten Jah­res den Ver­trag von Lis­sa­bon abge­lehnt haben, muss­ten sie heute noch ein­mal dar­über abstim­men. Alles deu­tet dar­auf hin, dass er dies­mal ange­nom­men wird. Was hat sich in den letz­ten 16 Mona­ten verändert?

Laut Umfra­gen sind die Iren dies­mal bes­ser infor­miert aber ich frage mich manch­mal woher. Ich meine, die Pla­kate der Yes– und No-Kampagne schei­nen mir ebenso popu­lis­tisch, über­trie­ben und teil­weise falsch, wie im letz­ten Jahr. Beide Sei­ten ver­ste­hen sich offen­bar dar­auf, Fak­ten los­ge­löst vom Kon­text dar­zu­stel­len, Wahr­heit und Mög­lich­keit zu ver­wech­seln und Halb­wahr­hei­ten zu ver­brei­ten. Obwohl ich ver­sucht habe, mich halb­wegs objek­tiv zu infor­mie­ren, fühle ich mich immer­noch genauso schlau wie zuvor. Hier ein paar Beispiele:

Die No-Kampagne will punk­ten, indem sie das Ende der mili­tä­ri­schen Neu­tra­li­tät Irlands beschwört. Angeb­lich gibt es Soli­da­ri­täts­klau­seln für den Fall eines ter­ro­ris­ti­schen Angriffs. Die Yes-Seite beruft sich da auf eine Zusage der EU, dass Irland wei­ter­hin neu­tral wäre. Die Geg­ner des Ver­trags argu­men­tie­ren wie­derum, dass diese Zusa­gen nicht recht­lich bin­dend wären. Ähnli­che Dis­kus­sio­nen gibt es zum Thema Abtreibung.

Die neuen Rege­lun­gen für die Abstim­mung sind ebenso hef­tig umstrit­ten. Viele meine, dass es gerecht wäre, dass jedes Land genau eine Stimme hat, so wie jeder Bür­ger genau eine Stimme hat in einer Demo­kra­tie. Aber Moment: Ist dies nicht anma­ßend, wenn man über­legt, dass es ca 80 Mil­lio­nen Deut­sche, 63 Mil­lio­nen Fran­zo­sen, 45 Mil­lio­nen Spa­nier und gerade ein­mal 4 Mil­lio­nen Iren gibt?! Ist es außer­dem sinn­voll eine prak­tisch hand­lungs­un­fä­hige EU zu haben, in der alle rele­van­ten Ent­schei­dun­gen von nur einem Staat blo­ckiert wer­den kön­nen? Auf eini­gen Pla­ka­ten wird ganz offen Stim­mung gegen die Deut­schen betrie­ben und die Angst geschürt, Deutsch­land und Frank­reich wür­den in der EU in Zukunft quasi allein ent­schei­den. Irre ich mich denn so sehr, wenn ich denke, im Ver­trag steht, dass 55% der Staa­ten oder 65% der Bevöl­ke­rungs­an­teile zustim­men müssen?

Außer­dem gibt es natür­lich eine große Debatte zum Thema Geld: Klar, jeder bekommt lie­ber Geld, als etwas zu zah­len. Aber man­che Men­schen schei­nen wirk­lich zu den­ken, dass das Geld in Brüs­sel ein­zig und allein für Irland gedruckt wird. Auch was direkte EU-Steuern angeht, kur­siere die wil­des­ten Gerüchte und Halb­wahr­hei­ten, die sich teil­weise extrem widersprechen.

Und zu guter Letzt: Die Rezes­sion hat Irland stark getrof­fen und den cel­tic tiger zur Stre­cke gebracht. Die Befür­wor­ter des Ver­trags wer­ben nun mit der Aus­sicht, dass die Lage nur mit Hilfe der EU ver­bes­sert wer­den kann. Ja, mag sein, aber wie kon­kret spielt der Ver­trag von Lis­sa­bon da hin­ein? Und den­ken Men­schen wirk­lich, dass sie nach einem posi­ti­ven Votum am Mon­tag Mor­gen sofort wie­der einen Job haben?

Ver­steht mich nicht falsch. Ich bin kei­nes­wegs Europa-kritisch, aber ich kann mitt­ler­weile sehr gut ver­ste­hen, warum viele Iren auch nicht so recht wis­sen, was sie wie über was oder auch nicht abstim­men sollen.

Wahlparty

Lei­der habe ich immer­noch kei­nen neuen Pass mit mei­nem neuen Namen und musste dem­ent­spre­chend zur Bot­schaft in Dub­lin. Als ich die nöti­gen Infor­ma­tio­nen, was man alles in wel­cher Form und Anzahl mit­brin­gen muss, auf der Web­seite durch­las, ent­deckte ich außer­dem den Hin­weis, dass die Bot­schaft zusam­men mit dem Goethe-Institut eine Wahl­party orga­ni­siert. Aha, eigent­lich eher scherz­haft fragte ich Flo, ob wir da nicht hin­ge­hen woll­ten und er stimmte erfreu­li­cher­weise zu.

Also fuh­ren wir am Wahl­sonn­tag mit dem Zug nach Dub­lin und bega­ben uns zum Goethe-Institut. Wir müs­sen doch sehr deutsch aus­se­hen, denn wir wur­den sofort auf deutsch begrüßt und zum über­aus deut­schen Buf­fet geschickt: mit War­stei­ner Bier, deut­schem Wein, ech­ten Lau­gen­bre­zeln, Brot, Salami, Schmalz und aller­hand mehr. Ein Schmaus!

Erfreu­lich unkom­pli­ziert kamen wir auch mit Bot­schafts­mit­ar­bei­tern und dem Bot­schaf­ter selbst ins Gespräch. Es erga­ben sich einige sehr inter­es­sante und lockere Gesprä­che, die sich natür­lich zum größ­ten Teil um das Leben in Irland, Deutsch­land und die Wahl­er­geb­nisse drehten.

wahlpartyObwohl Flo­rian und ich uns Dank des sonn­täg­li­chen ‚Stres­ses‘ (Got­tes­dienst, Tee trin­ken und quat­schen, danach Mit­tag essen im Pub) keine Umfra­ge­er­geb­nisse mehr ange­se­hen hat­ten, nah­men wir natür­lich trotz­dem an dem klei­nen Gewinn­spiel teil: Jeder sollte einen Tipp für die Stimm­ver­tei­lung bei der ers­ten Hoch­rech­nung von 18:30 abge­ben. Ich legte mun­ter drauf los und ver­gab aufs Gera­te­wohl Stim­men. Als ich bereits fast allen Par­teien Pro­zente sogar mit einer Nach­kom­ma­stelle (!!) ver­ge­ben hatte, fiel mir ein, dass es am Ende (incl. der Sparte ‚Sons­tige‘) 100% erge­ben sollte. Arx, ca. zwei Minu­ten Kopf­rech­nen waren erfor­der­lich um auf die ver­blei­ben­den Anteile für die FDP zu kom­men. Aber was soll ich sagen.… Ich habe ein­fach so gewon­nen und war natür­lich unbe­rech­tig­ter Weise total stolz auf mich, schließ­lich war es pures Glück, wenn ich ehr­lich bin. Ich bekam übri­gens einen sehr schö­nen Bild­band mit Pho­tos und Tex­ten zu allen 16 Bun­des­län­dern. Vie­len Dank dafür!

Wäh­rend ich außer­dem durch die deut­schen Bücher in den Wühl­kis­ten stö­berte, machte Flo­rian mal wie­der flei­ßig Pho­tos, von denen es auch drei auf die Bot­schafts­web­seite geschafft haben. Tja und was soll ich sagen… Irgend­wie ergab es sich dann im Gespräch (gerade als wir los woll­ten und uns beim Bot­schaf­ter und einem Mit­ar­bei­ter für die gelun­gene Feier und die Ein­la­dung bedank­ten), dass wir für den nächs­ten Sams­tag (3.10., da war doch was…) zu einem Emp­fang ein­ge­la­den wurde. Flo soll ein paar Bil­der machen und ansons­ten gibt es echte Thü­rin­ger Brat­würst­chen und mit Sicher­heit einige span­nende Gespräche.

Namenszirkus

Wer im Aus­land lebt und sich außer­dem mit einer frem­den Lan­des­spra­che kon­fron­tiert sieht, muss sich daran gewöh­nen, dass der eigene Name nicht sehr üblich oder gar unbe­kannt ist. So weit so gut, damit kann ich leben.

Es ver­blüfft mich jedoch immer wie­der, wie­viele fal­sche und durch­aus krea­tive und amü­sante Varia­tio­nen eines ein­zi­gen Namens erfun­den wer­den kön­nen. Hier das best of:

Steffi:

Anfangs kam es vor, dass Men­schen Ste­wfi schrie­ben, weil ich mei­nen Namen gele­gent­lich statt S T E F F I mit S T E ‚dou­ble F‘ I buch­sta­bierte. Ok, viel­leicht ist ja meine Aus­spra­che nicht so super, also ver­meide ich das jetzt und ärgere mich gele­gent­lich nur über eigen­mäch­tige Ver­län­ge­run­gen mei­nes Names zu Ste­pha­nie, Ste­fa­nie oder Stefany.

Flo­rian:

Dass Flo­rian tat­säch­lich ein männ­li­cher Vor­name ist, scheint schwer zu glau­ben zu sein und so bekommt er immer wie­der mal Post für Mrs oder Miss Flo­rin oder Flo­rina. Sogar bei der Bank, wo er per­sön­lich da war um ein zwei­tes Konto zu eröff­nen bekam er danach Unter­la­gen für die fik­tive Miss Florin(a). Die Bank ist so wie so ein Experte in Sachen Namen. Unglaub­lich aber wahr: Die Namens­fel­der im Com­pu­ter­sys­tem für den Namen des Kon­to­in­ha­bers, Kon­takt­adresse und Name auf der Bank­karte schei­nen intern nicht mit­ein­an­der ver­bun­den zu sein, denn zwei die­ser drei auf­ge­führ­ten Namen waren unter­schied­lich falsch.

Auch mein Nach­name wurde bei glei­cher Gele­gen­heit von der glei­chen Bank in Kingle (hat so was roya­les…) abge­än­dert. Dabei haben wir unsere Namen nur ein ein­zi­ges Mal in gro­ßen Druck­buch­sta­ben ange­ge­ben. Also wenn schon zu dumm zum Abtip­pen, dann doch bitte immer der glei­che Feh­ler. Das wäre wenigs­tens konsequent!

Übri­gens han­delte es sich bei der Aktion um ein neues, gemein­sa­mes Konto für uns beide. Obwohl wir ja bereits Kun­den bei der Bank sind und auch die Kon­to­da­ten unse­rer sepa­ra­ten Kon­ten anga­ben, war es offen­sicht­lich nicht mög­lich die dort rich­tig ange­ge­be­nen Namen zu kopieren.

Klinge:

Das trau­rige High­light die­ser Geschichte ist jedoch meine Kor­re­spon­denz mit dem für das ‚Mother-and-child-scheme‘ ver­ant­wort­li­che Amt für soziale Fra­gen. Um wäh­rend der Schwan­ger­schaft kos­ten­los in den Genuss von Kon­troll­un­ter­su­chun­gen zu kom­men, schickte ich einen Antrag, der natür­lich wie­der mit gro­ßen Druck­buch­sta­ben aus­ge­füllt war, an die ent­spre­chende Stelle.

Als ich nach acht Wochen immer­noch kei­nen Schwan­ger­schafts­pass hatte, füllte ich den Antrag ein zwei­tes Mal (wie­der Druck­buch­sta­ben) aus und war­tete wei­tere drei Wochen bis ich in der Behörde anrief und meine Daten am Tele­fon (Name buch­sta­biert, K like King, L like.…) hinterließ.

Etwa wei­tere zwei Wochen spä­ter bekam ich in kur­zem Abstand drei Briefe der Behörde glei­chen Inhalts (Antrag ange­nom­men, bla bla) an drei ver­schie­dene Ver­sio­nen mei­nes Namens: Klinge (sehr gut, ja! yip­pieh!), Klin­gie (nagut, man hat sich bemüht) und Klinmge (ähm, ja).

IMG_0108Das schönste war aller­dings, der letzte Coup: Als wir aus Spa­nien zurück kamen, fischte ich einen Umschlag an Ms S. Velije aus dem Brief­kas­ten. Wie erwar­tet ent­hielt er Schwan­ger­schafts­pass und Begleit­schrei­ben Num­mer vier. Die ein­zige Erklä­rung für diese Tota­lent­glei­sung ist, dass jemand ver­sucht hat, meine Unter­schrift abzu­tip­pen. Aber soll­ten denn nicht alle Anträge schon längst mit einer der vor­he­ri­gen Namens­ver­sio­nen abge­hef­tet sein? Und warum tippt man bitte eine Unter­schrift ab, wenn drei Zei­len wei­ter oben der Name in Druck­buch­sta­ben steht? Haben die da nur Prak­ti­kan­ten und Analphabeten????

Eigent­lich müsste ich meine Namens­än­de­rung ange­ben aber ich glaube, ich möchte gar nicht wis­sen, wie sehr man Knorn ver­stüm­meln kann.

Seit eini­ger Zeit schreibe ich nur noch mit dem Com­pu­ter geschrie­bene Briefe und hebe den Namen mit einem ent­spre­chen­den Ver­merk in fett her­vor statt irgendwo anzu­ru­fen. Das ist zwar teil­weise etwas müh­se­lig und kost­spie­li­ger als ein kur­zer Anruf, aber es funktioniert.…

Dublins neues Highlight: Ikea

_DSC8198_maxTja, was macht man, wenn man mit einem Mal unge­fähr dop­pelt so viel Dinge in sei­nem Haus­halt hat, als zuvor? Unsere Schränke und Regale plat­zen bereits vor der Ankunft von Flos Vater aus allen Näh­ten und jetzt war der Punkt erreicht, wo die Anschaf­fung von neuem Stau­raum nicht mehr auf­zu­schie­ben war.

Gott sei Dank hat in Dub­lin Ende Juli gerade der erste Ikea der Repu­blik Irland eröff­net. An einem Mitt­woch Nach­mit­tag sollte da doch nicht so viel los sein, dach­ten wir…

Dass Ikea eine eigene Auto­bahn­aus­fahrt hat, hätte uns zu den­ken geben sol­len. Es war ziem­lich voll und obwohl einige der Kun­den nicht viel Ahnung zu haben schie­nen, wie das bei Ikea funk­tio­niert (nein, Sie neh­men das nicht ein­fach mit, das gibts nach­her im Lager…), ord­nete sich das Chaos auf mys­te­riöse Weise fast von allein.

Dank der vor­be­rei­te­ten Möbel­liste und den Zet­tel mit den Maßen unse­rer Woh­nung schaff­ten wir es, alles ein­zu­pa­cken und nach Hause zu kar­ren. (Was hät­ten wir wie­der ohne den Klein­bus gemacht?!)

Und zu Hause dann? Fröh­li­ches Aus­la­den, Afbauen und Ein­räu­men.…. Freude!

Wagenladung

Gut, dass Flo­rian und ich in einem Land leben, wel­ches bei unse­ren Lands­leu­ten aus uner­find­li­chen Grün­den so beliebt ist. Dies beschehrt uns nicht nur regel­mä­ßig Besuch son­dern bis­wei­len sogar Besuch, der mit der Fähre und dem Auto bzw Klein­bus anreist.

Flos Vater ver­brachte sei­nen Som­merurlaub in die­sem Jahr in sei­nem zum Wohn­mo­bil umge­bau­ten Klein­bus auf der Insel. Weil er kurz zuvor mit dem­sel­ben Klein­bus bei unse­rer Hoch­zeit war und man inner­halb der Fami­lie quasi Wün­sche die­ser Art nicht ableh­nen kann, nutz­ten wir das scham­los aus und pack­ten das Gefährt bis unters Dach voll. Eigent­lich sollte es ja gar nicht so viel wer­den, aber dann…

  • Kin­der­bett
  • Baby­sa­chen
  • Schuhe
  • Tee
  • Pud­ding­pul­ver
  • Mar­me­lade aus Mangelsdorf
  • Eier­li­kör
  • Wein
  • Bücher
  • Unter­la­gen
  • Fotos
  • usw usf

Es ist erstaun­lich wie ein­fach man das Gesetz der Mas­sen­er­hal­tung schein­bar wie­der­le­gen kann. Irgend­wie wird das bei jedem Mal umpa­cken mehr…

Aber auch abge­se­hen von dem Trans­port­dienst war es super schön, dass Flos Vater und seine Freun­din uns besucht haben. Es ist doch ganz anders so rich­tig mit­ein­an­der spre­chen zu kön­nen als Mails zu schrei­ben oder zu telefonieren.

Tullamore Dew

tullamoreWeil die ange­peilte Braue­rei ges­tern nicht für Besu­cher zugäng­lich war, ver­such­ten wir es heute mit mit einer Whiskey-Destille.

Erst bei dem Besuch der Aus­stel­lung und beim Lesen der Erklä­run­gen zur Whiskey-Herrstellung wurde mir klar, dass ich davon zuvor abso­lut nichts wusste. Nicht, dass ich jetzt Profi bin, aber zumin­dest bin ich von der Aus­dauer beeindruckt.

Trotz­dem würde ich Whis­key viel­leicht gerade so kurz vor dem Ver­durs­ten trin­ken. Da ich mich darum nicht sor­gen musste, begnügte ich mich damit bei der Ver­kos­tung an den Glä­sern zu rie­chen. Mal ehr­lich, dass es Men­schen gibt, die das trin­ken, ist schon absurd. Aber auch noch so viel Geld dafür bezah­len?! Ich weiß, ich bin ein Banause!

Kilkenny Castle

kilkenny-castle-imageUm dem All­tag zu ent­flie­hen und vor allem um einen sehr guten Grund zu haben, anste­hende Arbei­ten zu Hause lie­gen zu las­sen, fuhr ich am Sams­tag mit mei­ner Tante und ihrem Freund nach Kil­kenny.

Schon die Fahrt dahin war nicht unin­ter­es­sant, da man bei Radio­mu­sik in Ruhe die vor­bei­zie­hende grüne Land­schaft genie­ßen kann. In Kil­kenny besuch­ten wir natür­lich das Castle. Die Anlage ist sehr gut erhal­ten und wird her­vor­ra­gend gepflegt. Weil ich in die­ser Hin­sicht noch immer ein klei­nes Kind bin, kann ich mit lang­wei­li­gen Schau­käs­ten voll stau­bi­ger Doku­mente und Ton­scher­ben nichts oder nur wenig anfangen.

Ich will mich in die Zeit zurück ver­setzt füh­len, in kom­plett aus­ge­stat­te­ten Räu­men ste­hen und die Muse­um­wär­ter dürf­ten bei mir nur in his­to­ri­schen Kos­tü­men herum lau­fen. Na gut, die Ange­stell­ten waren lei­der sehr nor­mal ange­zo­gen, aber ansons­ten erfüllt die Aus­stel­lung im Schloss mei­nen Ansprü­chen an eine fes­selnde Umgebung.

Lei­der steht die Braue­rei nicht mehr für Besu­cher offen und so muss­ten wir uns den Rest des Tages mit Bum­meln und Kaf­fee trin­ken vertreiben.

Hier noch ein Hin­weis an meine deut­schen Leser (also an die 9 der ins­ge­samt 10 Leser): Der Ort heißt Kilkenny! Die zweite Silbe wird betont, nicht die erste! Kil kommt vom iri­schen Cill und heißt ledig­lich Kir­che. Weil es in Irland an jeder Ecke eine Kir­che gibt (oder zwei, oder drei…), ist das ziem­lich unwich­tig. Wich­tig ist nur, um wel­che Kir­che es sich handelt.

Flaschen abfüllen zum Tag der Freiheit

midas2Lange hatte es gedau­ert, aber irgend­wann war dann unser im August 2008 gebrau­tes Pils doch alle. Es scheint viel­leicht absurd fast ein Jahr zu war­ten, aber das Pils brauchte seine Zeit zum Rei­fen. Die Fla­schen, die jetzt geöff­net wer­den, sind kleine Schätze und so man­ches Mal wün­schen wir uns, wir hät­ten bei allen Fla­schen so lange gewartet.

Dies­mal ent­schie­den wir uns für Mun­tons Pre­mium Gold Midas Touch Gol­den Ale. Dies­mal waren wir schon geschick­ter beim Abfül­len und schaff­ten es auf ganze 66 Fla­schen je 300ml. Gegen­über 40 Fla­schen beim ers­ten und 59 beim zwei­ten Brau­ver­such eine gute Steigerung

Lei­der ent­glitt jedoch auch eine volle Fla­sche und sorgte für einen nas­sen und von Scher­ben über­sä­ten Boden. Zum Glück war sie aber nur mit Rei­ni­gungs­flüs­sig­keit und nicht mit Bier gefüllt. Hof­fen wir mal, dass es schmeckt!