Archiv der Kategorie 'Ireland'

Wintereinbruch

snow_campus

Dass es hier oft und gerne reg­net ist nichts Neues. Neu ist aller­dings, dass der Nie­der­schlag in den letz­ten Tagen in Form von Schnee her­un­ter­kommt. Ok, das kommt auch schon ein­mal vor hier. Aber heute ist der Schnee lie­gen geblie­ben! Das ist in Irland eher sel­ten der Fall und auch die Iren trau­ten ihren Augen kaum. Ähnlich wie in Groß­bri­ta­nien haben hier viele Men­schen keine Win­ter­rei­fen und so ist das Ver­kehrs­chaos an vie­len Orten natür­lich vor­pro­gram­miert. Pho­tos des Cam­pus‘ im Schnee gibt’s hier.

Galway

galwayDen Son­natg Vor­mit­tag ver­brach­ten wir mit Spa­zie­ren gehen und Kaf­fee trin­ken. Es gibt nicht gerade ein Über­an­ge­bot an Sehens­wür­dig­kei­ten in Gal­way und inner­halb von zwei Stun­den hat man eigent­lich alles Wich­tige gesehen.

Inte­resant fand ich aber eine kleine Geschichte, die sich Ende des 15. Jahr­hun­derts dort zuge­tra­gen haben soll: Der Bür­ger­meis­ter James Lynch hatte einen so aus­ge­präg­ten Sinn für Gerech­tig­keit, dass er sei­nen eige­nen Sohn wegen Mor­des zum Tode ver­ur­teilte. Als jedoch nie­mand das Urteil voll­stre­cken wollte, tat er dies selbst und ging danach in ein Klos­ter. Die Geschichte gilt als mög­li­che Ursa­che für den Begriff Lynch­jus­tiz.

Wie­der was dazu­ge­lernt, gell?

Inishmor

aran_2Nach einer sehr kal­ten Nacht auf Inishmor sat­tel­ten wir am Sams­tag Mor­gen die Draht­esel und kämpf­ten uns gegen Wind und Nie­sel­re­gen über die Insel. Zunächst ging es Berg auf mit Gegen­wind auf den Gip­fel zu einem alten Leucht­turm. Lei­der ist der gerade wegen Reno­vie­rungs­ar­bei­ten geschlos­sen, was wir jedoch erst oben erfuhren.

aran_3Dann ging es über Schot­ter­wege, die eines ech­ten Mountain-Bikers Traum sind, an alten Stein­mau­ern vor­bei über die Insel. Das Gebiet ist stei­nig, baum­los und sehr karg. Ohne andere Tou­ris­ten weit und breit konn­ten wir die eisige Ein­sam­keit und die schroffe Schön­heit in vol­len Zügen genießen.

aran_4Kurz vor Mit­tag erreich­ten wir Dún Aen­gus, ein altes Fort aus der Eisen­zeit an der stei­len West­küste der Insel. Die halb­kreis­för­mige Anlage schließt an einer Seite an der senk­recht zum Meer fal­len­den Klippe ab. Als wir anka­men, klarte sich gerade der Him­mel etwas auf und ließ die Sonne sicht­bar wer­den. Erfreu­li­cher­weise tauch­ten die Tages­tou­ris­ten erst auf, als wir bereits auf dem Rück­weg waren. So hat­ten wir genug Zeit die Rui­nen allein und unge­stört zu erkunden.

Anschlie­ßend radel­ten wir durch kleine Ort­schaf­ten, in denen die Zeit still zu ste­hen scheint und an einer See­hund­ko­lo­nie vor­bei, bevor wir abends durch­ge­fro­ren aber glück­lich die Fähre zurück nach Gal­way nahmen.

Mehr Bil­der gibt es hier!

Cessna

aran_1Oh je, inzwi­schen kenne ich Flo­rian und seine Vor­liebe für Über­ra­schun­gen ziem­lich gut. Dass er mich an die­sem Wochen­ende jedoch aber an die West­küste Irlands ent­füh­ren würde, hatte ich nicht erwartet.

Mit dem Bus ging es zunächst nach Gal­way an der West­küste und von dort mit einer Cessna der Aer­A­rann auf Inishmor (die größte der Aran Islands). Der Flug­ha­fen ist eine kleine Bara­cke mit einer Waage und einem Schal­ter. Beim Ein­che­cken wird jeder Flug­gast samt Hand­ge­päck gewo­gen und dann je nach Gewicht im Flug­zeug auf einem der neun Plätze platziert.

Flo hatte as Glück neben dem Pilo­ten sit­zen zu kön­nen. Zwar dau­erte der Flug nur etwas zehn Minu­ten und wir erreich­ten gerade mal eine Höhe von ca 350 Metern, aber das war es echt wert.

Es gab keine Sicher­heits­vor­füh­run­gen oder Ermah­nun­gen sich anu­schnal­len, man wurde nicht durch­sucht oder abge­tas­tet und es wur­den keine Pässe kon­trol­liert.  Außer­dem wird das Gepäck nicht durch­sucht, man kann ohne Pro­bleme Flüs­sig­kei­ten mit­neh­men. Nach der Ankunft, kramte man ein­fach sei­nen Ruck­sack aus dem hin­te­ren Teil des Flug­zeu­ges, lief über die kleine Roll­bahn, winkte dem pilo­ten noch ein­mal und ver­ließ de Flug­ha­fen durch ein ein­fa­ches Tor. Das nenne ich mal unkompliziert!

Belfast Castle und Cave Hill

Bei fros­ti­gem, aber son­ni­gen Wet­ter erkun­de­ten wir am Sonn­tag den Cave Hill und das gele­gene Bel­fast Castle. Beim alten Schloss gibt es außer einer klei­nen Aus­stel­lung in der obers­ten Etage und einem klei­nen Schloss­gar­ten nicht viel zu sehen.

Aber man kann von dort aus einen ca 7km lan­gen Rund­weg auf den Cave Hill bewan­dern. Zwar war es wie gesagt schwei­ne­kalt aber der Weg ging Gott sei Dank teil­weise ziem­lich steil berg­auf. Da wurde man dann wie­der warm.

Am Gip­fel ange­kom­men hat man einen wun­der­ba­ren Aus­blick auf Bel­fast. Aber auch am Weges­rand gab es schöne Dinge zu sehen: Gras­halme und Büsche waren ver­eist und reflek­tier­ten das Son­nen­licht. Ein wenig erin­nerte mich die Wan­de­rung an das Mär­chen von der Schnee­kö­ni­gin bzw Bil­der aus einer Ver­fil­mung, die ich irgend­wann ein­mal gese­hen habe.

Update: Flo’s Pho­tos von dem Aus­flug gibt’s hier zu sehen.

Weihnachtsmarkt in Belfast

Gerade sind wir aus dem Urlaub zurück­ge­kom­men und nun müs­sen wir schon wie­der in Weih­nachts­stim­mung kom­men! Beim Aldi um die Ecke gibt es Weih­nachts­ge­bäck, der Advents­ka­len­der liegt bereit, Kol­le­gen gehen bereits in die Ferien und über­all klin­gen Weih­nachts­lie­der (ich sage nur „Last Christ­mas“ von Wham).

Eine wirk­lich schöne Sache der Vor­weih­nachts­zeit ist jedoch der Weih­nachts­markt. Und man wird es kaum glau­ben, aber in Bel­fast gibt es auch einen. Zwar ist das eher ein inter­na­tio­na­ler Essens­markt mit deut­scher Salami, Schwei­zer Käse, iri­schem Bier und Aus­tra­li­schem Känguru-Burger aber mal ganz ehr­lich: Bes­ser als nichts!

IKEA

Lange fühlte ich mich als Aus­sät­zige, wenn ich im Freun­des­kreis beken­nen musste noch nie im Leben bei IKEA gewe­sen zu sein. Schließ­lich gab es immer noch ein paar brauch­bare Möbel für mein Zim­mer in Mag­de­burg, die irgendwo im Kel­ler herum standen.

An die­sem Sams­tag konnte ich meine Wis­sens­lü­cke aber end­lich stop­fen. Die Inter­na­tio­nal Stu­dents Society orga­ni­sierte mal wie­der einen Wochen­end­aus­flug nach Bel­fast. Weil Flo und ich den Giants Cau­se­way ja schon gese­hen hat­ten, pen­del­ten wir also am Sams­tag zum IKEA.

Es ist schon ganz prak­tisch und anspre­chend ein­ge­rich­tet aber am Ende ist es eben doch nur ein Möbel– und Ein­rich­tungs­haus, sodass ich den Hype nicht ganz ver­ste­hen kann.

Viel­leicht wäre mein Urteil auch posi­ti­ver, wenn wir end­lich eine große Pin­wand oder eine große, dünne Schaumgummi-Wand für unsere Welt­karte gefun­den hät­ten. Dafür haben wir aber ein gro­ßes Stück Pappe mit­ge­nom­men, auf wel­che wir hof­fent­lich bald die Karte anbrin­gen wer­den. Ich freue mich schon die ganze Zeit dar­auf, die Pins hineinzustecken!

Außer­dem erstan­den wir unter Ande­rem noch sechs Ener­gie­spar­lam­pen mit der fal­schen Fas­sung — na wunderbar…

Abgefackelt

Eigent­lich sollte die Mensa auf dem Nord­cam­pus in Mayn­ooth erwei­tert wer­den. Irgend­et­was lief am Frei­tag Mit­tag jedoch schief und die Mensa brannte statt­des­sen nie­der. Es gibt ver­schie­dene Gerüchte. Das Feuer könnte beim Schwei­ßen der Dach­pappe an der Bau­stel­len ent­stan­den oder genau am ande­ren Ende in der Küche aus­ge­bro­chen sein. Fest steht jedoch, dass das Dach unter der enor­men Hitze zusam­men­ge­bro­chen ist.

Jetzt ist nicht nur unsere Mensa dahin, son­dern auch die angren­zende Sport­halle fürs Erste geschlos­sen. Gott sei Dank wurde nie­mand verletzt.

Hier kann man sich ein Video davon anse­hen: Fire in Maynooth

Am Ende erin­nerte es mich jedoch stark an meine Zeit in Bra­si­lien. Ver­folgt mich da was?

Die Erschaffung der Erde…

… ver­tont in Haydns „Die Schöp­fung“ gab es am Mitt­woch Abend im Kon­zert­saal des Tri­nity Col­le­ges in Dub­lin auf die Ohren. Ein Kol­lege aus de Insti­tut singt im Chor und hatte am Mit­towch Mor­gen kurz­fris­tig die Wer­be­trom­mel gerührt.

Da ich mich ja jetzt schon so her­vor­ra­gend in Dub­lin aus­kenne, beschloss ich allein hin­zu­fah­ren. Das war eine gute Ent­schei­dung, denn das Kon­zert war wirk­lich sehr schön. Ich hörte kon­zen­triert zu und lauschte vor allem mal auf­merk­sam dem Text. Man muss schon sagen, dass die For­mu­lie­run­gen aus der Bibel zum größ­ten Teil sehr gewählt und gera­dezu poe­tisch daher­kom­men. (Oder Haydn hat sich die schöns­ten Stel­len her­aus gepickt.) Wie auch immer, jetzt bin ich in Sachen Schöp­fungs­ge­schichte wie­der infor­miert und wurde neben­bei auch noch gut unterhalten.

Übri­gens hän­gen im Saal rie­sige Gemälde der bedeu­tends­ten Söhne der Uni­ver­si­tät (zB. Jona­than Swift, der ja Gul­li­vers Rei­sen geschrie­ben hat). Außer­dem befand sich dort ein Gemälde eines Man­nes, der anhand der Bibel das genaue Datum der Schöp­fung der Erde „bestimmt“ hat (im Dezem­ber 4xxx B.C.). Lei­der weiß ich aber das genaue Datum und sei­nen Namen nicht mehr. Mann mann mann, was für ein Gedächtnis…

Und schon wieder Student…

Kaum habe ich mich in Mag­de­burg exma­tri­ku­liert bin ich schon wie­der eine ein­ge­schrie­bene Studentin!

Mit mei­nem Diplom­zeug­nis aus Deutsch­land und einer selbst ange­fer­tig­ten Über­set­zung ins Eng­li­sche konnte ich mich heute völ­lig uner­war­tet an der NUI Mayn­noth einchrei­ben. Was ist denn los? Erst so eine Welle machen, dass ich unbe­dingt (!) ein eng­li­sches Zeug­nis brau­che, und dann beim ers­ten reso­lu­ten „Wat ande­res jibt es nisch!“ ein­kni­cken?! Ich konnte es gar nicht fassen…