Alicante im Regen

_DSC9809_maxAli­cante ist bekannt­lich eine große Stadt im Süden Spa­ni­ens mit vie­len Tou­ris­ten und Strän­den. Eigent­lich ein guter Ort um den Urlaub in der Sonne und in Stra­ßen­ca­fés aus­klin­gen zu lassen.

Lei­der reg­nete es. Damit meine ich nicht einen nied­li­chen Nie­sel­re­gen oder ver­gleich­bare, ver­nach­läs­sig­bare Wet­ter­phä­no­mene. Ich meine Sturz­re­gen, Bäche von oben, ein­fach ganz viel Was­ser in kur­zer Zeit auf wenig Fläche.

Die Stra­ßen ver­wan­del­ten sich in kür­zes­ter Zeit in Was­ser­bah­nen und wir hat­ten wie­der­ein­mal Glück, dass wir recht­zei­tig in unse­rer Unter­kunft ange­kom­men waren und dort neben zuvor ein­ge­kauf­ten Lebens­mit­teln auch eine Küche vor­fan­den. Denn wie bereits in Valen­cia ist nicht der Regen an sich ein Pro­blem (es gibt ja Jacken, Schuhe und zur Not Hand­tü­cher und Föne), son­dern die Men­ta­li­tät an Regen­ta­gen quasi die Bür­ger­steige hoch­zu­klap­pen und alle Bars und Restau­rants zu schließen.

Gegen Abend hatte sich das Unwet­ter dann wie­der ver­zo­gen und wir konn­ten den letz­ten Abend wenigs­tens noch mit einer Piña Colada aus­klin­gen lassen.

Linguistische Experimente in Cartagena

_DSC9708_maxWäh­ren wir nicht zufäl­lig an die­sem Lokal in Car­ta­gena vor­bei­ge­kom­men, wäre der Besuch die­ser Hafen­stadt unspek­ta­ku­lär, fast schon lang­wei­lig wer­den können.

Die Stadt berei­tete sich wohl schon auf die Audi-Regatta am nächs­ten Tag vor oder die Bewoh­ner hat­ten ob des grauen Him­mels Angst vor dem dro­hen­den Regen­guss. Jeden­falls waren die Stra­ßen so gut wie men­schen­leer und viele Lokale waren geschlossen.

Aber dann kamen wir an die­sem Haus vor­bei und konn­ten wenigs­tens herz­lich lachen.

Almería

_DSC9574_maxNach so viel Kul­tur­gut, Kunst und Geschichte woll­ten Flo­rian und ich noch ein wenig die spa­ni­sche Land­schaft, die Sonne und vor allem den Strand genie­ßen und ver­brach­ten zwei Nächte in Alemría.

Alme­ría selbst ist eine recht tou­ris­ti­sche Stadt mit einer schö­nen, alten Burg ober­halb der Stadt. Obwohl sie nach dem Besuch der Moschee in Cór­doba und der Alham­bra in Gra­nada uns nicht beson­ders beein­druckte, so war es doch eine schöne Wan­de­rung durch die Gas­sen der Alt­stadt zur Burg und ein schö­ner Aus­blick auf die Stadt und das Meer.

_DSC9632_maxAm nächs­ten Tag war dann aber end­lich Strand ange­sagt und Flo und ich genos­sen Meer und Sonne in Cabo de Gata. Die­ses Natur­schutz­ge­biet kann mit vie­len ver­hät­nis­mä­ßig ein­sa­men Strän­den und Buch­ten aufwarten.

Lei­der ist der Sand­strand eher grau als weiß oder gelb und die Vege­ta­tion wegen der Tro­cken­heit im Sep­tem­ber aus­ge­trock­net und größ­ten­teils braun. Den­noch war es schön, end­lich ein wenig Sonne zu tan­ken und dem Rau­schen der Wel­len zu lauschen.

Alles Tapas oder was?

_DSC9480_maxIn vie­len spa­ni­schen Bars ist es üblich mit einem Bier oder Glas Wein auch einen klei­nen Tel­ler mit einer tapa (klei­ner Snack) zu bekom­men. In eini­gen Loka­len kann man sich die Tapas aus einem Menu aus­wäh­len, in ande­ren Bars und Knei­pen muss man neh­men, was man bekommt.

Wenn man also sowohl Hun­ger als auch Durst hat, kann man sich prima mit die­sen tapas ernäh­ren und neben­bei viele kleine, abwechs­lungs­rei­che Lecker­ein der Region genießen.

Lei­der muss man aber auch ein Getränk pro tapa trin­ken, was sich je nach Hun­ger schlecht auf Gehirn und Leber aus­wirkt. Schwan­gere, Kin­der un tro­ckene Alko­ho­li­ker dür­fen übri­gens auch ein Was­ser, Saft oder Brause zur tapa genie­ßen — Glück gehabt!

La Alhambra de Granada

_DSC9076_maxLaut Wiki­pe­dia ist die Alham­bra in Gra­nada das meist­be­suchte Monu­ment in Europa -  also vor Tower Bridge, Eifel­turm, Bran­den­bur­ger Tor, Akro­po­lis, Kolos­seum und der Klos­ter­kir­che Jeri­chow?!?!

Weil es wegen der Besu­cher­ströme nicht zu jeder Zeit mög­lich ist ein­fach am Ein­gang auf­zu­kreu­zen und die Bau­ten und Gär­ten zu besu­chen, ver­brach­ten wir den ers­ten Tag zunächst in den Gas­sen Gra­na­das und genos­sen unter ande­rem den Son­nen­un­ter­gang über der Stadt mit Blick auf die Alhambra.

_DSC9164_maxUm die Alham­bra zu besich­ti­gen kann man Tickets im Inter­net, bei Rei­se­bü­ros oder an der Kasse vor­be­stel­len. Auf jedem Ticket ist außer­dem ver­merkt, in wel­chem 30-Minuten-Zeitfenster man berech­tigt ist die belieb­tes­ten Teile der Anlage (Pala­cios Naza­ries) zu besich­ti­gen und ob man den Rest vor­mit­tags oder nach­mit­tags besu­chen kann. Min­des­tens ca. 2000 Tickets sind jedoch täg­lich mor­gens an der Kasse zu erwerben.

Weil Flo­rian und ich uns zu spät um Tickets geküm­mert hat­ten, muss­ten wir um 6 Uhr im dun­keln auf­ste­hen um ab um 7 Uhr anzu­ste­hen. Ok, wenn wir um 7:45 oder 8 Uhr da gewe­sen wären, hätte es wahr­schein­lich auch aus­ge­reicht, aber zumin­dest die Mit­ar­bei­ter in unse­rer Unter­kunft und unser Rei­se­füh­rer hat­ten uns 7 Uhr emp­foh­len. Na, bes­ser als umgekehrt.

_DSC9266_pano_maxSo beka­men wir Tickets für den ers­ten Ein­lass in die Pala­cios Naza­ries um 8:30 und konn­ten die Schön­heit der Anlage noch ohne Hor­den von Tou­ris­ten genießen.

Wie­der­mal war ich von der unver­gleich­li­chen Schön­heit und Schlicht­heit der unzäh­li­gen Orna­mente, Mus­ter und Ver­zie­run­gen fas­zi­niert. Obwohl in vie­len Räu­men kein Qua­drat­zen­ti­me­ter Stein unbe­hauen oder unver­ziert ist, wirkt es nie­mals überladen.

Die Gär­ten sind sehr schön ange­legt, wer­den offen­sicht­lich gut gepflegt und ihnen ver­lau­fen sich die Besu­cher ziem­lich gut. So kann man immer­noch ein wenig von der Bedeu­tung die­ses Ortes spü­ren. Wenn man einen Moment inner­hält und die Gedan­ken schwei­fen lässt, kann man sich schon fast zurück in die Zeit ver­set­zen als die Anlage in ihrer Blüte stand.

La Mezquita Catedrál de Córdoba

_DSC8876_maxDer Süden Spa­ni­ens war bekannt­lich lange von Ara­bern besetzt/beherrscht und diese hin­ter­lie­ßen natür­lich neben ihrer Kul­tur auch viele Bau­werke wie zum Bei­spiel die große Moschee in Cór­doba. Bereits die Fas­sade lässt ver­mu­ten, dass es innen nicht nur ange­nehm schat­tig und kühl sein muss, son­dern, dass einen hier eine ganz andere Archi­tek­tur als die der christ­li­chen Welt erwartet.

Von einem Oran­gen­gar­ten (wo alle Früchte von Tou­ris­ten ergau­nert wer­den, sobald es der Rei­fe­grad der Früchte zulässt) aus gelangt man dann in eine tat­säch­lich kühle, dunkle Halle mit unzäh­li­gen Säu­len, die oben in rot-weißen Bögen zusam­men lau­fen. Allein durch seine Schlicht­heit strahlt der Ort (Trotz der Tou­ris­ten) eine Ruhe, Bestän­dig­keit und Schön­heit aus.

_DSC8931_maxWirk­lich schade aus mei­ner per­sön­li­chen archi­tek­to­ni­schen und ästhe­ti­schen Sicht ist, dass die Spa­nier Cór­doba zurück erober­ten. Ihnen fiel näm­lich nichts bes­se­res ein, als mit­ten in die Moschee eine prunk­volle, mei­nes Erach­tens über­la­dene, christ­li­che Kir­che bzw Kathe­drale zu set­zen. Auch wenn ich selbst Chris­tin bin, emp­fand ich den Anblick als unver­zeih­li­chen Faux­pas der Archi­tek­tur­ge­schichte — meine Meinung.

Freud und Leid einer Autofahrt

_DSC8834_maxDurch das Hin­ter­land Spa­ni­ens, durch Oli­ven­haine, mit Aus­bli­cken auf alte Bur­gen und Schlös­ser, vor­bei an wei­ßen und gel­ben Bau­ern­häu­sern und durch ver­träumte Täler… da macht das Auto fah­ren Spaß.

Man lässt den Blick wan­dern, die Gedan­ken schwei­fen und ent­spannt bei der hof­fent­lich rausch– und wer­be­freien Radio­mu­sik. Herrlich!

Doch irgend­wann kommt man sei­nem Ziel unwei­ger­lich näher. Wenn die­ses Ziel der Kern einer spa­ni­schen Alt­stadt ist, tre­ten einem unter Umstän­den trotz Kli­ma­an­lage bereits mili­me­ter Große Schweiß­per­len auf die Stirn. Wenn man außer­dem ein Auto mit dem Wen­de­kreis eines Reis­bus­ses (Seat Leon) fährt, die Stadt eigent­lich nur aus Ein­bahn­stra­ßen besteht und die Hälfte derer wegen Stra­ßen­fes­ten, Mara­thon, Tri­ath­lon, Bau­stel­len oder eine Kom­bi­na­tion derer gesperrt ist, ist die Wir­kung des Deos nicht mehr mes­bar und der Urlaubs­ef­fekt in kür­zes­ter Zeit dahin.

Aber, ja, wir haben es trotz­dem hin­be­kom­men und einen Park­platz ergat­tert. Der Besuch des ara­bi­schen Bades und die Mas­sage am Abend waren ja eh schon vor­her ein­ge­plant gewesen!

Riópar Viejo und der Welt-Fluss

_DSC8824_maxAuf den Spu­ren Don Quicho­tes (ja, der Depp mit den Wind­müh­len…) schlu­gen wir uns tags dar­auf durch Castilla-La Man­cha bis nach Úbeda.

Da auf dem Weg der Fluss Welt (Rio Mundo) ent­springt und die dazu­ge­hö­ri­gen Was­ser­fälle laut unse­rem Rei­se­füh­rer „beein­dru­ckend“ sein soll­ten, lie­ßen wir uns das nicht nehmen.

Beein­dru­ckend war aber eher, wie wenig Was­ser immer­noch die Defi­ni­tion „Was­ser­fall“ recht­fer­tigt und wie besorgt und bemüht die Parkran­ger waren. Der eine emp­fahl so zu par­ken, dass man im Falle eines Wald­bran­des schnell los­fah­ren könnte und der andere erkun­digte sich, ob wir für die 5–10 Minu­ten leich­ten Fuß­weg auch was zu essen und Was­ser dabei hät­ten. Alles sehr beruhigend.

Alcalá del Júcar

_DSC8779_maxAuf dem Weg von Valen­cia nach Alba­cete wähl­ten wir am nächs­ten Tag die land­schaft­lich schöne Stre­cke durch die Berge über Alcalá del Júcar.

Es ging von einer kur­vi­gen Berg­straße zur nächs­ten durch Wein­berge, Täler und Oli­ven­haine. Alcalá del Júcar ist ein klei­ner, male­risch gele­ge­ner Ort. Lei­der erreich­ten wir das Nest genau zur Sies­ta­zeit (also zwi­schen 13 und 17 Uhr) und konn­ten  die unzäh­li­gen Sehens­wür­dig­kei­ten wie Höh­len und alte Burg nicht besichtigen.

_DSC8818_maxDafür schlen­der­ten wir ein wenig am Flüss­chen ent­lang und beob­ach­te­ten ältere Her­ren beim Plausch im Schatten.

Im Nach­hin­ein war es gar keine schlechte Idee das Ende der Siesta nicht abzu­war­ten. Dank unzäh­li­ger Bau­stel­len und noch schlech­te­ren Stra­ßen brauch­ten wir ziem­lich lange, bis wir irgend­wann in Alba­cete ankamen.

Valencia im Regen

_DSC8697_maxWenn es in Irland auf den Win­ter zugeht und man sich mit lan­gen, dunk­len und feuch­ten Mona­ten kon­fron­tiert sieht, gibt es nichts bes­se­res als einen klei­nen Abste­cher in ein son­nen­ver­wöhn­tes Land zu machen.

Freund­li­cher­weise wur­den Flos Paper bei der Posta ange­nom­men und noch schö­ner war dies, weil die Kon­fe­renz in die­sem Jahr in Valen­cia statt­fand. Also buch­ten wir kur­zer­hand für mich einen zusätz­li­chen Flug und genos­sen noch elf Tage spa­ni­sche Sonne.

Irgend­wie hatte Petrus aber was falsch ver­stan­den und so reg­nete es gleich an mei­nem ers­ten Tag in Valen­cia. Nun gut, das sind wir ja gewöhnt. Auch ohne Gum­mi­stie­fel kann man einen sol­chen Tag unbe­scha­det über­ste­hen. Das sehen die Spa­nier aller­dings offen­sicht­lich anders. Valen­cia wirkte wie aus­ge­stor­ben. Wo am Frei­tag Abend noch das Leben tobte, fand man am Sams­tag geschlos­sene Bars und Restau­rants. Gut, dass unser Hos­tel eine Küche hatte…

Die Stadt ist sonst bestimmt schön, aber men­schen­leer und grau kommt sie ein­fach nicht so gut rüber. Tja und Strand im Regen.… auch nicht so mein Ding…