Noch etwas Hefe?

Es gibt Bier, es gibt (unge­nieß­bare) Würst­chen, es gibt sogar Leber­wurst und auch Pud­ding­pul­ver soll ver­ein­zelt gesich­tet wor­den sein. Aber Hefe such­ten wir in den Super­märk­ten New­cast­les bis­her ver­geb­lich. Flo­rian wollte sich mit die­sem Man­gel nicht län­ger abfin­den und recher­chierte so lange, bis er eine Bäcke­rei aus­fin­dig machte, die auf Anfrage 1kg-Abpackungen aus dem eige­nen Vor­rat weiterverkaufen.

Über­glück­lich halte ich also ein gan­zes Kilo­gramm fri­sche Hefe in den Hän­den. Am Wochen­ende muss ich mich nun ent­schei­den, was ich als ers­tes zube­rei­ten will: Hefe­klöße, Hefe­ku­chen, Bre­zeln oder Brot? Das wird schwierig.…

(Nicht ganz) Wilde Tiere

Obwohl es im Sumpf­be­su­cher­zen­trum jeden Tag einen kos­ten­lo­sen kind­ge­rech­ten Vor­trag über einige der Tiere gibt, die in den Aqua­rien und Ter­ra­rien leben, haben wir erst an die­sem Wochen­ende end­lich geschafft ein­mal hin­zu­ge­hen. Die Tiere wer­den sogar her­aus­ge­nom­men und Kin­der und Erwach­sene dür­fen sie anfas­sen oder im Fall der Python sogar um den Hals legen.

Ent­ge­gen mei­ner Erwar­tung fühlte sich die Haut der Rep­ti­lien eher tro­cken statt glit­schig an. Die Kro­ko­dils­haut war sogar so weich, dass ich nach­voll­zie­hen kann, warum man­che Men­schen dar­aus Schuhe herstellen.

Bleibt nur noch zu sagen, dass wir eini­ges gelernt haben. Sophie traute sich übri­gens nur das Kro­ko­dil (mit zuge­schnür­tem Maul) anzu­fas­sen. Die Schild­kröte, die klei­nen Eidech­sen und die Schlange waren ihr wohl zu ungefähr­lich.

Wir sind nicht allein (5)

Letz­tens fühlte ich mich auf unse­rer Ter­rasse ein wenig beob­ach­tet. Und siehe da, eine ca 25cm große Echse steckte noch halb in der Ver­klei­dung der Ter­ras­sen­tür und war wohl gerade dabei wie­der nach drau­ßen zu klet­tern. Wie kommt so ein gro­ßes Tier unbe­merkt in unser Haus? Ist das die Mut­ter der gan­zen klei­nen Eidech­sen, die wir stän­dig im Haus fin­den und nach drau­ßen brin­gen? Und vor allem, sind die eigent­lich wirk­lich unge­fähr­lich? Zumin­dest die Ant­wort auf Frage drei ist hof­fent­lich ‚nein‘ ‚ja‘.

Wir sind nicht allein (4)

Vor ein paar Tagen ent­deckte Flo­rian einige kleine Schwarze Punkte am obe­ren Ende der Wand in unse­rem Flur. Bei genaue­rer Betrach­tung stellte sich dann her­aus, dass es sich wohl um irgend­wel­che klei­nen Insek­ten (ca. 1mm Länge) han­delt, die sich dort nicht nur ver­sam­melt haben, son­dern auch began­nen sich dort ein Nest aus unse­rer Flur­de­cke zu bauen! Haben die eine Geneh­mi­gung?! Mit einem Insek­ten­spray waren die klei­nen Bewoh­ner schnell ver­nich­tet. Jetzt haben wir aber ein ver­wais­tes Nest in unse­rem Flur und ich hoffe nur, dass sich darin keine Eier befinden!

Weiß viel­leicht jemand, was das für Vie­cher sind??

Sumpfbesuch

Das Wet­ter der Oster­tage war nicht so son­nig wie am Kar­frei­tag aber lud zu einem Spa­zier­gang ein. Also bega­ben wir uns end­lich ein­mal in das Wet­lands Centre hin­ter unse­rem Haus. Es gibt nicht so viele Tiere wie in einem Zoo zu sehen, aber die Anlage ist sehr groß­zü­gig ange­legt, so dass es nicht über­lau­fen ist und man in Ruhe die unzäh­li­gen Vögel, von denen ich nicht ein­mal den Namen weiß, beob­ach­ten kann. Außer­dem haben sie einen schö­nen Spiel­platz und ein klei­nes Gehege mit Enten.

Nelson Bay

Bei gutem Wet­ter fuh­ren wir am dies­jäh­ri­gen Kar­frei­tag Rich­tung Nor­den zur Nel­son Bucht. Am süd­li­chen Ende der Bucht befin­det sich ein klei­ner Hügel mit dazu­ge­hö­ri­gem Wan­der­weg zum Gip­fel. Bei wun­der­schö­nem Som­mer­wet­ter wurde unsere Gip­fel­wan­de­rung mit einem ebenso wun­der­ba­ren Aus­blick belohnt. Beson­ders schön war auch, dass Sophie dies­mal den gan­zen Weg hoch und run­ter allein lief rannte.

Nach einem klei­nen Hap­pen zum Mit­tag ging es dann an das nörd­li­che Ende eines circa 17km lan­gen Stran­des, der sich bis nach New­castle hin­zieht. Neben viel Sand, Was­ser, Wel­len gibt es dort sogar Kamele zu bestau­nen. Auf deren Rücken kann man Tou­ren durch die rie­si­gen Dünen machen. Aber wir begnüg­ten uns mit dem Strand und ver­tag­ten den Kamel­ritt auf einen ande­ren Besuch.

Brief einer frustrierten Kundin

Sehr geehrte Damen und Herren,

an die­ser Stelle ist es wohl an der Zeit mich recht herz­lich für die Dienste der Firma Care­line Umzüge zu bedan­ken. Als wir uns anläss­lich unse­res Umzugs nach Aus­tra­lien nach einer geeig­ne­ten Lösung für unse­ren Haus­stand umsa­hen, konn­ten wir nicht ahnen, dass wir mit Care­line Umzüge so viel mehr als nur den Trans­port unse­rer Güter erhal­ten würden.

Da unsere Kis­ten bereits vor Weih­nach­ten abge­holt wur­den, konn­ten wir in die­sem Jahr end­lich ein­mal der kit­schi­gen Weih­nachts­de­ko­ra­tion ent­ge­hen und dank unse­rer kah­len Wände die Geburt Jesus Chris­tus im Stall zum ers­ten Mal authen­tisch nach­füh­len. Auch die Weih­nachts­ka­len­der waren bereits ver­schifft und somit sank auch unser Ver­brauch an Süßig­kei­ten und Scho­ko­lade enorm. Unsere Hüf­ten und Bäche könn­ten nicht dank­ba­rer sein!

Zu alle­dem waren wir zu Trä­nen gerührt, als wir erfuh­ren, dass unsere Schiffs­la­dung erst Ende Januar — also zum glei­chen Zeit­punkt wie wir! — die bri­ti­schen Inseln ver­ließ. Sie ver­ste­hen wahr­haf­tig, dass Men­schen wie wir gerne ihre Hab­se­lig­kei­ten in der Nähe wissen!

Als wir dann unser neues Haus bezo­gen waren wir unend­lich dank­bar, dass die unzäh­li­gen Kis­ten noch nicht ein­ge­trof­fen waren und wir uns somit voll und ganz auf das auf­bauen der Möbel kon­zen­trie­ren konn­ten. Ken­nen Sie das auch? Man hat ganz neue Regale aber sieht sie nie als Kunst­werk oder hand­werk­li­che Meis­ter­leis­tung an sich son­dern miss­braucht sie jedes Mal aufs neue um sie mit Büchern voll­zu­stel­len. Danke für ihrer Auf­op­fernde Hilfe. Nun haben wir es begrif­fen und genie­ßen den Anblick unse­res Bil­ly­re­gals in vol­len Zügen.

Auch unsere Toch­ter hat Ihnen viel zu ver­dan­ken. Nach einem Weih­nach­ten ohne Spiel­zeug oder Geschenke lebt sie nun mit uns in die­sem puris­ti­schen Expe­ri­ment um auch wirk­lich alle Mög­lich­kei­ten der weni­gen Spiel­zeuge voll aus­zu­schöp­fen. Den­ken Sie nicht auch, dass Kin­der sonst viel zu viele unnütze Spiel­zeuge haben? Doch auch uns ist wie­der bewusst gewor­den, mit wie wenig man selbst in zwei Kli­ma­zo­nen in fast vier Mona­ten aus­kom­men kann.

Doch nicht nur wir son­dern auch unsere Kis­ten sind Ihnen zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet. Wenn Sie nicht die umsich­tige Ree­de­rei der Maersk Essex gewählt hät­ten, wären sie wohl nie­mals in den Genuss gekom­men nach einem kur­zen Auf­ent­halt in Sin­ga­pur noch nach China rei­sen zu dür­fen. Die meis­ten auf Pro­fit ori­en­tier­ten Men­schen die­ser Welt hät­ten sie ein­fach direkt nach Syd­ney geschickt, dabei ist es doch so wich­tig in unse­rer hek­ti­schen Gesell­schaft sich auch ein­mal Zeit zu nehmen!

Der beste Coup ist Ihnen jedoch gelun­gen, als sie erst kürz­lich bestä­tig­ten, dass unsere Schiffs­la­dung am 1.4. in Syd­ney ein­tref­fen wür­den. Sie sind wirk­lich ein außer­or­dent­lich wit­zi­ges Unter­neh­men. Fast wären wir tat­säch­lich auf die­sen April­scherz hereingefallen!

Mir scheint wir kön­nen uns kaum ange­mes­sen für Ihre Dienste bedan­ken. Doch auch hier zeigt sich wie­der Ihre unend­li­che Groß­zü­gig­keit. Denn wie sonst sol­len wir es uns erklä­ren, dass Sie den Hin­weis über die nicht mit ein­be­grif­fe­nen Zoll­kon­troll­ge­büh­ren so geschickt im Klein­ge­druck­ten ver­steckt haben?

In tie­fer Dank­bar­keit auf ewig Ihre
Steffi

PS: Inspi­riert von dem Brief des frus­trier­ten Autors eines wis­sen­schaft­li­chen Auf­sat­zes.

Schöner Tag

Ein schö­ner Tag ist:

- ein zwei­tes Früh­stück mit hei­ßer Scho­ko­lade, Muf­fin und einem lie­ben Kind,

- ein Spa­zier­gang über einen klei­nen Straßenmarkt,

- ein Grill­fest im Park mit gutem Essen und gutem Wetter,

- Koa­las beim Fres­sen und Klet­tern beobachten,

- ein guter Film.

Internet

Yeah! Die klei­nen grü­nen Lämp­chen am Rou­ter leuch­ten! Wir haben end­lich Internet!

(Zwar lang­sa­mer als das mei­ner Oma, aber was soll’s.…)

Jetzt beginne ich lang­sam die gan­zen lie­gen­ge­blie­be­nen Inter­ne­ter­le­di­gun­gen auf­zu­ar­bei­ten: Blog­ein­träge schrei­ben, Emails schrei­ben und Sky­pe­te­le­fo­nate füh­ren zum Bei­spiel. Also bitte nicht böse sein, wenn es noch eine Weile dau­ert, bis ich mich melde!

St. Patrick’s Day

Lei­der habe ich es in mei­ner Zeit in Irland nie geschafft zur gro­ßen St. Patrick’s Parade nach Dub­lin zu fah­ren und in die­sem Jahr war es dann lei­der zu spät. (Es ärgert mich schon ein biss­chen aber die St.Patrick’s Days waren den­noch alle sehr schön!)

In die­sem Jahr kamen wir lei­der gar nicht zum Fei­ern, denn unsere zwei Kol­le­gen sind nun auch aus Irland ange­kom­men (haben also auch die Parade ver­passt), sind voll im Jet­leg, haben keine Woh­nung, müs­sen sich bei der Bank aus­wei­sen und ste­hen im Gro­ßen und Gan­zen vor genau der glei­chen gro­ßen Auf­gabe sich hier ein­zu­rich­ten und ein­zu­le­ben wie wir vor sechs Wochen. Da blieb nicht viel Zeit zum Feiern.

Abends leis­te­ten wir uns aber den­noch eine Dose Guin­ness aus der Dose. Was für eine Ent­täu­schung! Angeb­lich soll der Inhalt in Dub­lin gebraut wor­den sein, aber es schmeckte so, als hätte man es zumin­dest danach stark verdünnt.