Geldtransfer

Nur für den Fall, dass jemand von euch ein­mal nach Aus­tra­lien zie­hen will:

Man kann sehr ein­fach online ein Konto bei der West­pac Bank eröff­nen. Anschlie­ßend kann man, selbst wenn man sich noch nicht aus­ge­wie­sen hat, dann bereits vor dem Umzug Geld auf das Konto über­wei­sen. In Aus­tra­lien ange­kom­men, geht man mit sei­nem Pass in eine Filiale um zu bewei­sen, dass man wirk­lich exis­tiert, und kann ab dem Zeit­punkt auch auf das Geld zugrei­fen. Das erspart einige Ren­ne­rei in Aus­tra­lien und das Mit­neh­men von gro­ßen Sum­men Bargeld.

Außer­dem um Geld inter­na­tio­nal zu über­wei­sen fal­len oft hor­rende Gebüh­ren an, die sich außer­dem zwi­schen den Ban­ken stark unter­schei­den. Nach eini­ger Recher­che haben wir uns für den Ser­vice der web­seite xe.com ent­schie­den, da die Trans­ak­ti­ons­kos­ten dort sehr ein­fach und durch­sich­tig struk­tu­riert sind. Bis­her ist auch alles wohl­be­hal­ten auf unse­rem Konto in Aus­tra­lien angekommen.

Transit

Von nun an sind wir im Tran­sit. Heute sind wir aus unse­rer Woh­nung in Geral­dine House aus­ge­zo­gen, haben unsere Kau­tion zurück bekom­men und blei­ben für einige Tage bei unse­ren Freun­den im glei­chen Haus bevor es noch ein­mal nach Deutsch­land geht.

Es fühlt sich schon selt­sam an, so ganz ohne eige­nes Zim­mer oder Woh­nung da zu ste­hen und nun so rich­tig aus dem Kof­fer und unzäh­li­gen Tüten zu leben. Außer­dem trage ich ab jetzt nur noch so alte Sachen, die danach direkt im Müll lan­den. Das spart viel­leicht eine Menge Wäsche!

Aber bis­her hat alles gut geklappt, die Ruck­sä­cke für Deutsch­land sind auch schon gepackt und irgend­wie ist diese Zeit nicht nur stres­sig son­dern auch auf­re­gend. Trotz­dem kann ich es kaum erwar­ten eine Woh­nung in New­castle zu beziehen!

Tick tack

Die Tage gehen dahin und schon sind es weni­ger als zehn Nächte, die wir in unse­rer jet­zi­gen Woh­nung schla­fen wer­den. Am Wochen­ende habe ich so wich­tige Dinge wie Bett­wä­sche und Hand­tü­cher sor­tiert, die Kof­fer zur Probe gepackt und abge­wo­gen (zur Zeit ins­ge­samt 7kg zu viel für alle drei zusam­men) und noch mehr geborg­tes Spiel­zeug zurück­ge­ge­ben. Da jetzt auch der Wickel­tisch raus ist, hallt es jetzt schon neben dem Wohn– und Schlaf­zim­mer auch im Kinderzimmer.

Am Wochen­ende fei­ern wir Abschied mit unse­ren Freun­den, am Mon­tag zie­hen wir aus und am Don­ners­tag nächste Woche geht es nach Deutschland.

So lang­sam sickert es durch, dass wir wirk­lich Irland ver­las­sen, dass wir wirk­lich nach Aus­tra­lien zie­hen, dass wir wirk­lich aus unse­rer Woh­nung aus­zie­hen, dass es wirk­lich bald soweit ist. Ich habe unzäh­lige Kis­ten gepackt, Kof­fer und Sachen gewo­gen, Ver­si­che­run­gen gekün­digt, Kon­ten eröff­net und geschlos­sen, Sachen ver­schenkt und ver­kauft. So lang­sam sickert es durch und je mehr es mir bewusst wird, desto mehr wird mir zuwei­len mul­mig. Wir freuen uns immer­noch rie­sig auf New­castle, aber ein selt­sa­mes Gefühl von Abschied mischt sich darunter.

Jetzt begin­nen die letz­ten Male: das letzte Mal Got­tes­dienst bei MCC, das letzte Mal im Büro, das letzte Mal Freunde tref­fen, das letzte Mal im Pub, das letzte Mal in Mayn­ooth — für eine Weile zumindest.…

Gebrannte Mandeln

Noch ganz im Rausch der Wie­ner Weih­nachts­märkte konn­ten Flo­rian und ich ein­fach nicht akzep­tie­ren, dass gebrannte Man­deln hier nicht so ein­fach zu haben sind. Nach kur­zer Recher­che fan­den wir einige Rezepte und leg­ten mutig los:

  1. Man braucht pro 100g Man­deln (ganz, unge­schält), 50-100g Zucker (Menge und Art des Zuckers je nach Geschmack. Wie haben 50g Zucker braun und weiß gemischt ver­wen­det.), 100ml Was­ser und je nach Vor­lie­ben Zimt, Vanil­lin­zu­cker oder Oran­gen– und Zitronenschale.
  2. Alles in einer beschich­te­ten Pfanne bei vol­ler Hitze zum Kochen brin­gen und so lange unter rüh­ren kochen las­sen, bis das gesamte Was­ser ver­dampft ist und nur noch die Man­deln in der brö­se­li­gen Zucker­masse übrig sind.
  3. Dann bei mitt­lere Hitze so lange alles stän­dig umrüh­ren bis der Zucker kara­mel­li­siert ist und an den Man­deln haf­ten bleibt. Die Man­deln begin­nen dann auch zu knacken.
  4. Alles aus der Pfanne auf ein gefet­te­tes Blech schüt­ten und die Man­deln schnell ver­tei­len, damit sie nicht anein­an­der kleben.

Die ganze Pro­ze­dur geht irgend­wann ziem­lich auf die Arm­mus­keln aber der Geruch, der sich in der Woh­nung ver­brei­tet, lässt alle Mus­kel­schmer­zen ver­ges­sen. Ein Päck­chen Man­deln ist auch ein tol­les Weih­nachts­ge­schenk, fan­den wir und haben gleich noch ein paar Tüten aus Geschenk­pa­pier gebastelt.

Die Pfanne hat es übri­gens gut über­stan­den, auch wenn man deut­lich sieht, dass die Beschich­tung gelit­ten hat. Am bes­ten also eine alte oder bil­lige Pfanne benut­zen. Bitte nicht ver­su­chen am Ende die Zucker­reste abzu­krat­zen son­dern ein­fach die Pfanne mit Was­ser fül­len und noch ein­mal leicht erwär­men. Dann löst sich der Zucker und es ist zumin­dest nicht alles ruiniert!

PS: Es grüßt die neue Waschmaschine!

Wien am Wochenende

Zu Flo­ri­ans Geburts­tag orga­ni­sierte ich uns in die­sem Jahr ein ver­län­ger­tes Wochen­ende bei unse­ren Freun­den in Wien. Da wir beide noch nicht da waren, bot das also nicht nur eine Mög­lich­keit end­lich unsere Freunde ein­mal wie­der zu sehen, son­dern auch die Stadt anzu­se­hen. Wir konn­ten auch bei unse­ren Freun­den über­nach­ten, kochen und abhän­gen, was die Zeit nicht nur ein­fa­cher und Stress freier son­dern auch schö­ner machte. Danke noch einmal!

Und was soll ich sagen, nicht nur die Bewoh­ner der Stadt son­dern auch Wien an sich sind lie­bens­wür­dig und mehr als einen Besuch wert. Zwar haben wir sicher­lich nicht jedes tou­ris­ti­sche Ziel abge­ar­bei­tet aber in den vier Tagen waren wir immer­hin baden, im Zen­trum, im Ste­phans­dom, auf dem Kah­len­berg, in Schön­brunn und auf drei Weihnachtsmärkten.

Das ein­zige Pro­blem war, dass Sophie sich rigo­ros wei­gerte auch nur 5 Meter selbst zu lau­fen und wir sie somit immerzu tra­gen muss­ten. So lang­sam wird sie wirk­lich schwer! (Da sie jetzt 2 Jahre ist, kann man nicht mehr so ein­fach einen Kin­der­wa­gen mit­neh­men.) Am letz­ten Tag wurde sie dann auch noch krank und dadurch auch nicht eben glück­li­cher. Aber heute haben wir bemerkt, dass die letz­ten Backen­zähne durch­bre­chen und haben jetzt wenigs­tens eine Erklä­rung. Das macht es doch schon irgend­wie besser!

Flüge

Der nächste große Schritt nach­dem unsere Kis­ten bereits auf dem Weg nach Aus­tra­lien (oder zumin­dest zum Hafen in Dub­lin oder Dún Lao­g­haire) sind und unser Visum bereits bewil­ligt wurde, war es Flüge zu buchen. Gedacht, gesagt und nach eini­gen Schwie­rig­kei­ten auch getan. Anfang Februar geht es los und ich freue mich schon rie­sig! Auf den 24 Stun­den lan­gen Flug (ca. 18’000 km) mit Sophie und den Jet­leg von 11 Stun­den freue ich mich noch nicht, aber das ist eine andere Geschichte.

Pleiten, Pech und Pannen

Hach ja, am Mon­tag schick­ten wir mor­gens unsere Kün­di­gung für die Woh­nung ab. Pünkt­lich zur Mit­tags­zeit gab unsere Wasch­ma­schine den Geist auf und zer­legte sich intern selbst. Die Bar­ren in der Trom­mel, die hel­fen sol­len die Wäsche zu dre­hen und zu wen­den, lös­ten sich und die Metall­split­ter hin­ter­lie­ßen einen silb­rig glän­zen­den Belag auf unse­rer Wäsche. Wenn man sie nicht bräuchte, könnte man sie direkt als Weih­nachts­de­ko­ra­tion wie­der ver­wen­den! Ob wir nun im letz­ten Monat in Mayn­ooth noch eine neue Maschine von unse­rem Ver­mie­ter bekom­men, ist frag­lich. Aber gut, dass Freunde mit einer funk­tio­nie­ren­den Maschine gleich nebenan wohnen.

Am Diens­tag ging dann am mor­gen mein Rech­ner kaputt. Erst sah es so aus, als ob er sich nur auf­ge­han­gen hatte, doch Neu­star­ten wollte er dann doch nicht mehr. Gott sei Dank beka­men wir jedoch her­aus, dass es nicht die Platte selbst son­dern das Kabel, wel­ches die Platte ver­bin­det, kaputt ist, bevor wir die Platte for­ma­tier­ten. Also wurde ein neues Kabel bestellt und bis zu des­sen Ankunft benutze ich mein gutes altes MacBook.

Unsere Spül­ma­schine läuft gerade. Ich habe fast ein wenig Angst nach­zu­se­hen, ob sie auch kaputt ist.…

Packe, packe Kiste

Da sich unsere Zeit in Irland dem Ende zuneigt, müs­sen wir uns lang­sam aber sicher Gedan­ken um den Umzug machen, unse­ren Haus­halt auf­lö­sen und alles brauch­bare ver­schi­cken. Wer eine Weile an einem Ort lebt und dazu noch ein oder meh­rere Kin­der hat, kann sicher­lich gut nach­voll­zie­hen, wie viel Zeug sich dabei ansammelt.

Da mir vor dem Pack­stress graute, beschlos­sen wir jedes Wochen­ende mehr oder weni­ger einen Raum durch­zu­ge­hen, die Spreu vom Wei­zen zu tren­nen und alles zu ver­pa­cken. Damit war das Packen weni­ger stres­sig als befürch­tet, hatte aber auch den schö­nen Neben­ef­fekt, dass unsere Woh­nung vier Wochen völ­lig chao­tisch aus­sah. Dass jede Kiste ordent­lich mit einer genauen Pack­liste beschrif­tet wer­den muss, macht das Leben nicht eben ein­fa­cher. Außer­dem müs­sen wir ja noch einen guten Monat hier über­le­ben, so dass man wie­derum auch nicht alles sorg­los in Kis­ten wer­fen kann.

Aber alle noch so gro­ßen Pack­or­gien müs­sen irgend­wann zu einem Ende kom­men und das war vor­erst heute, denn heute wur­den die 23 Kis­ten abge­holt und wir haben wie­der 1.5 Kubik­me­ter oder ca 55cft mehr Platz bei uns. Und die Kis­ten mit den Kin­der­sa­chen (ca 0.5 Kubik­me­ter), aus denn Sophie her­aus gewach­sen ist, wer­den wir auch noch los.

V.I.S.A!

Das ging schnell!

Erst Ende Novem­ber ging unser Vis­ums­an­trag nach lan­gem Hin und Her bei der Ein­wan­de­rungs­be­hörde ein. Da so ein Antrag im Schnitt drei bis sechs Wochen braucht und Weih­nach­ten und Neu­jahr mit den Som­mer­fe­rien in Aus­tra­lien zusam­men fal­len, hat­ten wir uns dar­auf ein­ge­stellt bis Mitte Januar erst ein­mal gar nichts von der Behörde zu hören.

Heute, gerade ein­mal zwei Wochen nach Antrag­stel­lung loggte sich Flo­rian auf die Web­seite ein um den Stand der Dinge anzu­se­hen. Und tadaaa, ganz sang und klang­los wurde unse­ren Anträ­gen statt­ge­ge­ben und wir könn­ten heute bereits nach Aus­tra­lien ein­rei­sen, was wir aber nicht tun, leider.

Was ist denn hier los?

Wie, was, Steffi schreibt wie­der etwas in ihrem Blog?! Ha ha, dass ich nicht lache! Das dau­ert dann wie­der zwei, drei Tage, oder viel­leicht eine Woche und dann ist wie­der Ruhe!

Dies­mal viel­leicht / hof­fent­lich nicht, denn dies­mal habe ich außer mei­nem nor­ma­len chao­ti­schen All­tag mit Kind und Voll­zeit­job / Dok­to­r­an­ten­da­sein auch etwas inter­es­san­te­res zu erzäh­len, was hof­fent­lich viele Blog­ein­träge fül­len wird und euch somit auf dem Lau­fen­den hält.

Flo­rian und ich haben beschlos­sen das nächste Lebens­jahr oder die nächs­ten Lebens­jahre in Aus­tra­lien zu ver­brin­gen. Ich werde in New­castle mei­nen PhD been­den und Flo­rian beginnt im Februar sei­nen Job in einer klei­nen Firma auf dem Cam­pus der Uni of New­castle. Sophie hat auch schon einen Kin­der­gar­ten­platz auf dem Cam­pus. So wer­den wir wie­der also alle auch tags­über nah bei­ein­an­der sein!

Da auch Freunde aus Irland an Anek­do­ten unse­res Umzugs und an unse­rem Leben in Oz inter­es­siert sein könn­ten, schreibe ich ab jetzt alle Ein­träge in Deutsch und Eng­lisch. Nicht wört­li­che Über­set­zung, aber sinn­ge­mäß. Um zwi­schen den Spra­chen hin und her zu schal­ten ein­fach oben rechts auf das jewei­lige Flag­gen­sym­bol kli­cken. Viel Spaß beim Lesen!