Archiv der Kategorie 'Miscellaneous'

Where is my vote?!

Ehr­lich gesagt weiß ich nicht so recht, ob ich euch diese Geschichte hier erzäh­len soll. Bevor ich also beginne, möchte ich klar stel­len, dass ich kei­nes­wegs irgend­je­man­den ankla­gen oder dif­fa­mie­ren möchte. Die ganze Sache finde ich jedoch nicht nur der­ma­ßen skur­ril, dass ich sie gerne mit euch tei­len möchte, son­dern ist auch mit einem mir wich­ti­gen, per­sön­li­chen Anlie­gen ver­bun­den. hjh

Jetzt aber: Wie ich bereits im Juni in Bezug auf die Euro­pa­wahl erwähnt hatte, muss man sich als Aus­lands­deut­scher für die Teil­nahme bei der Bun­des­tags­wahl in ein Wäh­ler­ver­zeich­nis ein­tra­gen. Den erfor­der­li­chen Antrag habe ich also aus­ge­füllt und zusam­men mit dem Antrag für die Euro­pa­wahl im März bei mei­ner zustän­di­gen Mel­de­be­hörde abgegeben.

Nach­dem ich Flo­rian damit lange genug auf die Ner­ven gegan­gen war, füllte auch er sei­nen Antrag end­lich aus und schickte ihn im August ein. Als wir dann aus Spa­nien zurück kamen, erwar­te­ten uns Flo­ri­ans Wahl­un­ter­la­gen in unse­rem Brief­kas­ten. (Neben­bei: Er bekam sogar Unter­la­gen für Bür­ger­meis­ter– und Land­tags­wahl, was ich nicht ganz nach­voll­zie­hen kann.)

Ich war­tete wei­ter­hin auf ent­spre­chende Post für mich und wurde lang­sam unru­hig. Schließ­lich muss man die Unter­la­gen so zurück schi­cken, dass sie spä­tes­tens am Wahl­sonn­tag bis 18 Uhr ankom­men. Als ich am Mitt­woch immer­noch keine Post hatte, war mir klar, dass ich die Unter­la­gen — wenn sie denn noch kämen -  kei­nes­falls recht­zei­tig zurück schi­cken könnte. Selbst im bes­ten Fall braucht die Post zwei Tage um in Deutsch­land anzukommen.

Ich ging davon aus, dass viel­leicht meine Namens­än­de­rung einen neuen Antrag erfor­dert hätte oder die Post mei­nen Brief ein­fach ver­schlampt hatte. Den­noch war ich neu­gie­rig und schrieb ges­tern Abend eine Email an die Behörde. Ehr­lich über­rascht war ich, als ich heute Vor­mit­tag dann  bei einem Gespräch mit einer der Mit­ar­bei­te­rin­nen erfuhr, dass meine Unter­la­gen in einem der Büros lagen und ver­ges­sen wor­den waren.

Das Wahl­recht ist ein wich­ti­ges und geschätz­tes Gut der Demo­kra­tie und so bot man mir an, die Unter­la­gen auf Kos­ten der Behörde per Express­zu­stel­lung inner­halb jeweils 24 Stun­den hin und zurück zu schi­cken oder, falls dies nicht mög­lich sein sollte, einen Mit­ar­bei­ter per­sön­lich mit den Unter­la­gen her und wie­der zurück flie­gen zu lassen.

Schnell war klar, dass die Express­zu­stel­lungs­lö­sung nicht mög­lich ist, weil ich mor­gen den kom­plet­ten Tag im Kran­ken­haus in Dub­lin ver­brin­gen darf und höchst wahr­schein­lich meine Unter­la­gen nicht recht­zei­tig bis 16 Uhr 30 zurück schi­cken kann. Was danach raus­geht, kommt selbst mit UPS erst am Mon­tag an, weil sie sonn­tags nicht zustel­len. Lei­der sieht das deut­sche Wahl­recht auch nicht vor in einer deut­schen Bot­schaft zu wäh­len, was ich tele­fo­nisch in Dub­lin herausfand.

Es blieb also nur die Mög­lich­keit, dass ent­we­der Flo­rian meine Unter­schrift fälscht, für mich das Kreuz macht und mor­gen alles recht­zei­tig zurück schickt oder dass tat­säch­lich jemand per­sön­lich aus Deutschand zu mir kommt. (Ich selbst darf nicht mehr flie­gen.) Wie mir die Dame in der Bot­schaft ver­si­cherte, ist dies immer­noch güns­ti­ger für den deut­schen Steu­er­zah­ler, als wenn ich den Staat wegen Mani­pu­la­tion oder Unre­gel­mä­ßig­kei­ten anzeige. Von Seite der deut­schen Behörde wurde mir außer­dem ver­si­chert, dass die anfal­len­den Mehr­kos­ten immer­noch gering im Ver­gleich mit den ‚unge­nutz­ten‘ Kos­ten sind, die für die vie­len Nicht­wäh­ler in Deutsch­land auf­ge­wandt werden.

Nach eini­gem Über­le­gen habe ich mich dazu ent­schie­den unter die­sen Umstän­den von mei­nem Wahl­recht bei die­ser Bun­des­tags­wahl nicht gebrauch zu machen. Die anfal­len­den Kos­ten für den Steu­er­zah­ler und die CO2-Emission kann ich nicht mit mei­nem Gewis­sen ver­ein­ba­ren. (Noch­mal zum Mit­schrei­ben, falls jemand da was falsch ver­stan­den hat: Das war meine freie Ent­schei­dung und ich hätte wäh­len können.)

Ich bin jedoch abso­lut beein­druckt, wie wich­tig, gera­dezu hei­lig, das Wahl­recht in Deutsch­land ist, dass sogar sol­che Lösungs­mög­lich­kei­ten in Betracht gezo­gen und ohne Zwei­fel durch­ge­zo­gen wor­den wären, falls ich dies gewünscht hätte.

Jetzt also zu mei­nem Anlie­gen: Ich bitte DICH, lie­ber Leser, ja genau DICH zu wäh­len. Ich weiß, dich inter­es­siert Poli­tik eigent­lich nicht, du denkst, alle machen so wie so alles glei­che und eine Stimme ist doch eh ver­nach­läs­sig­bar. Geh trotz­dem wäh­len, und wenn es nur für mich ist. Was du wählst, kann und darf ich natür­lich nicht vor­schrei­ben, weil wir ja Wert auf eine geheime und freie Wahl legen. Geh trotz­dem wäh­len und schau zur Not vor­her auf www.wahl-o-mat.de vor­bei. Ich erwün­sche erwarte ein­fach ein gewis­ses Maß an Soli­da­ri­tät von mei­nen Lesern. Danke!

Stollensünde

_IMG_0105_maxJedes Jahr ärgere ich mich dar­über, dass es Mitte Sep­tem­ber bereits Weih­nachts­ge­bäck zu kau­fen gibt und schimpfe wie ein Rohr­spatz über die Voll­idio­ten, die den Sch*** auch noch kaufen.

Tja, was soll ich sagen… Ich gestehe… Ja, ich war’s… Ich konnte nicht wider­ste­hen… Es hat mich ein­fach über­kom­men! Ich wollte es gar nicht, ehr­lich! Hor­mone und so, ihr wisst schon.…

P.S.: Aber ehr­lich, es war soooooo lecker…!

P.P.S.: Weiß jemand, ab wann es Leb­ku­chen gibt.…?

Namenszirkus

Wer im Aus­land lebt und sich außer­dem mit einer frem­den Lan­des­spra­che kon­fron­tiert sieht, muss sich daran gewöh­nen, dass der eigene Name nicht sehr üblich oder gar unbe­kannt ist. So weit so gut, damit kann ich leben.

Es ver­blüfft mich jedoch immer wie­der, wie­viele fal­sche und durch­aus krea­tive und amü­sante Varia­tio­nen eines ein­zi­gen Namens erfun­den wer­den kön­nen. Hier das best of:

Steffi:

Anfangs kam es vor, dass Men­schen Ste­wfi schrie­ben, weil ich mei­nen Namen gele­gent­lich statt S T E F F I mit S T E ‚dou­ble F‘ I buch­sta­bierte. Ok, viel­leicht ist ja meine Aus­spra­che nicht so super, also ver­meide ich das jetzt und ärgere mich gele­gent­lich nur über eigen­mäch­tige Ver­län­ge­run­gen mei­nes Names zu Ste­pha­nie, Ste­fa­nie oder Stefany.

Flo­rian:

Dass Flo­rian tat­säch­lich ein männ­li­cher Vor­name ist, scheint schwer zu glau­ben zu sein und so bekommt er immer wie­der mal Post für Mrs oder Miss Flo­rin oder Flo­rina. Sogar bei der Bank, wo er per­sön­lich da war um ein zwei­tes Konto zu eröff­nen bekam er danach Unter­la­gen für die fik­tive Miss Florin(a). Die Bank ist so wie so ein Experte in Sachen Namen. Unglaub­lich aber wahr: Die Namens­fel­der im Com­pu­ter­sys­tem für den Namen des Kon­to­in­ha­bers, Kon­takt­adresse und Name auf der Bank­karte schei­nen intern nicht mit­ein­an­der ver­bun­den zu sein, denn zwei die­ser drei auf­ge­führ­ten Namen waren unter­schied­lich falsch.

Auch mein Nach­name wurde bei glei­cher Gele­gen­heit von der glei­chen Bank in Kingle (hat so was roya­les…) abge­än­dert. Dabei haben wir unsere Namen nur ein ein­zi­ges Mal in gro­ßen Druck­buch­sta­ben ange­ge­ben. Also wenn schon zu dumm zum Abtip­pen, dann doch bitte immer der glei­che Feh­ler. Das wäre wenigs­tens konsequent!

Übri­gens han­delte es sich bei der Aktion um ein neues, gemein­sa­mes Konto für uns beide. Obwohl wir ja bereits Kun­den bei der Bank sind und auch die Kon­to­da­ten unse­rer sepa­ra­ten Kon­ten anga­ben, war es offen­sicht­lich nicht mög­lich die dort rich­tig ange­ge­be­nen Namen zu kopieren.

Klinge:

Das trau­rige High­light die­ser Geschichte ist jedoch meine Kor­re­spon­denz mit dem für das ‚Mother-and-child-scheme‘ ver­ant­wort­li­che Amt für soziale Fra­gen. Um wäh­rend der Schwan­ger­schaft kos­ten­los in den Genuss von Kon­troll­un­ter­su­chun­gen zu kom­men, schickte ich einen Antrag, der natür­lich wie­der mit gro­ßen Druck­buch­sta­ben aus­ge­füllt war, an die ent­spre­chende Stelle.

Als ich nach acht Wochen immer­noch kei­nen Schwan­ger­schafts­pass hatte, füllte ich den Antrag ein zwei­tes Mal (wie­der Druck­buch­sta­ben) aus und war­tete wei­tere drei Wochen bis ich in der Behörde anrief und meine Daten am Tele­fon (Name buch­sta­biert, K like King, L like.…) hinterließ.

Etwa wei­tere zwei Wochen spä­ter bekam ich in kur­zem Abstand drei Briefe der Behörde glei­chen Inhalts (Antrag ange­nom­men, bla bla) an drei ver­schie­dene Ver­sio­nen mei­nes Namens: Klinge (sehr gut, ja! yip­pieh!), Klin­gie (nagut, man hat sich bemüht) und Klinmge (ähm, ja).

IMG_0108Das schönste war aller­dings, der letzte Coup: Als wir aus Spa­nien zurück kamen, fischte ich einen Umschlag an Ms S. Velije aus dem Brief­kas­ten. Wie erwar­tet ent­hielt er Schwan­ger­schafts­pass und Begleit­schrei­ben Num­mer vier. Die ein­zige Erklä­rung für diese Tota­lent­glei­sung ist, dass jemand ver­sucht hat, meine Unter­schrift abzu­tip­pen. Aber soll­ten denn nicht alle Anträge schon längst mit einer der vor­he­ri­gen Namens­ver­sio­nen abge­hef­tet sein? Und warum tippt man bitte eine Unter­schrift ab, wenn drei Zei­len wei­ter oben der Name in Druck­buch­sta­ben steht? Haben die da nur Prak­ti­kan­ten und Analphabeten????

Eigent­lich müsste ich meine Namens­än­de­rung ange­ben aber ich glaube, ich möchte gar nicht wis­sen, wie sehr man Knorn ver­stüm­meln kann.

Seit eini­ger Zeit schreibe ich nur noch mit dem Com­pu­ter geschrie­bene Briefe und hebe den Namen mit einem ent­spre­chen­den Ver­merk in fett her­vor statt irgendwo anzu­ru­fen. Das ist zwar teil­weise etwas müh­se­lig und kost­spie­li­ger als ein kur­zer Anruf, aber es funktioniert.…

Die letzte (und erste) Paella

_IMG_0092_maxBevor man wie­der in die kuli­na­ri­sche Wüste Irlands abreist muss man ein­fach noch ein­mal den Gau­men ver­wöh­nen. Es wäre fast schon ver­werf­lich gewe­sen Spa­nien zu ver­las­sen ohne eine Paella geges­sen zu haben. Also nichts wie auf zum nächs­ten Touri-Restaurant und vor dem Abflug noch eines der Natio­nal­ge­richte verspeisen.

Ich hatte mir das echt schön vor­ge­stellt: ein letz­ter Strand­spa­zier­gang, Füße in den Wel­len, das Rau­schen des Mee­res, Sonne im Gesicht. Statt­des­sen war es unge­müd­lich kühl und feucht, es sah so aus, als würde es jeden Moment erneut reg­nen, und weder Sonne noch Men­schen waren zu sehen. Natür­lich blie­ben auch wie­der viele Restau­rants geschlossen.

Aber mal ehr­lich, wäre ein bes­se­rer Raus­schmei­ßer mög­lich gewe­sen? So war die Umstel­lung in Irland dann nicht so schlimm.

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Alicante im Regen

_DSC9809_maxAli­cante ist bekannt­lich eine große Stadt im Süden Spa­ni­ens mit vie­len Tou­ris­ten und Strän­den. Eigent­lich ein guter Ort um den Urlaub in der Sonne und in Stra­ßen­ca­fés aus­klin­gen zu lassen.

Lei­der reg­nete es. Damit meine ich nicht einen nied­li­chen Nie­sel­re­gen oder ver­gleich­bare, ver­nach­läs­sig­bare Wet­ter­phä­no­mene. Ich meine Sturz­re­gen, Bäche von oben, ein­fach ganz viel Was­ser in kur­zer Zeit auf wenig Fläche.

Die Stra­ßen ver­wan­del­ten sich in kür­zes­ter Zeit in Was­ser­bah­nen und wir hat­ten wie­der­ein­mal Glück, dass wir recht­zei­tig in unse­rer Unter­kunft ange­kom­men waren und dort neben zuvor ein­ge­kauf­ten Lebens­mit­teln auch eine Küche vor­fan­den. Denn wie bereits in Valen­cia ist nicht der Regen an sich ein Pro­blem (es gibt ja Jacken, Schuhe und zur Not Hand­tü­cher und Föne), son­dern die Men­ta­li­tät an Regen­ta­gen quasi die Bür­ger­steige hoch­zu­klap­pen und alle Bars und Restau­rants zu schließen.

Gegen Abend hatte sich das Unwet­ter dann wie­der ver­zo­gen und wir konn­ten den letz­ten Abend wenigs­tens noch mit einer Piña Colada aus­klin­gen lassen.

Linguistische Experimente in Cartagena

_DSC9708_maxWäh­ren wir nicht zufäl­lig an die­sem Lokal in Car­ta­gena vor­bei­ge­kom­men, wäre der Besuch die­ser Hafen­stadt unspek­ta­ku­lär, fast schon lang­wei­lig wer­den können.

Die Stadt berei­tete sich wohl schon auf die Audi-Regatta am nächs­ten Tag vor oder die Bewoh­ner hat­ten ob des grauen Him­mels Angst vor dem dro­hen­den Regen­guss. Jeden­falls waren die Stra­ßen so gut wie men­schen­leer und viele Lokale waren geschlossen.

Aber dann kamen wir an die­sem Haus vor­bei und konn­ten wenigs­tens herz­lich lachen.

Almería

_DSC9574_maxNach so viel Kul­tur­gut, Kunst und Geschichte woll­ten Flo­rian und ich noch ein wenig die spa­ni­sche Land­schaft, die Sonne und vor allem den Strand genie­ßen und ver­brach­ten zwei Nächte in Alemría.

Alme­ría selbst ist eine recht tou­ris­ti­sche Stadt mit einer schö­nen, alten Burg ober­halb der Stadt. Obwohl sie nach dem Besuch der Moschee in Cór­doba und der Alham­bra in Gra­nada uns nicht beson­ders beein­druckte, so war es doch eine schöne Wan­de­rung durch die Gas­sen der Alt­stadt zur Burg und ein schö­ner Aus­blick auf die Stadt und das Meer.

_DSC9632_maxAm nächs­ten Tag war dann aber end­lich Strand ange­sagt und Flo und ich genos­sen Meer und Sonne in Cabo de Gata. Die­ses Natur­schutz­ge­biet kann mit vie­len ver­hät­nis­mä­ßig ein­sa­men Strän­den und Buch­ten aufwarten.

Lei­der ist der Sand­strand eher grau als weiß oder gelb und die Vege­ta­tion wegen der Tro­cken­heit im Sep­tem­ber aus­ge­trock­net und größ­ten­teils braun. Den­noch war es schön, end­lich ein wenig Sonne zu tan­ken und dem Rau­schen der Wel­len zu lauschen.

Alles Tapas oder was?

_DSC9480_maxIn vie­len spa­ni­schen Bars ist es üblich mit einem Bier oder Glas Wein auch einen klei­nen Tel­ler mit einer tapa (klei­ner Snack) zu bekom­men. In eini­gen Loka­len kann man sich die Tapas aus einem Menu aus­wäh­len, in ande­ren Bars und Knei­pen muss man neh­men, was man bekommt.

Wenn man also sowohl Hun­ger als auch Durst hat, kann man sich prima mit die­sen tapas ernäh­ren und neben­bei viele kleine, abwechs­lungs­rei­che Lecker­ein der Region genießen.

Lei­der muss man aber auch ein Getränk pro tapa trin­ken, was sich je nach Hun­ger schlecht auf Gehirn und Leber aus­wirkt. Schwan­gere, Kin­der un tro­ckene Alko­ho­li­ker dür­fen übri­gens auch ein Was­ser, Saft oder Brause zur tapa genie­ßen — Glück gehabt!

La Alhambra de Granada

_DSC9076_maxLaut Wiki­pe­dia ist die Alham­bra in Gra­nada das meist­be­suchte Monu­ment in Europa -  also vor Tower Bridge, Eifel­turm, Bran­den­bur­ger Tor, Akro­po­lis, Kolos­seum und der Klos­ter­kir­che Jeri­chow?!?!

Weil es wegen der Besu­cher­ströme nicht zu jeder Zeit mög­lich ist ein­fach am Ein­gang auf­zu­kreu­zen und die Bau­ten und Gär­ten zu besu­chen, ver­brach­ten wir den ers­ten Tag zunächst in den Gas­sen Gra­na­das und genos­sen unter ande­rem den Son­nen­un­ter­gang über der Stadt mit Blick auf die Alhambra.

_DSC9164_maxUm die Alham­bra zu besich­ti­gen kann man Tickets im Inter­net, bei Rei­se­bü­ros oder an der Kasse vor­be­stel­len. Auf jedem Ticket ist außer­dem ver­merkt, in wel­chem 30-Minuten-Zeitfenster man berech­tigt ist die belieb­tes­ten Teile der Anlage (Pala­cios Naza­ries) zu besich­ti­gen und ob man den Rest vor­mit­tags oder nach­mit­tags besu­chen kann. Min­des­tens ca. 2000 Tickets sind jedoch täg­lich mor­gens an der Kasse zu erwerben.

Weil Flo­rian und ich uns zu spät um Tickets geküm­mert hat­ten, muss­ten wir um 6 Uhr im dun­keln auf­ste­hen um ab um 7 Uhr anzu­ste­hen. Ok, wenn wir um 7:45 oder 8 Uhr da gewe­sen wären, hätte es wahr­schein­lich auch aus­ge­reicht, aber zumin­dest die Mit­ar­bei­ter in unse­rer Unter­kunft und unser Rei­se­füh­rer hat­ten uns 7 Uhr emp­foh­len. Na, bes­ser als umgekehrt.

_DSC9266_pano_maxSo beka­men wir Tickets für den ers­ten Ein­lass in die Pala­cios Naza­ries um 8:30 und konn­ten die Schön­heit der Anlage noch ohne Hor­den von Tou­ris­ten genießen.

Wie­der­mal war ich von der unver­gleich­li­chen Schön­heit und Schlicht­heit der unzäh­li­gen Orna­mente, Mus­ter und Ver­zie­run­gen fas­zi­niert. Obwohl in vie­len Räu­men kein Qua­drat­zen­ti­me­ter Stein unbe­hauen oder unver­ziert ist, wirkt es nie­mals überladen.

Die Gär­ten sind sehr schön ange­legt, wer­den offen­sicht­lich gut gepflegt und ihnen ver­lau­fen sich die Besu­cher ziem­lich gut. So kann man immer­noch ein wenig von der Bedeu­tung die­ses Ortes spü­ren. Wenn man einen Moment inner­hält und die Gedan­ken schwei­fen lässt, kann man sich schon fast zurück in die Zeit ver­set­zen als die Anlage in ihrer Blüte stand.

La Mezquita Catedrál de Córdoba

_DSC8876_maxDer Süden Spa­ni­ens war bekannt­lich lange von Ara­bern besetzt/beherrscht und diese hin­ter­lie­ßen natür­lich neben ihrer Kul­tur auch viele Bau­werke wie zum Bei­spiel die große Moschee in Cór­doba. Bereits die Fas­sade lässt ver­mu­ten, dass es innen nicht nur ange­nehm schat­tig und kühl sein muss, son­dern, dass einen hier eine ganz andere Archi­tek­tur als die der christ­li­chen Welt erwartet.

Von einem Oran­gen­gar­ten (wo alle Früchte von Tou­ris­ten ergau­nert wer­den, sobald es der Rei­fe­grad der Früchte zulässt) aus gelangt man dann in eine tat­säch­lich kühle, dunkle Halle mit unzäh­li­gen Säu­len, die oben in rot-weißen Bögen zusam­men lau­fen. Allein durch seine Schlicht­heit strahlt der Ort (Trotz der Tou­ris­ten) eine Ruhe, Bestän­dig­keit und Schön­heit aus.

_DSC8931_maxWirk­lich schade aus mei­ner per­sön­li­chen archi­tek­to­ni­schen und ästhe­ti­schen Sicht ist, dass die Spa­nier Cór­doba zurück erober­ten. Ihnen fiel näm­lich nichts bes­se­res ein, als mit­ten in die Moschee eine prunk­volle, mei­nes Erach­tens über­la­dene, christ­li­che Kir­che bzw Kathe­drale zu set­zen. Auch wenn ich selbst Chris­tin bin, emp­fand ich den Anblick als unver­zeih­li­chen Faux­pas der Archi­tek­tur­ge­schichte — meine Meinung.